mini|Fateme Ekhtesari, 2018

Fatemeh Ekhtesari (, DMG Fāṭemeh Eḵteṣārī; * 1986 in Kashmar) ist eine iranische Dichterin, Schriftstellerin und Aktivistin.

Leben Ekhtesari veröffentlichte zahlreiche Gedichte in ihrer ersten Gedichtsammlung „Feminist discussions before cooking potatoes“ aus dem Jahr 2010, die von der iranischen Regierung verboten wurde. Gemeinsam mit Mehdi Mousavi brachte sie im Iran die Zeitschrift Harmin farda bud (Es war nur morgen) heraus, die jedoch 2008 ebenfalls verboten wurde.

2013 wurde sie zum „Göteburgs poesiefestival“ in Schweden eingeladen. Bei ihrer Rückreise mit Mehdi Mousavi wurden beide im Evin-Gefängnis in Teheran festgenommen, das für Folter, Missbrauch und Vergewaltigung bekannt ist. Nach einiger Zeit wurden sie gegen Kaution freigelassen. Am 13. Januar 2014 protestierten „Svenska PEN“, „Sveriges Författarförbung“" und „Göteborgs poesifestival“ für die Freilassung der inhaftierten iranischen Dichter. 2015 wurde Ektesari zu 99 Peitschenhieben wegen „unerlaubter Beziehungen“ und zu einer Haftstrafe von 11,5 Jahren wegen „Beleidigung des Heiligen“, angeblichen Verbreitens unanständiger Fotos im Internet und regierungskritischer Propaganda verurteilt. Auch PEN International setzte sich für ihre Freilassung ein und kritisierte die iranische Regierung für die Vergabe von Zensuren in der Literatur. 2016 gelang ihr mit Hilfe von ICORN die Flucht nach Norwegen, wo sie seitdem in Lillehammer lebt.

Ihre Werke sind Teil der iranischen literarische Bewegung, die unter dem Namen Postmodern Ghazal bekannt ist. In ihren Texten setzt sie sich mit Themen wie Sexualität, Religion, Gender, und Frauenrechten auseinander und engagiert sich damit für Menschenrechte und soziale Gerechtigkeit.

Während der 56. Sitzung des UN-Menschenrechtsrats in Genf sprach Ektesari bei einer Podiumsdiskussion mit dem Titel „Based on a true Story“, die von PEN America, PEN International sowie den ständigen Vertretungen Polens und Estlands bei den Vereinten Nationen organisiert wurde. Dabei äußerte sich unter anderem auch Ektesari zur dringenden Notwendigkeit, bedrohte Schriftsteller weltweit zu schützen. Sie sprach in dem UN-Panel auch über die Herausforderungen und Gefährdungen, denen Künstlerinnen und Künstler, insbesondere in repressiven Regime, ausgesetzt sind.

Derzeit arbeitet sie in Norwegen an mehreren Projekten, darunter einem zweisprachigen norwegisch-persischen Gedichtband und einer persischsprachigen Kurzgeschichte mit dem Titel Ebi. Sie engagiert sich weiterhin für Kunst, Menschenrechte und soziale Gerechtigkeit. Zudem ist sie Chefredakteurin des Online-Literaturmagazins „Independent Iranian Literature“.

Auszeichnungen Im Jahr 2026 erhielt Ekhtesari den tschechischen Solstice-Literaturpreis. Bei der Preisverleihung erklärte der Festivalpräsident Václav Müller: „Fatemeh besitzt einen Mut, den ich und die meisten von uns uns kaum vorstellen können. Wegen ihres Engagements für die künstlerische Meinungsfreiheit wurde sie in ihrem Heimatland zu 99 Peitschenhieben und vielen Jahren Haft verurteilt. Das mag für uns heute kaum vorstellbar erscheinen, doch es ist eine Realität, die in der Welt weiterhin existiert.“ Als vierte und zugleich jüngste Preisträgerin erhielt Ekhtesari die Auszeichnung aus den Händen der tschechischen Schriftstellerin Karin Lednická.

Werke 2022: Hun er Ikke Kvinne (Zan nīst) 2020: Vi Overlever Ikke (Zende namī-mānīm) 2020: Nazdiki (Nazdīkī) 2018: The Great Idol (Bot-e bozorg) 2018: Tabar (Axe) 2017: Swimming in the Acid Pool (šenā kardan dar ḥūzče-ye asīd) 2017: The dead who was dead, took a deep breath (38 days in EVIN´s solitary cinfinement) (Mordeʾī ke morde bud yek nafas ʿamīq kešīd yā 38 rūz enferādī-ye Evin) 2015: A Selection of Cheerful Poems with Some Memorable Pictures (Montaxabī az šeʿr-hā-ye šād be-hamrāh-e čand ʿaks-e yādgārī) 2010: Feminist discussions before cooking potatoes (Yek baḥṯ-e femīnīstī qabl az poxtan-e sīb-zamīnī-hā) o. J.: Naken o. J.: Beside the side track (Kenār-e jādde-ye farʿī)

Weblinks

Website von Fatemeh Ekhtesari

Einzelnachweise

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