Alina Grabovsky (* 24. August 1987 in Kiew, Ukrainische SSR als Alina Nosow) ist eine deutsche Bildende Künstlerin ukrainisch-jüdischer Herkunft. Sie lebt und arbeitet in Wien.
Leben Die in Kiew geborene Alina Grabovsky emigrierte 1991 mit ihrer Familie unter dem Status Jüdischer Kontingentflüchtling nach Deutschland. Sie studierte zwischen 2010 und 2016 an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe und der Akademie der bildenden Künste Wien und schloss ihr Studium als Meisterschülerin bei Marcel van Eeden ab. Seit 2020 lebt und arbeitet sie in Wien.
Werk Die zumeist großformatigen Bilder von Alina Grabovsky zeichnen sich durch einen fluiden Charakter aus, der keine klare Grenze zwischen abstrakter Fläche und figürlichen Elementen erkennen lässt. Dabei findet man selten vollständige oder unbeschädigte Figuren. Meistens sind es nur Teile eines menschlichen Körpers, angedeutete Posen oder Szenen. Manches davon verweist auf Alltag, Freizeit oder Erotik, ganz werden die Figuren/Szenen jedoch nie enthüllt. Durch einen expressiven Duktus und provokante Farbgebung werden die in diesen Bildern angelegten Spannungsverhältnisse zusätzlich verstärkt.
Der Begriff Uncanny Valley stammt aus dem Bereich der Robotik und beschreibt ein Akzeptanz-Paradoxon, demzufolge eine zunehmende Anthropomorphisierung künstlicher Kreaturen von Menschen zunächst akzeptiert, ab einem gewissen Grad der Ähnlichkeit jedoch abgelehnt wird. Alina Grabovsky nutzt diesen Begriff, um einen theoretischen Rahmen aufzuspannen, innerhalb dessen u. a. Fragen nach Selbst – und Fremdzuschreibungen, Ausschlüssen oder Vorurteilen gestellt werden können. Mit Wolkenkuckucksheim werden von der Künstlerin räumliche Inszenierungen angesprochen, bei denen oft unvereinbare Raumkonzepte in einem Bild nebeneinander stehen. Diese dienen Grabovsky dazu, Heterotopien einzufangen, jene „tatsächlich realisierten Utopien, in denen die wirklichen Plätze innerhalb der Kultur gleichzeitig repräsentiert, bestritten und gewendet sind, gewissermaßen Orte außerhalb aller Orte, wiewohl sie tatsächlich geortet werden können.“ (Michel Foucault)
Im Jahr 2023 erwarb die Stadt Wien eines ihrer Werke.Alina Nosow | Kunstankauf 2023 | 4.900 € In: Förderbericht der Stadt Wien für das Jahr 2023 (PDF). Stadt Wien. S. 194. Abgerufen am 13. August 2025 2024 lebte und arbeitete sie in New York City und erhielt ein Stipendium vom Bundesministerium für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport.
ArtFacts.Net, das die globalen Verkaufsdaten von Künstlern auswertet, stufte Alina Grabovsky im Jahr 2025 im globalen Ranking unter den ersten 20.400 und deutschlandweit unter den ersten 2.400 ein.
Preise und Stipendien 2010–2016: Stipendiatin des Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerks, Berlin 2011: Lions Art, Stipendium und Ausstellung im Mannheimer Kunstverein 2020: Kunstpreis Kunstverein Centre Bagatelle BerlinAlina Nosow. In: Kunstpreis Deutschland 2021. kunstpreis-deutschland.de. S. (3). Abgerufen am 13. August 2025 2021: Kunstpreis Women X-treme Art Prize Berlin 2023: nominiert für den Strabag Art Award 2024: Stipendium des Bundesministerium für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport
Ausstellungen (Auswahl)
Einzelausstellungen 2024: On My Knees, Picture Theory Gallery, New York City 2025: Unstable Conditions, Heckenhauer Galerie, München 2025: Pieces From A New York Dance Floor, Barvinskyi Galerie, Wien 2025: Trans:Form, Bildraum 7, Wien
Gruppenausstellungen 2011 Lions Art, Mannheimer Kunstverein, 2012 Pfalzpreis für Bildende Kunst 2012, Museum Pfalzgalerie KaiserslauternQuerschnitt durch das aktuelle malerische Schaffen. Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern, 19. Juni 2012. Abgerufen am 26. Juli 2025Pfalzpreis für Bildende Kunst 2012. In: kunstportal-pfalz.de. Abgerufen am 26. Juli 2025 2016 Meisterschülerausstellung der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe, Mannheimer Kunstverein 2021 Kunstsalon, Galerie der Künstler, München 2023 Über das Neue-Wiener Szenen und darüber hinaus, Museum Belvedere 21, Wien On the New | Viennese Scenes and Beyond – Part 2. In: Museum Belvedere 21, 2023. Abgerufen am 13. August 2025 2024 Vienna Art Week, WienDatenbank Vienna Art Week 2024. In: Artfacts (Paywall). Abgerufen am 26. Juli 2025Open Studio Days 2024. In: Vienna Art Week, 2024. Abgerufen am 13. August 2025 2024 Earth and Ether, Thierry Goldberg Gallery, New York CityAusstellung Thierry Goldberg Gallery in New York. In: Artfacts (Paywall). Abgerufen am 26. Juli 2025 2024 House Of Confluence:Far And Near, Residency Unlimited, New York CityHouse Of Confluence: Far And Near. Governors Island in New York. In: Artfacts (Paywall). Abgerufen am 26. JuliHouse Of Confluence: Far And Near. Ausstellung 2024. In: Governors Island. Abgerufen am 26. Juli 2025 (englisch) 2024 A Suitcase, Picture Theory New York37x21x21. In: Picture Theory Gallery in New York, 2024. Abgerufen am 26. Juli 2025 2025 Back to Athens, Cheapart, AthenBack To Athens. In: artfacts.net (Paywall). Abgerufen am 25. Juli 2025 2025 Painting Vibes 1, MLZ Art Dep, TriestPaintings Vibes 1. In: mlzartdep.com. Abgerufen am 26. Juli 2025 2025 Eagles Fly Free, Kunstraum am Schauplatz, WienEagles Fly Free. In: Kunstraum am Schauplatz. Abgerufen am 26. Juli 2025 2025 ABK Mannheim und Freunde, Xylon Museum Schwetzingenxylon-schwetzingen.de In: Xylon Museum Schwetzingen. Abgerufen am 2. Februar 2026
Literatur 2011 Katalog, Lions Art im Mannheimer Kunstverein, Text von Susanne Kaeppele 2016 Katalog, Meisterschülerausstellung der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe im Mannheimer Kunstverein
Weblinks
Website von Alina Grabovsky Mitglied im Künstlerhaus Wien Artfacts Alina Grabovsky (Paywall)
Einzelnachweise
Kategorie:Bildender Künstler (Deutschland) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1987 Kategorie:Frau Kategorie:Bildender Künstler (Wien)