Vergessene Welt: Jurassic Park (Alternativtitel Jurassic Park II, Originaltitel The Lost World: Jurassic Park) ist ein US-amerikanischer Abenteuerfilm mit Thrillerelementen von Steven Spielberg und setzt den Erfolgsfilm Jurassic Park (1993) fort. Er basiert auf Michael Crichtons Roman Vergessene Welt, der wiederum eine Fortsetzung seines Romans DinoPark ist, der Vorlage von Jurassic Park.

Der US-Start erfolgte am 23. Mai 1997.boxofficemojo.com – The Lost World: Jurassic Park In den deutschen Kinos startete der Film am 7. August 1997. In der Jurassic-Park-Filmreihe folgten fünf weitere Fortsetzungen: Jurassic Park III (2001), Jurassic World (2015), Jurassic World: Das gefallene Königreich (2018), Jurassic World: Ein neues Zeitalter (2022) und Jurassic World: Die Wiedergeburt (2025).

Handlung Vier Jahre sind seit dem Isla-Nublar-Vorfall vergangen, bei dem der dort angelegte Park von Dinosauriern verwüstet und vier Menschen getötet wurden. In der Anlage B genannten, ehemaligen Zucht- und Produktionsstätte auf der nahegelegenen Insel Isla Sorna haben jedoch mehrere Dinosaurier überlebt, die nach dem Ende des Jurassic-Park-Projektes frei und ohne Zäune in ihrem Ökosystem leben.

Die Biotechnologie-Firma InGen, die den Park damals aufzog, befindet sich inzwischen in einer schwierigen finanziellen Lage. Hinzu kommt ein Vorfall, bei dem jüngst ein kleines Mädchen, Tochter reicher Eltern, bei einem Strandbesuch von Compsognathen angegriffen und schwer verletzt wurde. Die Firma plant daher, den ursprünglichen Plan des Parks wieder aufzugreifen – diesmal sollen einzelne Tiere auf das Festland gebracht werden und dort in einem Zoo in San Diego ausgestellt werden. Dies geht von Peter Ludlow, dem Neffen des früheren Firmenchefs John Hammond, aus, letzterer ist inzwischen abgesetzt worden.

Hammond will seine in Frieden auf Isla Sorna lebende Schöpfung davor bewahren, aus kommerziellen Gründen ausgeplündert zu werden. Da er selbst hierbei machtlos ist und keinen Einfluss mehr auf die Firma hat, sieht er die letzte Hoffnung darin, die öffentliche Meinung in seinem Sinn zu beeinflussen. Er beabsichtigt deshalb eine Gruppe Forscher nach Isla Sorna zu senden, die dort das natürliche Leben der Dinosaurier ausführlich dokumentieren und dadurch der Welt offenbaren soll, dass diese ein Recht auf artgerechtes Leben haben.

Dr. Ian Malcolm, der damals den Isla-Nublar-Vorfall nur knapp überlebte und, weil er sich nicht an die vereinbarte Verschwiegenheit gehalten hat, öffentlich als Spinner gebrandmarkt worden ist, steht der Idee einer weiteren Expedition ablehnend gegenüber. Als er jedoch im Gespräch mit Hammond erfährt, dass sich seine Freundin, die Biologin Sarah Harding, bereits auf der Insel befindet, reist er ihr notgedrungen mit dem restlichen Team hinterher. Dazu gehören der Fotograf und Earth-First!-Aktivist Nick van Owen sowie der Ingenieur Eddie Karr. Malcolms Tochter Kelly reist als blinde Passagierin ebenfalls mit.

Schon bald nach Ankunft auf der Insel beobachten die Forscher die Ankunft einer größeren Gruppe von Großwildjägern unter Führung von Ludlow und dem Jäger Roland Tembo, der als Lohn für seinen Einsatz einen männlichen Tyrannosaurus Rex jagen will. Den mit geländegängigen Fahrzeugen und viel Material ausgerüsteten Jägern gelingt es schnell, zahlreiche Dinosaurier einzufangen und einzusperren. In der folgenden Nacht können van Owen und Harding jedoch in das Lager der Jäger eindringen und die Tiere wieder befreien. Die Saurier zerstören daraufhin große Teile des Lagers und der Ausrüstung, darunter auch die Kommunikationseinrichtungen.

Van Owen und Harding befreien zudem ein verletztes Tyrannosaurus-Jungtier, mit dem Tembo den erwachsenen Saurier anlocken wollte, und nehmen es mit in ihr Lager. In ihrem als Forschungslabor eingerichteten Wohnmobil versuchen sie, seine Verletzungen zu verarzten, als die Eltern des Jungtiers auftauchen und das Lager der Forscher angreifen. Eddie Karr wird dabei getötet, kann aber durch seinen Einsatz die anderen Forscher retten, indem er verhindert, dass sie zusammen mit dem Wohnmobil eine Klippe hinabstürzen. Diese und Kelly werden daraufhin von den Jägern aufgelesen. Die beiden Gruppen schließen sich notgedrungen zusammen, um gemeinsam das ehemalige Kommunikationszentrum im Inneren der Insel zu erreichen.

Durch Blut des Tyrannosaurus-Jungtiers, das an Hardings Jacke klebt, werden die Eltern erneut angelockt und greifen das Nachtlager der Forscher und Jäger an, wobei zahlreiche Jäger getötet werden. Der Versuch Tembos, einen der Tyrannosaurier mit seinem schweren Jagdgewehr zu töten, schlägt fehl, da van Owen heimlich die Projektile aus den Patronen entfernt hat. Dafür gelingt es ihm aber, den männlichen Tyrannosaurus durch ein Betäubungsgewehr ruhigzustellen.

Die Gruppe wird auf ihrer Flucht durch den verbliebenen Tyrannosaurus und mehrere Velociraptoren weiter dezimiert. Dennoch gelingt es van Owen, das Kommunikationszentrum zu erreichen und über Funk Hilfe anzufordern. Auch Malcolm, seine Tochter Kelly und Harding können das Gelände erreichen. Die vier sehen sich dort aber ebenfalls den Angriffen der Velociraptoren ausgesetzt, bevor sie von einem Hubschrauber abgeholt werden. Während des Abfluges sehen sie, dass der betäubte Tyrannosaurus transportfähig gemacht worden ist. Ludlow ordnet an, das Jungtier ebenfalls einzufangen und beide Tiere nach San Diego zu überführen.

Einige Zeit später wird das Schiff mit dem gefangenen Tyrannosaurus an Bord im Hafen San Diegos erwartet. Niemand an Bord antwortet auf die Anrufe der Hafenmeisterei, und das Schiff kracht mit voller Fahrt in die Hafenanlagen. Es stellt sich heraus, dass sämtliche Besatzungsmitglieder tot sind. Der inzwischen erwachte Tyrannosaurus bricht aus dem Laderaum aus und macht sich auf die Suche nach seinem Jungen, das per Flugzeug transportiert worden ist und sich nun in einem Forschungslabor von InGen befindet. Auf seinem Weg durch die Stadt hinterlässt der Tyrannosaurus eine Spur der Verwüstung. Malcolm und Harding befreien das Junge aus dem Labor und benutzen es als Köder, um das erwachsene Tier zurück in den Hafen zu locken. Sie bringen das Jungtier in den Laderaum und fliehen. Ludlow, der das Junge zurückholen will, steigt ebenfalls in den Laderaum und wird dort vom erwachsenen Tyrannosaurus gestellt, der seinem Jungen gefolgt ist und diesem nun Ludlow als Beute überlässt. Sarah Harding betäubt den Tyrannosaurus mit einem Betäubungspfeil, während Malcolm den Laderaumdeckel schließt.

Am Ende werden der Tyrannosaurus und sein Junges unter Begleitung zahlreicher Kriegsschiffe zurück auf die Insel Isla Sorna überführt. Harding, Malcolm und seine Tochter verfolgen vor dem Fernseher, wie John Hammond der Welt verkündet, dass, wenn die Menschen „einfach nur beiseite treten und auf die Natur vertrauen, das Leben einen Weg finden wird“.

Hintergrund mini|hochkant=1.4|Mercedes-Benz W 163 in Jurassic Park 2 mini|Prairie Creek Redwoods State Park in Kalifornien mini|Fern Canyon Der Film teilt nur grundlegende Motive mit der Buchvorlage, ansonsten ließen der Autor Michael Crichton und Steven Spielberg eigene Ideen und einige wenige Handlungsaspekte des ersten Buches, die im ersten Film nicht berücksichtigt wurden, einfließen. Der Titel des Films ist eine Hommage an den Roman Die vergessene Welt (1912) und dessen Verfilmung Die verlorene Welt (1925). Das Schiff, mit dem der T-Rex transportiert wird, trägt den Namen „SS Venture“ – angelehnt an den Namen des fiktiven Schiffes „Venture“, das den Riesenaffen King Kong im gleichnamigen Film von 1933 nach New York bringt. Der Mann, der vor der Videothek vom T-Rex gefressen wird, ist Drehbuchautor David Koepp. Im Abspann des Films wird seine Rolle „Unlucky Bastard“ genannt. Bernard Shaw hat im Film eine kurze Gastrolle und spielt sich selbst in seiner Funktion als CNN-Nachrichtenmoderator. Joe Johnston bewarb sich für den Film als Regisseur, war jedoch mit der Fertigstellung von Jumanji im Verzug. Er führte später bei Jurassic Park III Regie. Der Automobilhersteller Daimler-Benz nutzte den Film zur Produktplatzierung seiner neuen Mercedes M-Klasse, von der im Film zwei Modelle des Typs W 163 ähnlich effektvoll demoliert werden wie die ferngesteuerten Ford Explorer im ersten Teil. Die Modellfirma Revell/Monogram brachte einen Modellbausatz im Maßstab 1:25 zum Filmstart auf den Markt. Ursprünglich sollten mit dem Schiff auch Raptoren transportiert werden und nach ihrem Ausbruch für den Tod der Besatzung verantwortlich sein. Da diese Szene nie gedreht wurde, erscheint die vorgefundene Situation mit dem eingesperrten T-Rex und der zerfleischten Besatzung unverständlich und widersprüchlich. Steven Spielberg sagte später selbst, dass die Crew der „SS Venture“ bereits vor dem Verlassen der Insel von den Velociraptoren getötet wurde, die das Schiff noch rechtzeitig verließen, bevor es der vorab eingeschaltete Autopilot nach San Diego steuerte. Robert Bakker diente als Inspiration für Dr. Robert Burke. Im Film bezeichnet Robert Burke fälschlicherweise einen Dinosaurier als Procompsognathus triassicus. Der Procompsognathus triassicus erhielt seinen Namen von Eberhard Fraas im Jahr 1913, der davon ausging, dass es sich bei diesem Saurier um einen Vorfahren des Compsognathus handelt. Die „Compys“ werden in Jurassic Park als soziale, in Gruppen jagende Tiere dargestellt – tatsächlich gibt es keinerlei Hinweise auf eine derartige Lebensweise. Gegenüber geschätzten Produktionskosten von 73 Mio. US-Dollar spielte der Film weltweit rund 619 Mio. US-Dollar ein. Er erhielt 1997 den Bogey in Platin für über 5 Millionen Kinobesucher in 50 Tagen sowie die Goldene Leinwand für über 3 Millionen Kinobesucher.

Synchronisation Die deutsche Synchronisation entstand nach einem Dialogbuch und unter der Dialogregie von Michael Nowka im Auftrag der Berliner Synchron Wenzel Lüdecke.

Rolle Darsteller Deutscher Sprecher Dr. Ian Malcolm Jeff Goldblum Arne Elsholtz Dr. Sarah Harding Julianne Moore Daniela Hoffmann Roland Tembo Pete Postlethwaite Roland Hemmo Peter Ludlow Arliss Howard Till Hagen John Hammond Richard Attenborough Friedrich W. Bauschulte Nick Van Owen Vince Vaughn Thomas Petruo Kelly CurtisVanessa Lee ChesterKathrin Neusser Eddie Carr Richard Schiff Eberhard Prüter Dieter Stark Peter Stormare Klaus Lochthove Dr. Robert Burke Thomas F. Duffy Jan Spitzer Ajay Sidhu Harvey Jason Michael Pan Tim Joseph Mazzello Robert Stadlober Lex Ariana Richards Sonja Spuhl

Rezeption

Kritiken

Nominierungen 1998 Goldene Himbeere als Schlechteste Neuverfilmung oder Fortsetzung Goldene Himbeere für das Schlechteste Drehbuch Goldene Himbeere für die rücksichtsloseste Missachtung von Menschenleben und öffentlichem Eigentum Oscar für die besten visuellen Effekte Grammy Award für die beste Filmmusik Saturn Award u. a. für den besten Fantasy-Film, beste Regie und beste Spezialeffekte

Siehe auch Dinosaurier im Film Liste von Dinosaurierfilmen

Literatur Rob DeSalle, David Lindley: The Science of Jurassic Park and The Lost World. Or How to Build a Dinosaur. HarperCollins Publishers, New York 1997, ISBN 0-465-07379-4.

Weblinks

Vergessene Welt: Jurassic Park – Besprechung der Musik

Einzelnachweise

Kategorie:Filmtitel 1997 Kategorie:US-amerikanischer Film Kategorie:Science-Fiction-Film Kategorie:Tierhorrorfilm Kategorie:Abenteuerfilm Kategorie:Actionfilm Kategorie:Thriller Kategorie:Michael-Crichton-Verfilmung Kategorie:Jurassic Park Kategorie:Dinosaurier im Film Kategorie:Steven Spielberg