Erwin Issler (* 24. Januar 1928 in Tulcea; † 24. September 2017 in Lohr am Main) war ein deutscher Architekt und dobrudschadeutscher Vertriebenenfunktionär.
Leben Erwin Issler wurde am 24. Januar 1928 in der Stadt Tulcea am Donaudelta in der Provinz Dobrudscha in Rumänien, geboren. Er war das erste Kind der Eheleute Luise und Johannes Issler, die in Tulcea ein Lebensmittelgeschäft führten. Die Eltern waren Nachkommen deutscher Auswanderer aus Württemberg.
Nach der Besetzung der Dobrudscha durch Bulgarien entschied sich die Familie für eine Umsiedlung und wurde gemäß der nationalsozialistischen Siedlungspolitik unter dem Motto Heim ins Reich 1940 im Warthegau in Polen angesiedelt. Dort besuchte Erwin Issler die deutsche Oberschule in Łódź. Beim Heranrücken der Roten Armee 1945 flüchtete die Familie nach Westen bis nach Lohr am Main.
Erwin Issler erlernte hier zunächst den Beruf des Zimmermanns, bevor er 1946 ein Architekturstudium in Darmstadt begann. Er beendete im Frühjahr 1949 das Studium erfolgreich. Ab 1950 wirkte der 22-Jährige bis 1990 als freischaffender Architekt in Lohr.
Soziales Engagement Erwin Issler war Gründungsmitglied und Ehrenmitglied der Lebenshilfe Main Spessart e.V.„Lebenshilfe von Schulsanierung überfordert“, Lohrer Echo, 20. November 2013 Zwei Dutzend Jahre stellte er in der Wahlheimat Lohr seine Erfahrungen dem evangelischen Kirchenvorstand zur Verfügung und wirkte auch als Vertrauensmann.„Das Gesicht der Stadt Lohr nach dem Krieg mitgeprägt“, Lohrer Echo, 27. September 2017
Wirken in der Landsmannschaft der Dobrudschadeutschen Auf Grund seiner Herkunft war Erwin Issler mit den Dobrudschadeutschen verbunden. Von 1990 bis 2001 war er Bundesvorsitzender der Landsmannschaft der Dobrudscha- und Bulgariendeutschen, die ihren Sitz damals in Heilbronn hatte. Issler war auch für die Herausgabe des vierteljährlich erscheinenden „Dobrudschaboten“ verantwortlich in dem auch viele Beiträge von ihm erschienen. Für seine Verdienste um die Landsmannschaft wurde er 1999 durch die Verleihung des Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet.
Aus Gesundheitsgründen gab Erwin Issler im Jahre 2002 sein Amt an Gertrud Knopp-Rüb ab, blieb dann Ehrenbundesvorsitzender der Dobrudschadeutschen Landsmannschaft. Sein Nachlass befindet sich beim Bessarabiendeutschen Verein in Stuttgart.
Publikationen (Auswahl) Die Isslers - eine Familiengeschichte, Erwin und Hans Issler, Eigenverlag der Herausgeber, 2015
Weblinks Dobrudscha.eu
Einzelnachweise
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