Georg Adam Brixner (* 7. Juni 1897 in Brühl (Baden); † 4. Februar 1965 in Karlsruhe) war ein deutscher Journalist, tätig in Karlsruhe. Er war stellvertretender Chefredakteur der badischen NS-Zeitung Der Führer.
Leben Georg Brixner wurde am 7. Juni 1897 in Brühl (Baden) geboren. Sein Vater war der DVP-Landtagsabgeordnete Heinrich Brixner. Seine Mutter hieß Barbara Brixner (geborene Baust).
Brixner hatte mit seiner Ehefrau Susanna (geborene Wegele) zwei Kinder. Einen Sohn namens Lothar Heinrich (* 30. Dezember 1928) und ein Kind mit unbekanntem Namen und Geschlecht (* 1924/1925). Er lebte von 1924 bis zu seinem Tod – mit der Ausnahme eines kurzen Aufenthalts in Brühl unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg – mit seiner Familie in Karlsruhe.
Georg Brixner hatte wenige Jahre vor seinem Tod mit einer schweren Krankheit zu kämpfen. Am 4. Februar 1965 starb er an den Folgen. Beerdigt wurde er in seinem Geburtsort Brühl (Baden).
Werdegang im Deutschen Kaiserreich und der Weimarer Republik Brixner machte sein Abitur am großherzoglichen Realgymnasium in Mannheim. Von Juni 1915 bis Dezember 1918 diente er im Regiment 14 der Fußartillerie an der Westfront des Ersten Weltkriegs. Danach studierte er Nationalökonomie in Heidelberg. 1921 promovierte er zum Dr. phil., seine Dissertation hatte den Titel: Die landwirtschaftlichen Verbände in Baden, ihre Stellung zueinander und zu den politischen Parteien.
1922 wurde Brixner Volontär beim Oberrheinischen Nachrichtenbüro in Mannheim. Ab März 1924 war er als Redakteur zunächst für den Landesteil, dann für „deutsche Politik und Wirtschaftspolitik“ und dann für „deutsche und auswärtige Politik“ der Badischen Presse zuständig. Als 1928 das rechtsliberale Karlsruher Tagblatt Teil des Verlags der Badischen Presse wurde, wurde Brixner dort Chefredakteur. In dieser Zeit stand er wegen des Verrats militärischer Geheimnisse vor Gericht, da seine Zeitung in zwei Artikeln über ein aktives Spionageverfahren im Kieler Hafen berichtete. Die vom Gericht geforderte Geldstrafe über 100 Reichsmark wurde ihm erlassen. Als das Karlsruher Tagblatt 1933 nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten verkauft wurde, wechselte er nicht in die neue Redaktion und wurde arbeitslos. Nach eigenen Angaben fiel es ihm danach schwer eine neue Stelle zu finden, was er auf seine Nicht-Mitgliedschaft in der NSDAP zurückführt.
Vor der Reichspräsidentenwahl 1932 trat er als Teil eines sogenannten Hindenburgausschuss in Karlsruhe in Erscheinung. Nach eigenen Angaben habe er sich ansonsten nicht mehr politisch beteiligt. Auch Werbeversuche seines Vaters, der DVP-Landtagsabgeordneter war, habe er stets abgelehnt.
Journalistische Tätigkeit in NS-Deutschland 1934 wurde Brixner Chef vom Dienst und stellvertretender Chefredakteur bei der badischen NS-Zeitung Der Führer. Er selbst gab später an, während des Krieges im vier- bis sechswöchigen Abstand politische Leitartikel geschrieben zu haben. Bezüglich seiner Anstellung sagte Brixner, er sei angestellt worden, weil Verlagsdirektor Emil Munz „Nationalsozialisten genug“ habe und er einen „Mann brauche, der etwas von den technischen Dingen des Zeitungsmachens“ verstehe.
Brixner beantragte am 7. Juni 1937 die Aufnahme in die NSDAP und wurde rückwirkend zum 1. Mai desselben Jahres aufgenommen (Mitgliedsnummer 4.264.666).Bundesarchiv R 9361-VIII KARTEI/4040971 Brixner selbst behauptete wahrheitswidrig, er habe keinen Antrag auf Mitgliedschaft gestellt. Von 1943 bis 1945 diente er vertretungsweise als Blockleiter, von 1943 bis 1944 war er zudem vertretungsweise Pressereferent der Standarte 109 der SA, gab jedoch an, nie Mitglied der SA gewesen zu sein. Im Reichsverband der deutschen Presse, dem er 1922 beitrat, wurde er 1941 für zwei Jahre stellvertretender Landesverbandsleiter.
Ab 1939 war er Hauptmann der Reserve.
Leben in der Nachkriegszeit 1945 wurde Brixner nach eigenen Angaben von der französischen Polizei verhört und nach mehreren Monaten der Internierung freigelassen. Danach kehrte er in seine Heimat Brühl zurück, um dort auf dem landwirtschaftlichen Betrieb seiner Mutter und dem handwerklichen Betrieb seines Bruders zu arbeiten. Noch im selben Jahr kehrte er nach Karlsruhe zurück, wo seine Familie nach wie vor lebte.
1948 nahm er eine Stelle als wissenschaftlicher Hilfsarbeiter beim evangelischen Pressedienst in Karlsruhe an. Dort wirkte er an der Gestaltung des nordbadischen Sonntagsblattes Kirche und Gemeinde mit. 1964 musste er seine Stelle krankheitsbedingt aufgeben.
Entnazifizierungsverfahren Als stellvertretender Chefredakteur in einem wichtigen NS-Blatt stand Brixner im Fokus der Behörden. Zu seiner Verteidigung gab er an, er sei kein „rabiater Nationalsozialist“ gewesen und durch den Nationalsozialismus finanziell geschädigt worden.
In dem Spruchkammerverfahren zur Entnazifizierung gegen Brixner hieß es, seine Artikel seien „allgemein gehalten“ worden, seine Schreibweise sei den „Verhältnissen“ angepasst gewesen. Zeugen wie Brixners ehemaliger Kollege Willy Strecker bescheinigten ihm, er habe politische Aussagen vermieden und keine Versuche unternommen, für einen Eintritt in die NSDAP zu werben. Solche Zeugnisse müssen jedoch differenziert betrachtet werden, sogenannte Persilscheine wurden in Entnazifizierungsverfahren zur gegenseitigen Entlastung verwendet.
In der Anklageschrift steht, Brixners Artikel atmeten den „Geist eines überzeugten Nationalsozialisten und eines Hassers der Angehörigen jüdischen Glaubens“. Der öffentliche Kläger beantragte, Brixner in die Gruppe der Belasteten einzustufen, zudem sollte er eine einjährige Strafe im Arbeitslager absitzen und es sollten 30 Prozent seines Vermögens einbezogen werden. Der Rechtsbeistand plädierte dafür, „von Sühnemaßnahmen abzusehen“.
Die Spruchkammer Karlsruhe stufte Brixner 1949 als Belasteten ein. Er wurde zu acht Jahren Berufsverbot und sechs Monaten Sonderarbeit verurteilt. Zudem wurden 20 Prozent seines Vermögens eingezogen. 1950 wurde das Verfahren nach dem Gesetz zum Abschluss der politischen Befreiung eingestellt.
Schriften Die landwirtschaftlichen Verbände in Baden, ihre Stellung zueinander und zu den politischen Parteien, Diss., Heidelberg 1921.
Weblinks Der Führer in den Digitalen Sammlungen der Badischen Landesbibliothek
Einzelnachweise
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