mini|hochkant|Wappen derer von Printzen im Wappenbuch des Westfälischen Adels Printzen (auch Printz, Prinz o. ä.) ist der Name eines westfälisch-preußischen Briefadelsgeschlechts.

Die Familie ist zu unterscheiden von dem namensähnlichen, aber wappenverschiedenen schlesischen Briefadelsgeschlecht Prinz (auch Prinz von Buchau), auch wenn Teile der einschlägigen Literatur die Familien fälschlicherweise vermengen.Kneschke (1867), S 253 f. Tatsächlich vermengt Kneschke nicht nur die beiden Familien, sondern verwechselt zusätzlich einen Johann von Printz mit Johan Björnsson Printz (1643–1653), 1643–1653 Gouverneur von Neuschweden in Amerika (Kneschke (1867), S 253).Spießen (1901–1903), S. 100. Spießen ordnet fälschlicherweise ein Adelsdiplom vom 18. Dezember 1577 dem Ludwig von Printzen zu. Tatsächlich hat dieses jedoch Daniel Princz (* 14. September 1546 zu Löwenberg im Fürstentum Jauer in Schlesien), Herr auf Falkenau und Kroschen, kaiserlicher Hofdiener, empfangen (Rudolf Johann von Meraviglia-Crivelli: J. Siebmacher’s großes und allgemeines Wappenbuch, Bd. 4 (Habsburgermonarchie), 9. Abt.: Der Böhmische Adel, Nürnberg 1886, S. 86 (uni-goettingen.de).). Das Missverständnis rührt u. a. auch daher, dass ein Teil der hier behandelten Familie von Anfang bis Mitte des 19. Jahrhunderts unbeanstandet das Prädikat „von Buchau“ und den Freiherrentitel der anderen Familie führte, was durch Preußen aber spätestens ab Ende des 19., Anfang des 20. Jahrhunderts nicht mehr gestattet wurde.Mülverstedt (1906), S. 17. Auch mit den westfälischen Pryns besteht keine Stammesverwandtschaft.

Geschichte Am 20. September 1554 erhielt der Stammvater des Geschlechts, Ludwig Printz, von Kaiser Karl V. den rittermäßigen Adelsstand für das Reich und die österreichischen Erblande verliehen. Über 100 Jahre später, am 7. Mai 1661, erhielt Ludwigs Urenkel Johann Friedrich von Printzen (1631–1691), damals noch kaiserlicher Hauptmann der Infanterie, von Kaiser Leopold I. eine Bestätigung des 1554 verliehenen Adels.GGT (1875), S. 572.

1639 besaß die Familie Haus Schollbruch bei Lengerich in der Grafschaft Tecklenburg. Später hatte sie auch Besitz in der Provinz Sachsen, in der Altmark und in der Provinz Brandenburg. In der Provinz Sachsen war sie in Karow (Jerichow) (urkundlich 1725–1811) sowie Ferchels, Gollwitz, Grütz, Nielebock, Parey (Havelaue), Schollene und Seedorf (Jerichow) (alle 1725–1773) ansässig. In der Altmark war die Familie in Nahrstedt (1739–1746) begütert und in der Provinz Brandenburg in Rüdersdorf bei Berlin (1725), Cadorf und Wesslin. In Ostpreußen kamen noch Hermenhagen, Kraftshagen, Lengen, Moterau/Heinrichshoff und Schwaraunen hinzu und in Pommern Jezow im Kreis Lauenburg i. Pom.Ledebur (1856), S. 226

Hjob Wilhelm von Printzen (* ca. 1677; † 25. März 1740) begründete eine noch heute (2025) existierende Linie in Dänemark.

Wappen Blasonierung: In Silber eine natürliche Eule auf einem schwarzen (oder grünen) Stück Baumstamm sitzend. Auf dem gekrönten Helm mit schwarz-silbernen Helmdecken eine rote und eine silberne Straußenfeder.

Vor den Straußenfedern wird teilweise noch ein querlaufender silberner Windhund dargestellt.Hefner/Grenser/Mülverstedt (1878), S. 307.

Persönlichkeiten Friedrich Wilhelm von Printzen (1719–1773), preußischer geheimer Kriegsrat Johann Friedrich von Printzen (1631–1691), kurbrandenburgischer Generalmajor, Chef eines Reiter-Regiments sowie Amtshauptmann von Spandau und Erbherr auf Jerichow und Altenplathow Marquard Ludwig von Printzen (1675–1725), preußischer Diplomat, Oberhofmarschall

Stammfolge Die überlieferte Stammfolge beginnt mit Ludwig von Printzen:GGT (1875), S. 571 ff.

Literatur Otto Titan von Hefner: J. Siebmacher’s großes und allgemeines Wappenbuch: Bd. 3 (Blühender Adel deutscher Landschaften unter preußischer Vorherrschaft), 1. Abt.: Der Adel des Königreichs Preußen: Grafen und Freiherren, Nürnberg 1857, S. 58 (digitale-sammlungen.de) und Tfl. 74 (digitale-sammlungen.de). Bd. 7 (Ergänzungen), 1. Abt.: Ergänzungsband, enthaltend die Nachträge und Ergänzungen zu den Staatswappen von Russland und Baden, ferner zu dem Adel von Bayern, (Grafen und Freiherren), Sachsen, Schwarzenburg, Waldeck, Württemberg, Mecklenburg und Tyrol, Nürnberg 1860, S. 32 f (digitale-sammlungen.de) und Tfl. 15 (digitale-sammlungen.de). Otto Titan von Hefner, Alfred Grenser, George Adalbert von Mülverstedt: J. Siebmacher’s großes und allgemeines Wappenbuch, Bd. 3 (Blühender Adel deutscher Landschaften unter preußischer Vorherrschaft), 2. Abt., Bd. 1, T. 2: Der blühende Adel des Königreichs Preußen: Edelleute M–Z, Nürnberg 1878, S. 307 (uni-goettingen.de) und Tfl. 361 (uni-goettingen.de). Ernst Heinrich Kneschke: Neues allgemeines Deutsches Adels-Lexicon, Band 7: Ossa–Ryssel, Leipzig 1867, S. 253 f. (Google Bücher). Leopold von Ledebur: Adelslexicon der Preußischen Monarchie. Band 2: L–S, Berlin 1856, S. 226 (digitale-sammlungen.de). George Adalbert von Mülverstedt: J. Siebmacher’s großes und allgemeines Wappenbuch, Bd. 3 (Blühender Adel deutscher Landschaften unter preußischer Vorherrschaft), 1. Abt., Bd. 2: Der Preußische Adel: Freiherren und Grafen. Nachträge und Verbesserungen, Nürnberg 1906, S. 17 (uni-goettingen.de) und Tfl. 13 (uni-goettingen.de). Max von Spießen: Wappenbuch des Westfälischen Adels, mit Wappengrafiken von Adolf Matthias Hildebrandt, Band 1, Görlitz 1901–1903, S. 100 (hier fälschlicherweise mit den schlesischen Prinz von Buchau vermengt) (hhu.de); Band 2, Görlitz 1903, Tfl. 247 (hhu.de). Gothaisches genealogisches Taschenbuch der freiherrlichen Häuser, Jg. 1875, S. 571 ff. (digitale-sammlungen.de).

Einzelnachweise

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