mini|hochkant|Wappen derer von der Porten im Wappenbuch des Westfälischen Adels Von der Porten (auch Portzen, Portz, Pforte o. ä.; lat. de porta) ist der Name eines erloschenen rheinländischen Adelsgeschlechts.

Geschichte Das Geschlecht zählte zum niederrheinischen, genauer jülichschen Uradel.Hefner (1871), S. 17. Nach Ernst Heinrich Kneschke hat das bergische Amt Porz seinen Namen von der Familie.Kneschke (1867), S. 220.

Die Familie erscheint erstmals 1248 mit einem Theoderich de Porta.Fahne (1848), S. 335. Am 23. September 1288 schworen die Brüder Hermann und Seger von der Porten, Söhne des Ritters Diedrich de Poirzen, der Stadt Köln Urfehde bezüglich ihrer Gefangenschaft in der Schlacht bei Worringen. Sie besiegelten den Urfehdebrief mit dem Siegel ihres Vaters.Schleicher (1997), S. 179. Die sichere Stammfolge (siehe unten) beginnt mit Herman von der Portzen, der gegen Ende des 14. Jahrhunderts mit dem Krülsgut bei Krefeld belehnt wurde.

mini|hochkant|Haus Neersdonk, 2011 Anfang des 16. Jahrhunderts kam Haus Neersdonk nordwestlich des Tönisvorster Stadtteils Vorst durch Heirat an die Familie. Das Haus blieb bis Ende des 17. Jahrhunderts in Familienbesitz. 1690 verkaufte Arnold von der Porten das Haus an Rembert Bernhard von Aschenbroich. 1660 saßen Mitglieder der Familie zudem zu Breitmar im ehemaligen Kreis Bergheim (Erft) sowie 1680 zu Elvenich bei Zülpich und zu Schönrad bei Hemmersbach. Johann Daniel von Portz, kurbrandenburgischer General-Auditeur, wurde am 8. Oktober 1676 mit den in Vorpommern gelegenen Gütern Nossendorf und Britzwalde belehnt.Ledebur (1856), S. 219.

Eine Linie der Familie basaß im 16. und Anfang des 17. Jahrhunderts Haus Portendieck in Essen-Schonnebeck.Anton Fahne: Geschichte der Westphälischen Geschlechter unter besonderer Berücksichtigung ihrer Uebersiedelung nach Preußen, Curland und Liefland, mit fast 1200 Wappen und mehr als 1300 Familien, Heberle, Köln 1858, S. 321 (Google Bücher).

Nach Max von Spießen war die Familie Anfang des 20. Jahrhunderts erloschen.Spießen (1901–1903), S. 99. Ernst Heinrich Kneschke berichtet, dass die Familie zu Ende des 17. oder Anfang des 18. Jahrhunderts mit Conrad Wilhelm von der Portzen erloschen sei. Laut Otto Titan von Hefner ist es jedoch nicht unwahrscheinlich, dass die noch 1869 in Hamburg zu findenden Personen diesen Namens zur Familie zählten.

Herkunft und Linienbildung Die Familie von der Porten/Portzen tritt im 14. und 15. Jahrhundert im Raum der Grafschaft Moers auf.Mitteilungen der Westdeutschen Gesellschaft für Familienkunde e.V., Band XXIII, Heft 2, Juni 1967.

Auf Grundlage der überlieferten Lehnsregister und Urkunden lassen sich mindestens zwei Hauptlinien unterscheiden, die vermutlich aus demselben regionalen Kontext im Raum Moers hervorgegangen sind. Eine direkte genealogische Verbindung zwischen diesen Linien ist bislang jedoch nicht eindeutig nachgewiesen.

Die ältere, adlige Linie um Hermann von der Portzen ist mit dem Krüllsgut bei Krefeld verbunden und steht in Lehnsbeziehungen zur Grafschaft Moers sowie zu kurkölnischen Institutionen.

Eine zweite Linie, ausgehend von Johann ter Porten, ist ebenfalls im niederrheinischen Adel verankert und führte zu mehreren bedeutenden Seitenlinien, darunter:

von der Portzen up dem Dycke von der Portzen zu Neersdonk von der Portzen zu Breitmar von der Portzen auf Steinfunder

Darüber hinaus entwickelten sich aus dieser Linie auch zwei klevisch-niederländische Zweige, die unter der Namensform „van der Poorten“ auftreten.

Eine direkte Abstammung Johann ter Portens aus der Linie des Hermann von der Portzen ist bislang nicht nachweisbar.

Stammfolge Schleicher bringt folgende Stammfolge:Schleicher (1997), S. 180 ff.

Wappen Blasonierung: In Rot ein schrägrechter goldener Balken. Auf dem rot-golden bewulsteten Helm mit rot-silbernen Helmdecken ein Flug, der rechte Flügel golden, der linke rot.

Literatur Anton Fahne: Geschichte der kölnischen, jülichschen und bergischen Geschlechter in Stammtafeln, Wappen, Siegeln und Urkunden. Band 1, Heberle, Köln 1848, S. 335 f. (hhu.de). Otto Titan von Hefner: J. Siebmacher’s großes und allgemeines Wappenbuch, Bd. 3 (Blühender Adel deutscher Landschaften unter preußischer Vorherrschaft), 3. Abt.: Der Adel der freien Städte Hamburg, Bremen und Lübeck, Nürnberg 1871, S. 17 (digitale-sammlungen.de). Ernst Heinrich Kneschke: Neues allgemeines Deutsches Adels-Lexicon, Band 7: Ossa–Ryssel, Leipzig 1867, S. 220 (Google Bücher). Leopold von Ledebur: Adelslexicon der Preußischen Monarchie. Band 2: L–S, Berlin 1856, S. 219 (digitale-sammlungen.de). Herbert M. Schleicher: Die genealogisch-heraldische Sammlung des Kanonikus Joh. Gabriel von der Ketten in Köln, Band I (A–D) (= Veröffentlichungen der Westdeutschen Gesellschaft für Familienkunde e. V., Neue Folge Nr. 22), Köln 1993, S. 338 f. Herbert M. Schleicher: Ernst von Oidtman und seine genealogisch-heraldische Sammlung in der Universitäts-Bibliothek zu Köln, Band 12 (Mappe 916–994, Pampus (Hoven gt. P.)–De Reux) (= Veröffentlichungen der Westdeutschen Gesellschaft für Familienkunde e. V., Nr. 84), Köln 1997, S. 179–185. Max von Spießen: Wappenbuch des Westfälischen Adels, mit Wappengrafiken von Adolf Matthias Hildebrandt, Band 1, Görlitz 1901–1903, S. 100 (hhu.de); Band 2, Görlitz 1903, Tfl. 247 (hhu.de).

Einzelnachweise

Kategorie:Rheinländisches Adelsgeschlecht