Arnold Neuweiler, auch bekannt unter dem Künstlernamen Julien Dinou (geboren am 16. August 1895 in Kairo, Ägypten; gestorben am 24. Januar 1983 in Bern), war ein Schweizer Maler, Schauspieler, Regisseur, Bühnenleiter, Schriftsteller und Unternehmer.
Leben und Werk Julien Dinou wurde 1895 in Kairo als Sohn von Schweizer Eltern geboren. Von 1910 bis 1915 studierte er Chemie an der Universität Bern. Noch bevor er seine wissenschaftliche Ausbildung abschloss, wandte er sich der Kunst zu und besuchte von 1915 bis 1917 die Schauspielschule des Deutschen Theaters zu Berlin.Goldenes Buch der Schauspielschule des Deutschen Theaters, 1905 bis 1965, HfS-Archiv D9. https://berlin.museum-digital.de/object/223329
Danach begann er als Dramaturg am Stadttheater Bremen zu arbeiten. In dieser Zeit schrieb er Bücher über Theorie und Praxis des Theaters, so zum Beispiel Massenregie (1919), welches er Berthold Held, seinem Lehrer an der Schauspielschule, widmete. Darin entwickelte er eine Theorie der Chöre und Massenszenen im Theater, die in folgende ästhetische Dimensionen unterteilt ist: Ausdruck, Sprache, Menschlichkeit und Interaktion.Arnold Neuweiler: Massenregie: Eine Studie über die Schauspielchöre, ihre Wirkung und ihre Behandlung. Berlin-Friedenau 1919.
1933 kehrte Dinou zurück in die Schweiz und baute das Unternehmen seines Vaters, der im europäischen Eisenbahnbau tätig war, erfolgreich aus. In den folgenden Jahren interessierte er sich für Malerei und Kunstgeschichte. Er begann Gemälde aus Genf zu sammeln und veröffentlichte 1945 ein Buch über die Genfer Kunstgeschichte unter dem Titel La peinture à Genève de 1700 à 1900. Zu dieser Zeit begann er eigene Werke zu malen und gab sich erstmals das Pseudonym Julien Dinou. In seiner frühen Schaffensphase malte Dinou vornehmlich figurative und landschaftliche Motive in expressionistischem, kubistischem oder manchmal auch «primitiv» anmutendem Stil. Seine erste Ausstellung fand 1951 in Bern statt. In seiner Hauptschaffensphase malte Dinou Landschaftsbilder, die sich in impressionistische Partikel aus Primärfarben auflösen.
Um seiner künstlerischen Tätigkeit nachgehen zu können, verkaufte er sein Eisenbahnunternehmen an die Von Roll AG und zog 1958 nach Paris. Dinou war ein abstrakter Impressionist und befreundet mit den Malern Otto Nebel und Paul Klee, als dessen Schüler er galt. 1974 lud Nebel ihn ein, Mitglied der Otto Nebel-Stiftung zu werden, die heute seinen Nachlass verwaltet.
Dinou starb 1983 in Bern. Er ist im Bénézit-Künstlerlexikon aufgeführt.
Bücher (Auswahl) 1919: Massenregie: Eine Studie über die Schauspielchöre, ihre Wirkung und ihre Behandlung. 1921: Die Regie des Einzeldarstellers: Eine Studie über praktische Inszenierungsprobleme. 1922: Almanach der Bergischen Bühnen-Blätter, Redaktion: Arnold Neuweiler. 1945: La peinture à Genève de 1700 à 1900.
Kunstwerke (Auswahl) 1945: La Maison du Pêcheur (Fischerhaus), Öl auf Leinwand 1948: Le voyage de noce (Flitterwochen), Öl auf Leinwand 1949: Vitesse (Geschwindigkeit), Öl auf Leinwand ~1950 (undatiert): Frauenkloster in Frankreich, private Schweizer Sammlung 1950: Elle nous quitte (Sie verlässt uns), Öl auf Leinwand 1951: Jean parle dans les Désert (Jean spricht in der Wüste), Öl auf Leinwand, private Schweizer Sammlung 1955: Les Adieux, Öl auf Leinwand 1958: Clairière en Seine et Oise, Öl auf Platte 1960: Au Dessus de L’Italie, Öl auf Leinwand 1960: Chantier à Londres (Bauwesen in London), Öl auf Leinwand ~1961 (undatiert): Kirchenfenster, England, Öl auf Leinwand, private Schweizer Sammlung 1962: Matin en Seine & Oise, Paris, Öl auf Leinwand, private Schweizer Sammlung 1972: Walter †, Öl auf Leinwand 1976: Les Deux Villages (Die beiden Dörfer), Öl auf Leinwand, private Schweizer Sammlung
Ausstellungen (Auswahl) 1953, 1954, 1955: Salon des Réalités Nouvelles (Gruppenausstellungen), Paris 1956, 1958, 1961: Einzelausstellungen, Galerie Simone Heller, Paris 1957: Einzelausstellung, Museum Ostwall, Dortmund 1958, 1959: Berner Maler (Gruppenausstellungen), Atelier-Galerie / Atelier-Theater, Bern 1960: La grandeur dans le petit format (Gruppenausstellung), Galerie Simone Heller, Paris 1973: Einzelausstellung, Galerie du Manoir, La Chaux-de-Fonds 1996: Formen der Abstraktion (Retrospektive), Schloss Holligen, Bern
Weblinks Werkverzeichnis auf der Website von Julien Dinou
Einzelnachweise
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