Der Consejo Militar Supremo de Guinea Ecuatorial, ursprünglich Consejo Militar Revolucionario (dt.: „Oberste Militärrat von Äquatorialguinea“, „Revolutionärer Militärrat“) war zwischen August 1979 (Aufhebung der Verfassung von 1973) und August 1982 (Verabschiedung der Verfassung von 1982 - Ley Fundamental de Guinea Ecuatorial de 1982) die De-facto-Regierung der Republik Äquatorialguinea (República de Guinea Ecuatorial).

Geschichte Putsch - El golpe de la libertad Am 3. August 1979 wurde Francisco Macías Nguema durch einen Staatsstreich gestürzt, der von einer Gruppe von Offizieren der Militärakademie von Saragossa angeführt wurde, darunter Eulogio Oyó Riqueza, der in Ungnade gefallene Vizepräsident der Republik Bonifacio Nguema Esono Nchama, Chef des in Guinea stationierten kubanischen Korps, der Leutnant und Chef der Nationalen Marine Florencio Mayé Elá, der Infanteriekapitän (capitán de Infantería) Salvador Elá Nseng, der Fähnrich der Volksmiliz (alférez de la milicia popular) Braulio Nsue Ona, der Fähnrich Félix Mba Ondo Nchama, der in Ungnade gefallene Militärchef von Río Muni, der Gouverneur der Volksbank (gobernador del Banco Popular de Guinea Ecuatorial) von Äquatorialguinea Damián Ondo Maye Avang, alle angeführt von Macías‘ Neffen, Generalleutnant Teodoro Obiang, der zu der Zeit Alcaide (Leiter) des Prisión Playa Negra in Bioko war. Vor dem Putsch war Obiang 1976 Generalsekretär des Ministeriums der Volksbewaffneten Streitkräfte und 1979 Vizeminister der Streitkräfte geworden.

Entwicklung Nach dem Sturz von Macías wurde der „Revolutionäre Militärrat“ unter dem Vorsitz von Obiang selbst aus dieser Gruppe heraus gegründet. Dem Militärrat gehörten unter anderem auch Florencio Mayé Elá als erster Vizepräsident und Kommissar des Außenministeriums, und Salvador Elá Nseng als zweiter Vizepräsident an. Die Inseln des Landes wurden in Bioko (früher „Insel Macías Nguema Biyogo“) und Annobón (früher „Insel Pagalú“) umbenannt. Das neue Regime musste feststellen, dass die Staatskasse leer war und die Bevölkerung aufgrund von Repressionen und Exil kaum noch ein Drittel der Bevölkerungszahl zum Zeitpunkt der Unabhängigkeit betrug.

Am 23. August wurde das erste Ministerkabinett des Militärrats gebildet, das aus elf Mitgliedern bestand:Mansueto Nsí Owono - Okomo: El Proceso Político de Guinea Ecuatorial. 2014. edit.um ISBN 978-84-695-9920-4 Obiang als Präsident, Florencio Mayé als Vizepräsident und beauftragter für Außenpolitik, Salvador Elá als Vizepräsident und Beauftragten für Finanzen und Handel, Félix Mba Nchama (Inneres), Pablo Obama Eyang (Gesundheit), Policarpo Monduy Mba (Justiz), Pedro Nsué Obama (Industrie und Rohstoffe), Paulino Obiang Enama (Landwirtschaft, Jagd und Forst), Tarsicio Mané Abeso (Kultur ud öffentliche Arbeiten), Pedro Edú (Transport und Stadtentwicklung) und Melchor Ndong (Arbeit). Die Minister wurden „Militärkommissare“ („Comisarios Militares“) genannt.

Am 25. August wurde die Partido Único Nacional de los Trabajadores (PUNT) aufgelöst und der „Revolutionäre Militärrat“ in „Oberster Militärrat“ umbenannt.Guinea Ecuatorial: de colonia a sultanato. Paula García Ascanio, 2010: S. 48. Im September, vor dem Prozess gegen den ehemaligen Diktator, wurde eine Verschwörung zur Befreiung von Macías aus dem Gefängnis aufgedeckt, und ein Kontingent von 90 bis 110 marokkanischen Sicherheitsexperten traf in Malabo ein, nachdem Feliciano Mba, der Generaldirektor für Sicherheit während des Macías-Regimes, Rabat besucht hatte. Macías wurde vor Gericht gestellt, zum Tode verurteilt und am 29. September 1979 hingerichtet.

Am 12. Oktober 1979 ernannte sich Teodoro Obiang zum Präsidenten des Landes. Am 31. Oktober desselben Jahres wurde zwischen Spanien und Äquatorialguinea zum ersten Mal seit 1971 ein Kooperationsabkommen und ein Aktionsprotokoll unterzeichnet. Am 5. Dezember 1979 folgten ein Abkommen über finanzielle Zusammenarbeit und zwei weitere Protokolle.

Im Februar 1980 wurde Salvador Ela Nseng als zweiter Vizepräsident des Militärrats abgesetzt und durch Eulogio Oyó ersetzt.

Spanien und Äquatorialguinea unterzeichneten schließlich im Oktober 1980 einen Vertrag über Freundschaft und Zusammenarbeit.

Neukonstituierung und Auflösung des Militärrats Im August 1982 wurde per Referendum eine neue Verfassung verabschiedet, die den Militärrat durch eine formelle Regierung und das Cámara de los Diputados ersetzte.

Einzelnachweise

Kategorie:Geschichte (Äquatorialguinea)