Andrea Ernst (geboren 1957 in Oberösterreich) ist eine österreichische Filmemacherin, Autorin, Dramaturgin und langjährige Fernsehredakteurin. Sie ist Gründungsmitglied der Organisation Frauen*solidarität und war Vorsitzende des Journalistinnenbunds in Deutschland. Sie ist Vorstandsmitglied der feministischen Filmorganisation FC Gloria – Frauen Vernetzung Film.

Leben und Karriere Andrea Ernst absolvierte ihre Matura in Wien und absolvierte im Anschluss eine vierjährige pädagogische Ausbildung zur Grundschullehrerin. Im Anschluss studierte sie Sozialwissenschaften und Politikwissenschaft an der Universität Wien. Bereits während ihres Studiums war sie als freie Autorin für den ORF tätig und veröffentlichte Sachbücher, u. a. im Kölner Verlag Kiepenheuer & Witsch. Sie führte Co-Regie in mehreren ORF-Fernsehprojekten und zog später von Wien nach Köln. Für den Westdeutschen Rundfunk (WDR) war sie zunächst als freie Autorin tätig, entwickelte eigene Formate und wurde 1997 Redakteurin. Von 2002 bis 2007 war sie stellvertretende WDR/ARTE-Beauftragte, danach leitete sie im Bereich Kultur und Wissenschaft eine Redaktion.

Für den WDR und die ARD verantwortete sie über zehn Jahre lang zahlreiche nationale und internationale Dokumentarfilme, darunter vielfach ausgezeichnete Kinoproduktionen. Sie war zudem von 2005 bis 2011 Mitglied des Auswahlgremiums des Filmfonds Wien, lehrte als Dozentin, wird regelmäßig als Expertin zu Diskussionsveranstaltungen eingeladen und ist Mitglied in Fachjurys.

Ab 2019 arbeitete sie freiberuflich als Dramaturgin, Filmemacherin und Publizistin. Ihre Themenschwerpunkte liegen in gesellschaftlich relevanten Fragen wie nachhaltige Ernährung, Umwelt, Frauenrechte und Gesundheit.

Andrea Ernst war von 2011 bis 2015 Vorsitzende des Journalistinnenbundes und engagiert sich für feministische und entwicklungspolitische Anliegen. Als Mitglied der Frauen*solidarität kuratiert sie Veranstaltungen und publiziert zu globalen Frauenbewegungen.

Rezeption Die von Andrea Ernst redaktionell verantworteten Dokumentarfilme wurden vielfach international für Preise nominiert oder ausgezeichnet. Ihre Filme wurden auf Festivals wie der Diagonale gezeigt und als Schulkinofilme eingesetzt.

Filmografie (Auswahl) 2003: Auf Leben und Tod – Sternstunden der Medizin. (ARTE/NDR, SWR, WDR) 2005: Heimat-Report – Ayse und andere Deutsche. (ARTE) 2016: Unter aller Augen. (Kinodokumentarfilm) 2016: Playing God. (Kinodokumentarfilm)

2019: Nachhaltig Bauen – Wie man Schutt in Rohstoffe verwandelt (ARTE/ZDF) 2019: Wenn die Rohstoffe knapp werden – Bauen mit Schutt (ORF/3sat) 2020: Anders essen – Das Experiment (Co-Regie mit Kurt Langbein) 2020: Die Ernährungsfalle – Wie die Zukunft des Essens gelingen kann (Co-Regie mit Kurt Langbein) 2020: Weiyena – Ein Heimatfilm (dramaturgische Beratung, Produktion) 2021: Gesunder Schlaf – Wie wir erholt aus der Nacht kommen (TV-Dokumentation, ARD alpha)

Publikationen (Auswahl) Gift, Grün – Chemie in der Landwirtschaft und die Folgen. dtv, München 1988, ISBN 978-3-423-10914-7. Mit Ingrid Füller: Schlucken und Schweigen. Wie Arzeneimittel Frauen zerstören können. Kiepenheuer & Witsch, Köln 1988, ISBN 978-3-462-01930-8. Mit Vera Herbst: Kursbuch Frauen. Ausbildung und Beruf, Liebe, Partnerschaft und Sexualität, Politik, Alltag und Familie, Seele und Körper. Kiepenheuer & Witsch, Köln 1997, ISBN 978-3-462-02624-5. Eric Pleskow – Ein Leben für den Film. Picus Verlag, Wien 2008, ISBN 978-3-85452-632-2. Global Female Future – Wie feministische Kämpfe Arbeit, Ökologie und Politik verändern. Kremayr & Scheriau, Wien 2022, ISBN 978-3-218-01361-1.

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Einzelnachweise

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