Otto Kummert (* 15. Mai 1936 in Groß Mützelburg) ist ein deutscher Gebrauchsgrafiker und war Hochschullehrer in der DDR.

Leben und Werk Die Familie Kummerts wurde in der Folge des Zweiten Weltkriegs aus Westpommern vertrieben und kam in die Sowjetische Besatzungszone. Dort machte Kummert 1951/52 eine Ausbildung bei einem Imker. Von 1952 bis 1954 besuchte er das Lehrerbildungsseminar in Güstrow. Danach arbeitete er in Teterow als Lehrer. Von 1957 bis 1963 studiert er bei Klaus Wittkugel, Arno Mohr und Werner Klemke an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee. Von 1963 bis 1966 war er Atelierleiter der DEWAG in Berlin. Danach arbeitete er bis 1974 in Berlin als freischaffender Gebrauchsgrafiker. Kummert schuf neben anderen gebrauchsgrafischen Arbeiten insbesondere eine große Zahl von politischen, Ausstellungs- und Werbeplakaten. Er gehörte zu den Grafikern, die in den 1960er Jahren die bis dahin dominierenden Plakatgestalter mit ihren illustrativen Filmplakaten im UFA-Stil ablösten, eine Neuorientierung des Plakatschaffens in der DDR herbeiführten und mit ihrer Plakatsprache die Kinolandschaft der DDR prägten. Mit Harry Pflaum, Rudolf Grüttner und Horst Wendt bildete Kummert ab 1967 das Gebrauchsgrafiker-Kollektiv Ring 67. Sie „suchten neue Wege, das Filmplakat attraktiver und künstlerisch relevanter zu gestalten.“Detlef Helmbold: Mehr Kunst als Werbung. Das DDR-Filmplakat 1945 –1990. Bertz + Fischer Verlag, Berlin, 2018, S. 140

Von 1974 bis 1982 war Kummert Künstlerischer Leiter des Progress-Filmverleihs und ab 1982 Künstlerischer Leiter des Verlags für Agitations- und Anschauungsmittel Berlin. Von 1976 bis 1984 hatte er Lehraufträge und Diplom-Mentorenschaften an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee. Ab 1985 war er dort Leiter des Fachgebiets Gebrauchsgrafik und ab 1986 Professor.

Kummert gehörte zu den bedeutendsten Plakatgestaltern der DDR, schuf aber u. a. auch Signets, gestaltete Kataloge und betätigt sich als freier Grafiker und Zeichner.

Er war bis 1990 Mitglied des Verbands Bildender Künstler der DDR und hatte in der Zeit DDR und danach im In- und Ausland eine große Zahl von Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen, u. a. von 1967 bis 1988 von der VI. Deutschen Kunstausstellung bis zur X. Kunstausstellung der DDR in Dresden.

Kummert zog nach der deutschen Wiedervereinigung nach Murchin-Relzow, wo er ein Grafik- und Design-Atelier betreibt. 1993 gehörte er zu den Gründern des DesignZentrums Mecklenburg-Vorpommern, eines gemeinnützigen Vereins „zur Förderung der Designertätigkeit sowie als Mittler zwischen Produktion und Kunst“.DesignZentrum Mecklenburg-Vorpommern e.V. - Verein für Produkt- und Umweltgestaltung Nordost, Wismar | Firmenauskunft Ab 1998 war er dessen Vorsitzender. 1994 gründete er mit seiner Ehefrau, der Kunstpädagogin Edith Kummert (* 1943) die Grafik-Design-Schule Anklam und 2000 deren Außenstelle in Schwerin. Er lehrte an der Schule Grafik-Design. Einer seiner Schüler war Tobias Kruse.

2001 rief Kummert die studentische Europäische Plakatbiennale der Kunst- und Designschulen ins Leben, die er auch leitete. 2010 gab er seine schulische Arbeit auf, um sich intensiv der eigenen künstlerischen Tätigkeit zu widmen.

Selbstreflexion

Rezeption

Gestalterische Werke seit der deutschen Wiedervereinigung 1998: Gestaltung der Ernst-Barlach-Ausstellungshalle Güstrow 2001: Gestaltung der Innenarchitektur des Museums Atelier Niemeyer-Holstein in Lüttenort (mit Lars Kummert)

Ehrungen und Preise (Auswahl) 1967, 1968 und 1977: Preise im Wettbewerb Die 100 besten Plakate des Jahres 1976: I. Preis im Wettbewerb zum IX. Parteitag der SED 1977: Verdienstmedaille der DDR 1978: Kunstpreis des FDGB 1979: I. Preis im Wettbewerb Plakate zum 30. Jahrestag der DDR 1980: Vaterländischer Verdienstorden in Bronze 1982: Silbermedaille der Internationalen Biennale der Gebrauchsgrafik Brno 1983: I. Preis im Internationalen Wettbewerb der Prager Konferenz für Frieden und Abrüstung 1986: Orden Banner der Arbeit Stufe II 1987: Kunstpreis der DDR

Literatur Hellmut Rademacher (Einführender Text): Gebrauchsgrafik in der DDR. Verlag der Kunst, Dresden, Herausgeber Verband Bildender Künstler der DDR, 1975, S. 337 und passim Hellmut Rademacher: Strenge gegen sich selbst. Der Gebrauchsgrafiker Otto Kummert. In: Bildende Kunst, Berlin 1981, S. 352–354 Günter Höhne: Das große Lexikon. DDR-Design. Komet-Verlag, 2008, S. 187; ISBN 978-3-898-36676-2 Dietmar Eisold (Hrsg.): Lexikon Künstler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin 2010, ISBN 978-3-355-01761-9, S. 502/503 Detlef Helmbold: Mehr Kunst als Werbung. Das DDR-Filmplakat 1945 –1990. Bertz + Fischer Verlag, Berlin, 2018; ISBN 3-86505-410-2, S. 644 und passim

Weblinks Otto Kummert Bildindex der Kunst & Architektur - Startseite Bildindex Kinoplakate von Otto Kummert - Filmposter-Archiv Ulrike Rosenstädt: „Ich bin immer in diesem Beruf – es geht immer noch weiter“ im Nordkurier vom 14. Mai 2026.

Einzelnachweise

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