Biengarten ist ein Gemeindeteil der Stadt Höchstadt an der Aisch im Landkreis Erlangen-Höchstadt (Mittelfranken, Bayern). Die Gemarkung Biengarten hat eine Fläche von 2,470 km². Sie ist in 353 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 6996,41 m² haben. In ihr liegt neben dem namensgebenden Ort der Gemeindeteil Mohrhof.
Geografie Das Dorf liegt am Herrnwiesengraben und ist von zahlreichen Weihern umgeben, die teilweise zu einem Naturschutzgebiet gehören. Größter Weiher der Biengartner Weiherplatte ist der Strichweiher mit 16 Hektar Wasserfläche. 0,5 km nördlich liegt der Bürgerwald. Dort erhebt sich der Weinberg und der Schwarzweiherbuckel (). Eine Gemeindeverbindungsstraße verläuft nach Boxbrunn zur Staatsstraße 2263 (1,2 km westlich) bzw. nach Poppenwind (1,5 km nordöstlich), eine weitere verläuft zum Mohrhof (1,3 km südöstlich).
Geschichte Der Ort wurde 1303 im Würzburger Lehenbuch erstmals urkundlich erwähnt. Der Ortsname weist auf Bienenzucht hin. Der erste bekannte Lehnsnehmer der „villa Pingarten“ war der Reichsministeriale Herdegen von Gründlach.F. Krug (Hrsg.): Der Landkreis Erlangen-Höchstadt, S. 136f. = G. Daßler (Hrsg.): Landkreis Höchstadt a. d. Aisch, S. 53 = Biengarten auf der Website hoechstadt.de Ernst von Crailsheim kaufte 1558 den Weiler Biengarten von Hans Philipp von Seckendorff zu Adlitz. Bis 1706 war Biengarten im Besitz derer von Crailsheim.Staatsarchiv Nürnberg, Archiv der Familienstiftung von Crailsheim, Herrschaft Neuhaus
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Biengarten aus 13 Anwesen (1 Hof, 2 Halbhöfe, 4 Sölden, 6 Häuser). Das Hochgericht übte das bambergische Centamt Höchstadt aus, was aber – 4 Häuser betreffend – vom brandenburg-bayreuthischen Kasten- und Jurisdiktionsamt Dachsbach strittig gemacht wurde. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft sowie die Grundherrschaft über alle Anwesen hatte das Rittergut Neuhaus.
1810 kam Biengarten an das Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde der Ort dem 1811 gebildeten Steuerdistrikt Kairlindach und der 1813 gebildeten Ruralgemeinde Kairlindach zugeordnet. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) wurde Biengarten in die neu gebildete Ruralgemeinde Boxbrunn umgemeindet.= Am 22. Juli 1822 entstand die Ruralgemeinde Biengarten. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Neustadt an der Aisch zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Neustadt an der Aisch. In der freiwilligen Gerichtsbarkeit unterstanden in Biengarten ein Anwesen dem Patrimonialgericht Neuenbürg (bis 1835) und 16 Anwesen dem Patrimonialgericht Neuhaus (bis 1848). Am 12. Juli 1827 wurde die Gemeinde Biengarten dem Landgericht Herzogenaurach und dem Rentamt Erlangen zugewiesen, am 1. Oktober 1847 schließlich dem Rentamt Herzogenaurach. Ab 1862 gehörte Biengarten zum Bezirksamt Höchstadt an der Aisch (1939 in Landkreis Höchstadt an der Aisch umbenannt) und weiterhin zum Rentamt Herzogenaurach (1919 in Finanzamt Herzogenaurach umbenannt, seit 1929: Finanzamt Erlangen). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Herzogenaurach (1879 in das Amtsgericht Herzogenaurach umgewandelt), seit 1959 ist das Amtsgericht Erlangen zuständig. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 2,289 km².
Am 1. Januar 1972 wurde Biengarten im Zuge der Gebietsreform in Bayern in die Stadt Höchstadt an der Aisch eingegliedert.
Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 1987 2006Einwohner 78 105 86 87 91 89 99 85 92 104 99 106 100 98 97 99 97 94 84 112 101 91 75 85 76 102HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, von 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 16 16 18 18 17 15 15 15 18 Quelle
Religion Biengarten ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und nach St. Kilian (Kairlindach) gepfarrt. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach St. Georg (Höchstadt an der Aisch) gepfarrt.
Wanderwege Durch den Ort verläuft der Fernwanderweg Rangau-Ostweg.
Wirtschaft In Biengarten wird Meerrettich angebaut und Karpfenzucht betrieben. Die Teichgenossenschaft Biengarten bewirtschaftet das gesamte Naturschutzgebiet.
Persönlichkeiten Von 1920 bis 1960 war Johann Grau Bürgermeister von Biengarten.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Ort im Landkreis Erlangen-Höchstadt Kategorie:Geographie (Höchstadt an der Aisch) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Erlangen-Höchstadt) Kategorie:Ersterwähnung 1303 Kategorie:Gemeindegründung 1822 Kategorie:Gemeindeauflösung 1971 Kategorie:Gemarkung im Landkreis Erlangen-Höchstadt