Der United-Arab-Airlines-Flug 869 (1963) war ein internationaler Linienflug der ägyptischen Fluggesellschaft United Arab Airlines von Tokio via Hongkong, Bangkok, Bombay und Bahrain nach Kairo, auf dem am 28. Juli 1963 eine De Havilland Comet 4 beim Anflug auf den Flughafen Bombay-Santacruz in den Indischen Ozean stürzte. Bei dem Unfall starben alle 55 Passagiere und 8 Besatzungsmitglieder, das Wrack der Maschine wurde nie gefunden.
Maschine Beim Unfallflugzeug handelte es sich um eine 1960 gebaute De Havilland DH.106 Comet 4C mit der Modellseriennummer 6441. Sie war am 29. Juni 1960 an die Fluggesellschaft ausgeliefert worden und wurde daraufhin mit dem Luftfahrzeugkennzeichen SU-ALD zugelassen und seitdem durchgehend von United Arab Airlines genutzt. Das vierstrahlige Langstreckenflugzeug war mit vier Strahltriebwerken des Typs Rolls-Royce Avon 525B ausgerüstet.
Passagiere und Besatzung Den Flug auf dem betroffenen Flugabschnitt hatten 55 Fluggäste angetreten. Es befand sich eine achtköpfige Besatzung an Bord der Maschine. Der 47-jährige Flugkapitän verfügte über 14.841 Stunden Flugerfahrung, wovon 1.473 Stunden auf die de Havilland Comet entfielen. Der 28-jährige Erste Offizier hatte 5.463 Stunden Flugerfahrung, hiervon entfielen 475 Stunden auf die de Havilland Comet.
Flugverlauf und Unfallhergang Um 1:46 Uhr nachts am 28. Juli 1963 (20:16 Uhr GMT am 27. Juli) meldete die Besatzung der Comet in Mumbai, sich über dem Drehfunkfeuer vom Flughafen Bombay-Santacruz in 7000 Fuß Höhe zu befinden und erbat die Freigabe zum Sinkflug auf 4000 Fuß Höhe. Die Besatzung bat um einen Instrumentenlandeanflug auf Landebahn 09 und gab an, das Back-Beam-Verfahren befolgen zu wollen. Die Flugsicherung teilte den Piloten mit, dass dieses Verfahren nicht verfügbar sei und sie einen Anflug über das Drehfunkfeuer durchführen sollten. Die Besatzung stimmte dem Verfahren zu und meldete, dass sie einen Kurs von 272 Grad und in 7.000 Fuß Höhe flogen. Der Lotse wies sie anschließend darauf hin, dass sie in einer Entfernung von mehr als sechs oder sieben Meilen westlich des Flughafens mit starken Turbulenzen rechnen müssten. Die Piloten baten aufgrund der Wetterbedingungen um ein linkswärtiges Anflugverfahren anstelle des üblicherweise verwendeten rechtsseitigen. Die Freigabe wurde erteilt und die Piloten flogen unter schweren Turbulenzen eine Linkskurve. Die Maschine stürzte dann um 1:50 Uhr morgens neun Seemeilen (17 Kilometer) von der Insel Madh entfernt ins Meer.
Ursache Die Untersuchung der Unfallursache wurde dadurch erschwert, dass weder die genaue Lage des Wracks ermittelt noch Wrackteile geborgen werden konnten. Zudem hatte sich der Unfall plötzlich, spät nachts über dem Meer und bei eingeschränkter Sicht ereignet, ohne dass Luftnotlage gemeldet wurde. Es gab keine Augenzeugen. Angesichts der vorliegenden Fakten ging die Unfalluntersuchung jedoch davon aus, dass der Unfall wahrscheinlich auf einen Kontrollverlust während einer Kurve bei starken Turbulenzen und heftigem Regen zurückzuführen war.
Quellen Unfallbericht DH.106, SU-ALD im Aviation Safety Network Crash of a De Havilland DH.106 Comet 4C off Mumbai: 63 killed, B3A – Bureau of Aircraft Accident Archives Zusammenfassung des Unfalls im ICAO Circular
Kategorie:Flugunfall 1963 Kategorie:Flugunfall in Indien Kategorie:Verkehrsgeschichte (Ägypten) Kategorie:De Havilland DH.106 Comet Kategorie:Egypt Air