mini|Blick in die Braunehirschstraße, 2025 mini|Blick nach Südwesten mini|Rest der Stadtmauer mit angebauten Garagen, 2016 Die Braunehirschstraße ist eine Straße in Magdeburg in Sachsen-Anhalt.

Lage und Verlauf Die Straße befindet sich in der Magdeburger Altstadt und führt als Sackgasse von der Max-Otten-Straße abgehend über etwa 60 Meter in nordöstliche Richtung. Historisch führte die Braunehirschstraße noch deutlich weiter in nordöstlicher Richtung, bis sie nach ungefähr 300 Metern auf den Breiten Weg einmündete. Ursprünglich dicht bebaut, besteht die heutige Bebauung nur aus 13 Garagen, die dort an die Stadtmauer Braunehirschstraße grenzen, die sich entlang der Nordwestseite der Straße zieht.

Geschichte Ein alter Name der Straße lautete Kleine Schrotdorfer Straße. Der erstmalig 1441 urkundlich als lutke Schrotorpes strate erwähnte Name nahm Bezug auf das Schrotdorfer Tor, das sich nahe dem westlichen Ende der Straße befand und seinerseits nach dem Dorf Schrotdorf benannt war. Der Zusatz Kleine diente zur Unterscheidung von der etwas weiter südlich verlaufenden Großen Schrotdorfer Straße, die später schlicht als Schrotdorfer Straße geführt wurde. Noch bis Anfang des 19. Jahrhunderts blieb der Name Kleine Schrotdorfer Straße geläufig. 1542/1543 wurde auch der Name grotsterbenstrate (Großsterbenstraße) erwähnt. Hintergrund war wohl das im Bereich der Straße gehäufte Auftreten einer Seuche und damit einhergehende Todesfälle. Um das Jahr 1700 trat dann der Name Braunehirschstraße auf. Er nahm Bezug auf das am Breiten Weg als Eckhaus zur Straße bestehende Haus Zum braunen Hirsch (Breiter Weg 119). Die Französische Kolonie zu Magdeburg nannte die Straße auf Französisch rue du cerf brune. 1719 findet sich die Bezeichnung Braunehirschgasse. Bis zum Jahr 1807 wurde sowohl Kleine Schrotdorfer Straße als auch Braunehirschstraße verwandt. In der Zeit bis 1817 setzte sich dann Braunehirschstraße als Name durch.

In der Straße lebten in der Zeit vor 1631 eher einfache Leute mit kleineren Einkommen und Vermögen. Bei der Zerstörung der Stadt Magdeburg im Jahr 1631 wurde die Straße besonders hart getroffen. Der Wiederaufbau zog sich sehr lange hin. 1657 waren erst drei Grundstücke wieder bewohnt.Ernst Neubauer, Häuserbuch der Stadt Magdeburg 1631–1720, Teil 1, Herausgeber: Historische Kommission für die Provinz Sachsen und für Anhalt, Magdeburg 1931, Seite 22

1843 wurde auf der Nordseite der Straße eine – später als Zschokkestraße benannte – Straße durchgebrochen. Sie führte, unweit der Einmündung auf den Breiten Weg beginnend, dann nach Norden zur Straße Am Krökentor.

Während des Zweiten Weltkriegs wurde auch der Bereich der Straße zerstört. In der Zeit der DDR erfolgte ein Wiederaufbau der Innenstadt, der sich in weiten Teilen nicht an die historische Stadtstruktur hielt. Die Straße wurde dabei in ihrem mittleren und östlichen Teil überbaut und als benannte Straße gänzlich aufgegeben. Der westlichste Abschnitt blieb erhalten, verlor jedoch ebenfalls vollständig seine Bebauung. Es entstanden lediglich einige Garagen, als deren Zuwegung die nun unbenannte Straße bestehen blieb. In diesem Abschnitt ist noch der ursprüngliche Bordstein und ein Teil der historischen Straßenpflasterung erhalten.

Im Jahr 2025 brachte die Stadtverwaltung Magdeburgs eine Drucksache in den Stadtrat mit dem Ziel ein, das noch bestehende westlichste Teilstück der Straße wieder als Braunehirschstraße zu benennen. Zur Begründung wurde angegeben, dass eine Übernahme der Verkehrsfläche in die Straßenbaulast der Stadt und somit eine Benennung erforderlich werde und die Anknüpfung an den historischen Namen sinnvoll sei.DS0240/25, Wiederbenennung der historischen Straße "Braunehirschstraße" vom 15. Mai 2025 Am 28. August 2025 beschloss der Stadtrat die Wiederbenennung der Braunehirschstraße.

Braunehirschstraße in Kunst und Literatur 1871 wurde am Magdeburger Wilhelm-Theater das Theaterstück Mathilde, das schöne Mädchen aus der Braunenhirschstraße aufgeführt.Friedemann Krusche: Theater in Magdeburg, 1. Band, mdv Mitteldeutscher Verlag Halle (Saale) 1994, ISBN 3-354-00835-0, Seite 157

Hausnummerierung Aktuell sind für die Braunehirschstraße keine Hausnummern vergeben. Historisch begann die Nummerierung an der nordöstlichen Ecke, wobei das dortige langgezogene Eckgrundstück zum Breiten Weg gehörte. Nach dem Durchbruch der Zschokkestraße begann die Nummerierung mit der Nummer 1 erst westlich der Einmündung der Zschokkestraße und verlief von dort aufsteigend nach Westen, bis mit der Nummer 16 die Einmündung in die Marstallstraße (heute Max-Otten-Straße) erreicht wurde. Mit der Nummer 17a wurde die Nummerierung auf der Südseite fortgeführt. Nach der 22 mündete die Straße Im Fuchswinkel ein. Höchste Hausnummer war die Nummer 25 nahe dem Breiten Weg. Das südöstlich Eckhaus gehörte dann wiederum zum Breiten Weg.

(Historische) Häuser der Braunehirschstraße Nachfolgend werden die Grundstücke der Braunehirschstraße tabellarisch aufgeführt. Dabei werden sowohl die aktuellen Grundstücke als auch ggf. davon abweichende historische Grundstücke benannt. Bei den historischen Grundstücken werden auch die Bereiche aufgeführt, die heute aufgrund von Überbauungen nicht mehr zur Braunehirschstraße gehören. Soweit die historischen und aktuellen Grundstücke sich überschneiden, sind sie ungefähr räumlich zugeordnet, wobei das jeweils räumlich zuvor beginnende Grundstück oder Element auch zuvor eingeordnet ist. Die historischen Elemente befinden sich so tatsächlich zwischen dem Beginn des vorherigen und des nachherigen heutigen Grundstücks. Historische Grundstücksnummern sind dabei mit (alt) gekennzeichnet. Darüber hinaus werden Straßeneinmündungen eingeordnet. Nicht mehr bestehende Straßen sind mit (historisch) gekennzeichnet. Aktuelle Hausnummern sind fett geschrieben. In den Bemerkungen wird auf jeweils zu beachtende Bewohner der Grundstücke verwiesen.