Erich Torggler (* 11. Mai 1899 in Kufstein; † 22. Oktober 1938 in Innsbruck) war als österreichischer Maler des Expressionismus ein Vertreter der Tiroler Moderne.

Leben und Werk mini|Entwurf für ein Wandbild im Innsbrucker Stiftskeller (etwa 1929) mini|Wandmalerei am Weinhaus Happ in Innsbruck Erich Torggler war der Sohn des Finanzbeamten Johann Torggler und dessen Ehefrau Maria, geb. Lindner. Mütterlicherseits war er mit dem Architekten Oskar Kleschatzky verwandt. Er besuchte nach der Volks- und Bürgerschule ab 1913 den kunstgewerblichen Zweig der Staatsgewerbeschule und lernte bis zu seiner Einberufung 1915 bei Tony Grubhofer, Franz Burger und Heinrich Comploj.

1915 wurde er als Soldat in den Ersten Weltkrieg einberufen und diente als Standschütze an der Südfront. Nach Kriegsende arbeitet er in Tirol für eine Möbelfabrik, dann in Glasmalereibetrieben im niederösterreichischen Waidhofen an der Ybbs und in Innsbruck. Dort eröffnete der bald sein eigenes Atelier und finanzierte seinen Lebensunterhalt vor allem durch gebrauchsgraphische Auftragsarbeiten.

Durch die Tiroler Architekten Clemens Holzmeister, Lois Welzenbacher und Franz Baumann erhielt er zahlreiche Aufträge zur Gestaltung von Fassaden und Fresken, wie etwa am Stadtkino Landeck (1928) oder am Weinhaus Happ in Innsbruck (1937).

Torggler war eng mit dem Maler und Architekten Wilhelm Nicolaus Prachensky befreundet. Prachensky gründete 1925 gemeinsam mit Ernst Nepo, Alphons Schnegg-Mühlau und Rudolf Lehnert die avantgardistische Tiroler Künstlergruppe „Waage“, der Torggler 1927 beitrat.

Nach spätimpressionistischen Anfängen entwickelte Torggler in seinen Gemälden sehr bald einen ganz eigenständigen, radikalen Expressionismus. Serin graphisches Werk ist stark von Albin Egger-Lienz beeinflusst.

Torgglers Gemälde sind durchsetzt von monochromer, herb-dunkler Farbigkeit. Sein Malduktus reduziert die Motive im Wesentlichen auf Umrisse und Schemata. Später kennzeichnen Torgglers Werk auch Charakteristika der Neuen Sachlichkeit. Nach dem Anschluss Österreichs stellte er sein graphisches Schaffen auch in den Dienst der nationalsozialistischen Propaganda.

Erich Torggler starb überraschend am 22. Oktober 1938 im Alter von 39 Jahren in Innsbruck. Drei Tage später erfolgte die Beisetzung auf dem Westfriedhof.

Literatur

Ellen Hastaba: Tirols Künstler 1927 (= Schlern-Schriften. Band 319). Universitätsverlag Wagner, Innsbruck 2002. Carl Kraus: Zwischen den Zeiten: Malerei und Graphik in Tirol 1918–1945. Tappeiner Verlag, Lana 1999. Wilfried Kirschl (Hrsg.): Malerei und Graphik in Tirol 1900–1940 – Eine Ausstellung. Tyrolia, Innsbruck 1973. Herlinde Molling: Erich Torggler. 1899–1938 in 3 Bänden: Malerei & Graphik / Wandbilder / Werkkatalog. Dissertation; Innsbruck 1992/2000.

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