Der Urwald Wichmanessen ist ein FFH- und Naturschutzgebiet im gemeindefreien Gebiet Gutsbezirk Reinhardswald im Landkreis Kassel in Hessen.

Allgemeines Das Naturschutzgebiet mit der Gebietsnummer 1633001 ist 12,7 Hektar groß.Naturschutzgebiete im Landkreis Kassel und in der Stadt Kassel, Landschaftsrahmenplan Nordhessen 2000, Anhang Teil 1, Regierungspräsidium Kassel. Abgerufen am 9. Juli 2025. Es ist praktisch deckungsgleich mit dem gleichnamigen FFH-Gebietes.Urwald Wichmanessen, Natura-2000-Gebiete, Bundesamt für Naturschutz. Abgerufen am 9. Juli 2025. Das Gebiet steht seit dem 1. November 1965 unter Naturschutz.Verordnung über das Naturschutzgebiet „Urwald Wichmanessen“ (PDF, 129 kB). Abgerufen am 9. Juli 2025.Urwald Wichmanessen, Geoportal Hessen. Abgerufen am 9. Juli 2025.

Beschreibung Das Naturschutzgebiet liegt südöstlich von Bad Karlshafen im Norden des Reinhardswaldes, der Teil des Naturparks Reinhardswald ist. Es stellt einen naturnahen Hainsimsen-Buchenwald mit Übergängen zum Waldmeister-Buchenwald unter Schutz, der aus einem ehemaligen Hutewald hervorging. Der Wald wird seit etwa 1890 forstwirtschaftlich nicht mehr genutzt. Er wird von alten Eichen und Hainbuchen geprägt und verfügt über einen hohen Alt- und Totholz­anteil. Im Naturschutzgebiet gibt es das deutschlandweit einzige bekannte Vorkommen des Schleimpilzes Elaeomyxa cerifera.Maßnahmenplan als Teil des Bewirtschaftungsplanes zum FFH-Gebiet „Urwald Wichmanessen“, Regierungspräsidium Kassel, Obere Naturschutzbehörde, November 2012 (PDF, 6,3 MB). Abgerufen am 9. Juli 2025.

Das Gebiet hat eine große Bedeutung für holzbewohnende Insekten. Im Naturschutzgebiet wurden um die 240 Käferarten nachgewiesen, darunter beispielsweise Balkenschröter, Silberner Grünrüssler, Buchenspringrüssler und Grüner Edelscharrkäfer.Urwald Wichmanessen, Natura 2000 – Standard Data Form, Europäische Umweltagentur (EUA). Abgerufen am 9. Juli 2025. Das Gebiet ist Lebensraum für die Fledermausarten Wasserfledermaus, Kleine und Große Bartfledermaus und Fransenfledermaus. Weiterhin beherbergt es unter anderem die Vogelarten Hohltaube, Trauerschnäpper, Waldlaubsänger, Kleiber und verschiedene Spechte, darunter den Schwarzspecht. Zusammen mit den das Naturschutzgebiet umgebenden Wäldern des Reinhardswaldes ist es Lebensraum der Wildkatze.

Im Naturschutzgebiet sowie auch in angrenzenden Bereichen sind Spuren von Wölbäcker als Relikte einer früheren ackerbaulichen Nutzung des Gebietes zu finden.

Im Osten wird das Naturschutzgebiet von der zwischen Bad Karlshafen und Gottsbüren durch den Reinhardswald verlaufenden Kreisstraße begrenzt. Ansonsten ist es von weiteren Waldgesellschaften umgeben. Teilweise verlaufen Forstwege am Rand des Naturschutzgebietes.

Siehe auch Liste der Naturschutzgebiete im Landkreis Kassel Liste der FFH-Gebiete in Hessen

Literatur Marcus Schmidt: 100 Jahre „Urwald Wichmanessen“ – Entwicklungsgeschichte und Perspektiven eines Naturschutzgebietes im Reinhardswald. In: Jahrbuch Naturschutz in Hessen, Band 20/2021, S. 34–39, ISBN 978-3-932583-51-3 (PDF, 2,4 MB). Grunddatenerhebung im FFH-Gebiet 4322-302 – „Urwald Wichmanessen“, Regierungspräsidium Kassel, Obere Naturschutzbehörde, Januar 2011 (PDF, 1,2 MB).

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Naturschutzgebiet im Landkreis Kassel Kategorie:FFH-Gebiet in Hessen Kategorie:Waldgebiet in Hessen Kategorie:Waldschutzgebiet in Hessen Kategorie:Reinhardswald Kategorie:Gutsbezirk Reinhardswald Kategorie:Schutzgebiet (Umwelt- und Naturschutz) in Europa Kategorie:Schutzgebietsgründung 1965