Eva Dzialoszynski (geboren am 31. August 1900 in Den Haag als Evelina Wilhelmina Lewenstein; gestorben am 19. November 1971 in Zürich) war eine diplomierte Krankenschwester und Leiterin des jüdischen Waisenhauses in Celerina (Graubünden/Schweiz).s. Jutta Luksenberg: Miracles, S. 75–125. Mit ihrem Ehemann Israel (Isidor) Dzialoszynski rettete sie vielen jüdischen Waisenkindern das Leben.s. Jutta Luksenberg: Miracles, S. 327.

Werdegang Eva Lewenstein war die Tochter des in Paramaribo (Suriname) geborenen Rabbiners Tobias Lewenstein (1863–1953) und seiner Frau Flora Frumet Möller (1873–?).Stadtarchiv Den Haag, Geburtenregister, Eintrag Nr. 3909 vom 2. September 1900 für Evelina Wilhelmina Lewenstein (Digitalisat)

Eva Lewenstein wurde in Berlin zur diplomierten Krankenschwester ausgebildet. 1926 gründete sie aufgrund eigener gesundheitlicher Probleme in Celerina ein Kinderheim für erholungsbedürfte Kinder. Schweizer Kindern wurde die Möglichkeit geboten, dort in den Ferien einen Genesungsurlaub zu verbringen.

Nach der Errichtung der nationalsozialistischen Herrschaft im Deutschen Reich wurde das Heim 1934 umfunktioniert. Jüdische Kinder aus Deutschland, Polen und anderen Ländern, die Eva Lewenstein in der Anfangsphase selbst aus Frankfurt abholte, wurden in den folgenden Jahren in dem Internat aufgenommen.

Am 10. Januar 1938 heiratete Eva Lewenstein den deutschen Hebräischlehrer Israel (Isidor „Isi“ Tzadok) Dzialoszynski (1898–1979), der in Wiesbaden und in Leipzig gearbeitet hatte, und als Witwer drei Kinder mit in die Ehe brachte. Das Paar hatte drei gemeinsame Kinder: Benjamin, Ruth und Nechama.s. Jutta Luksenberg: Miracles, S. 77.

In den folgenden Jahren leitete Isidor Dzialoszynski mit der Hilfe seiner beiden ältesten Kinder Abraham, der die Administration übernahm, und seiner Tochter Lilly „als rechte Hand“ das Heim. Die Schüler und Schülerinnen des Heimes wurden koedukativ und nach modernen pädagogischen Prinzipien in den Fächern Lesen, Literatur, Geographie, Geschichte, Mathematik, Hebräisch und Biologie unterrichtet und aufgrund des unterschiedlichen Alters und Niveaus einzeln gefördert.s. Jutta Luksenberg: Miracles, S. 83f.

Die Elementarschule in Celerina kooperierte mit dem Internat. Das Dorf unterstützte das Heim mit Nahrungsmitteln.

In der Kriegszeit und nach 1945 wanderten viele Kinder des Heims nach Palästina/Israel, in die Vereinigten Staaten und in andere Länder aus.s. Jutta Luksenberg: Miracles, S. 363.

Eva Dzialoszynski-Lewenstein starb am 19. November 1971 in Zürich.

Literatur

Einzelnachweise

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