St. Valentin – alternativ Valentinuskirche genannt – ist eine römisch-katholische Kirche in der Ortsgemeinde Bann. Sie steht unter Denkmalschutz.
Lage mini|links|Kirche St. Valentinus (links) innerhalb der Bebauung von Bann, im Hintergrund der Große Hausberg
Die Kirche steht in Ortsmitte in einer Grünanlage auf der Südseite der Kirchenstraße beziehungsweise Kreisstraße 61, Ecke Jugendheimstraße.
Bauwerk Das Bauwerk ist eine neugotische, dreischiffige Basilika aus Rotsandsteinquadern. Entworfen wurde sie von dem Speyerer Architekten Franz Schöberl. 1894 erhielt sie eine Orgel von H. Voit & Söhne. Diese wurde 1978 durch eine solche von Paul Zimnol ersetzt. In den Fenstern im Chor sind die Heilsgeschichte und das Erlösungswerk dargestellt. An der Nordseite des Chors steht der 42 Meter hohe Kirchturm, an der Westfassade sind zwei Treppentürme angebaut.
Geschichte Ab Ende des 15. Jahrhunderts hatte Bann an der Stelle des Gemeindehauses, das gegenüber der Kirche auf der anderen Straßenseite liegt, eine Kapelle. Sie war zu Ehren des heiligen Valentinus geweiht. Bedingt durch den Bevölkerungszuwachs der Gemeinde im 18. und 19. Jahrhundert war sie jedoch zu klein geworden.
Bereits Mitte des 19. Jahrhunderts wendete sich die Gemeinde Bann mangels fehlender finanzieller Mittel mit einem Schreiben an den bayerischen König Ludwig I. mit der Bitte um materielle Unterstützung. Dies scheiterte jedoch daran, dass es nicht gelang, das erforderliche Grundkapital von 2000 Gulden aufzubringen. Folglich wurde das Projekt auf unbestimmte Zeit verschoben.
Der Bau der Kirche wurde schließlich 1881 begonnen; das Richtfest fand am 5. November statt und der Rohbau war 16 Tage später fertig. 1882 wurde sie eröffnet und am 26. April 1883 geweiht. Der Sandstein war größtenteils vom nahen Steinbruch Ziegelsteige bezogen worden. 1910 mussten Reparaturen am Dach und am Turm durchgeführt werden. 1883 war der im Chor noch vorhandene neugotische Hochaltar des Bildhauers Eduard Glückstein aus Frankenthal aufgestellt worden, farblich gefasst und teilweise vergoldet von dem Kunstmaler Alois Röder aus Kaiserslautern.Broschüre über die Kirche in Westpfalz-Wiki. Abgerufen am 20. Februar 2026.
1957 wurde die Kirche renoviert und die Innenausstattung grundlegend verändert. Dabei wurden unter anderem die Figuren an den Säulen entfernt und der Chor erhielt ein neues Erscheinungsbild. Der Altarraum mit dem Altartisch, einem kreuzförmigen Block, dem Ambo und den Sedilien aus Travertin-Gestein wurde vor die Chorapsis in das Kirchenschiff hinein verlegt.
Bis Ende 2015 war St. Valentinus Pfarrkirche. Seit 2016 bildet sie eine Filiale der Pfarrei Hl. Franz von Assisi in Queidersbach.
2025 wurde die Kirche Opfer von Vandalismus. Unbekannte sägten das vor der Kirche stehende über 100 Jahre alte Missionskreuz ab und verschmutzten die Sakristei. Dank Spenden aus der Bevölkerung wurde das Kreuz erneuert und der gusseiserne Korpus fachgerecht instand gesetzt. Mit einer Andacht am 1. März 2026 soll es eingeweiht werden. Verbandsgemeinde-Kurier. Ausgabe 7/2026. Abgerufen am 20. Februar 2026.
Literatur Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler Kreis Kaiserslautern (PDF; 5,4 MB). Mainz 2024.
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