Die Saison 2025/26 des SV Darmstadt 98 ist die 128. Saison in der Vereinsgeschichte. In dieser Zweitligasaison 2025/26 traten die Lilien zum zweiten Mal in Folge in der 2. Bundesliga sowie im DFB-Pokal 2025/26 an.
Unter Cheftrainer Florian Kohfeldt erreichte Darmstadt im DFB-Pokal das Achtelfinale und am Ende der Saison den 5. Tabellenplatz in der 2. Bundesliga.
In dieser Hessenligasaison 2025/26 trat die U21 der Lilien zum zweiten Mal in Folge in der fünftklassigen Hessenliga an und belegte den 11. Tabellenplatz.
Verlauf der Saison Personalveränderungen und Saisonvorbereitung Zur Saison 2025/26 verließen den Verein mehrere Spieler, deren Verträge ausliefen oder die neue Herausforderungen suchten. Unter anderem verließ das schwedische Sturmtalent Oscar Vilhelmsson die Lilien für eine kolportierte Ablösesumme von 300.000 Euro in Richtung des Ligakonkurrenten SC Preußen Münster. Ebenfalls ins Ausland zog es Marco Thiede (zum griechischen Zweitligisten Anagennisi Karditsas) sowie Filip Stojilković, der fest in die polnische Ekstraklasa wechselte. Die Leihe von Guille Bueno endete, woraufhin er zunächst zu Borussia Dortmund zurückkehrte und sich anschließend dem spanischen Verein Real Valladolid anschloss. Der erfahrene Innenverteidiger Christoph Zimmermann verließ den Verein nach Vertragsende und war ab diesem Zeitpunkt vereinslos.
Auf der Seite der Neuzugänge wurde der Kader sowohl in der Spitze als auch in der Breite verstärkt. Aus der Bundesliga kehrte Aufstiegsheld Patric Pfeiffer für eine Ablösesumme von rund 700.000 Euro vom FC Augsburg ans Böllenfalltor zurück. Zudem verpflichteten die Lilien den Stürmer Bartosz Białek ablösefrei vom VfL Wolfsburg sowie Offensivspieler Serhat-Semih Güler vom Drittligisten Viktoria Köln. Auch auf dem internationalen Markt wurden die Darmstädter aktiv: Aus Japan kam für 400.000 Euro Yōsuke Furukawa von Júbilo Iwata, zudem wurde Linksverteidiger Leon Klassen vom dänischen Erstligisten Lyngby BK unter Vertrag genommen. Ergänzt wurde der Kader durch den jungen Torhüter Benedikt Börner (aus der Jugend des VfL Wolfsburg). Wichtige Verstärkungen kamen zudem per Leihe: Offensivspieler Marco Richter stieß vom 1. FSV Mainz 05 zum Team, und aus Japan wurde Mittelfeldspieler Hiroki Akiyama von Albirex Niigata ausgeliehen, welcher im Laufe der Saison bereits fest verpflichtet und unter Vertrag genommen wurde.
Die Vorbereitung auf die neue Zweitligaspielzeit begann offiziell am 22. Juni 2025 mit einem öffentlichen Training am Merck-Stadion am Böllenfalltor. Das erste Testspiel fand eine Woche später am 29. Juni beim Gruppenligisten SV Traisa statt und endete mit einem deutlichen 24:0-Kantersieg. Am 2. Juli schlugen die Lilien den Regionalligisten Viktoria Aschaffenburg mit 4:1, ehe am 9. Juli ein 2:1-Heimerfolg gegen den englischen Traditionsklub Notts County folgte. Vom 10. bis zum 18. Juli bezog die Mannschaft von Cheftrainer Florian Kohfeldt ihr Trainingslager im bayerischen Bad Wörishofen im Allgäu. Dort bestritt Darmstadt am 17. Juli gleich zwei Testspiele an einem Tag: Zunächst besiegte man den Schweizer Erstligisten FC St. Gallen souverän mit 4:2, wobei die Tore durch Luca Marseiler, Aleksandar Vukotić, Fraser Hornby und Killian Corredor erzielt wurden. Am selben Nachmittag folgte ein 9:0-Sieg gegen den unterklassigen FV Rot-Weiß Weiler. Die Generalprobe vor dem Zweitligastart fand schließlich am 26. Juli 2025 im Dietmar-Hopp-Stadion gegen den Bundesligisten TSG 1899 Hoffenheim statt. Bei diesem Härtetest stießen die Darmstädter an ihre Grenzen und mussten sich mit 1:5 geschlagen geben.
Hinrunde Der Saisonauftakt in der 2. Bundesliga verlief für die Lilien nach Maß. Am ersten Spieltag empfing man den Bundesliga-Absteiger VfL Bochum am heimischen Böllenfalltor und feierte einen deutlichen 4:1-Erfolg. Diesem starken Beginn ließen die Darmstädter einen 1:0-Auswärtssieg beim 1. FC Nürnberg folgen. Auch die Pflichtaufgabe in der 1. Runde des DFB-Pokals wurde am 16. August 2025 durch einen 2:1-Auswärtssieg an der Lohmühle beim VfB Lübeck erfolgreich bewältigt. Nach einem torlosen Unentschieden gegen Hertha BSC trennte sich Eigengewächs Clemens Riedel vom Verein, wagte den Schritt ins Ausland und wechselte für knapp 2 Millionen Euro nach Spanien zu Espanyol Barcelona. Dann gab es am 4. Spieltag beim 1. FC Kaiserslautern mit 1:3 die erste Niederlage der Saison. Die Mannschaft zeigte sich davon jedoch unbeeindruckt und holte aus den folgenden drei Partien gegen Eintracht Braunschweig (2:1), bei Fortuna Düsseldorf (3:0) und gegen Aufsteiger Dynamo Dresden (2:0) die volle Punktausbeute.
Nach zwei Unentschieden gegen Holstein Kiel (1:1) und den 1. FC Magdeburg (0:0) folgte Mitte Oktober neben dem Geschehen auf dem Rasen auch eine historische Zäsur in der Vereinsführung: Auf der Mitgliederversammlung am 21. Oktober 2025 trat der langjährige Vereinspräsident Rüdiger Fritsch, der das Amt 13 Jahre lang bekleidet und den Verein durch überaus erfolgreiche und infrastrukturell prägende Zeiten geführt hatte, nicht erneut zur Wahl an. Auch Präsidiumsmitglied Wolfgang Arnold trat zurück. Zu Fritschs Nachfolger wurde der bisherige Vizepräsident Markus Pfitzner von den anwesenden Mitgliedern einstimmig zum neuen Präsidenten des SV Darmstadt 98 gewählt. Zum Abschied des alten Präsidiums konnte Finanzvorständin Anne Baumann nochmals äußerst positive Zahlen präsentieren und einen Vereinsgewinn von knapp 3,6 Millionen Euro nach Steuern für das vorangegangene Geschäftsjahr verkünden.
Sportlich ging es am 10. Spieltag zum FC Schalke 04, wo die Lilien eine knappe 0:1-Niederlage hinnehmen mussten – es sollte jedoch die letzte Liga-Niederlage der gesamten Hinrunde bleiben. Nur fünf Tage später, am 29. Oktober 2025, bot sich im Rahmen der 2. Runde des DFB-Pokals die Chance zur Revanche gegen Schalke. Die Darmstädter nutzten diese Gelegenheit vor heimischer Kulisse eindrucksvoll und schossen die Königsblauen souverän mit 4:0 aus dem Wettbewerb. In der Liga präsentierte sich Darmstadt bis zum Winter in herausragender Form und zeigte insbesondere in den oftmals umkämpften Spielen große Moral und Offensivdrang. Es folgten spektakuläre und torreiche Spiele gegen Arminia Bielefeld (2:2), bei Hannover 96 (3:2) sowie zuhause gegen die SpVgg Greuther Fürth (4:2), unterbrochen nur von einem 0:0-Auswärtsremis bei der SV Elversberg. Im Achtelfinale des DFB-Pokals war dann jedoch am 3. Dezember 2025 Endstation, als man sich auswärts dem Bundesligisten SC Freiburg mit 0:2 geschlagen geben musste. Nach einem 3:2-Heimsieg gegen den Karlsruher SC, einem 1:0-Heimsieg gegen Preußen Münster und einem 2:2-Unentschieden zum Hinrunden-Abschluss am 19. Dezember beim starken Mitkonkurrenten SC Paderborn 07 gingen die Lilien mit einer hervorragenden Bilanz in die kurze Winterpause. Mit nur zwei Niederlagen aus 17 Ligaspielen hatte sich Darmstadt eindrucksvoll in der Spitzengruppe der 2. Bundesliga festgesetzt.
Rückrunde Die kurze Winterpause der Saison 2025/26 nutzte der SV Darmstadt 98, um den Kader punktuell anzupassen: Auf der Abgangsseite verzeichneten die Lilien im Januar drei Veränderungen, die allesamt auf Leihbasis stattfanden, um den betreffenden Spielern abseits des Böllenfalltors mehr Spielpraxis zu ermöglichen: Der defensive Mittelfeldspieler Paul Will wurde an den Ligakonkurrenten SpVgg Greuther Fürth verliehen. Innenverteidiger Meldin Drešković zog es auf Leihbasis zum ungarischen Erstligisten Nyíregyháza Spartacus FC, und Linksverteidiger Leon Klassen schloss sich für die restliche Rückrunde leihweise dem österreichischen Klub Grazer AK an. Diesen drei Leihe-Abgängen standen drei Neuzugänge gegenüber, die das Team von Cheftrainer Florian Kohfeldt verstärkten. Am 20. Januar 2026 unterschrieb der vereinslose Linksverteidiger Raoul Petretta (zuvor unter anderem als Stammspieler beim Toronto FC aktiv) einen festen Vertrag bei den Südhessen. Zudem bediente man sich bei zwei Leihgeschäften: Aus der französischen Ligue 1 wurde der offensive Mittelfeldspieler Niklas Schmidt vom FC Toulouse ausgeliehen. Kurz vor Schließung des Transferfensters Ende Januar 2026 reagierte man ein weiteres Mal und lieh den 20-jährigen US-amerikanischen Innenverteidiger Grayson Dettoni von der zweiten Mannschaft des FC Bayern München aus, der dem Kader weiteres Entwicklungspotenzial hinzufügen sollte. Die Vorbereitung auf die Rückrunde absolvierten die Lilien größtenteils im Rahmen eines Trainingslagers in Spanien an der Mittelmeerküste (El Saler nahe Valencia), um sich unter optimalen klimatischen Bedingungen auf den Pflichtspielstart einzustimmen. Dabei kam es zu einer ungewöhnlichen Konstellation bei den Testspielen: Darmstadt testete im Oliva Nova Sportzentrum gleich zweimal innerhalb weniger Tage gegen den hessischen Drittligisten SV Wehen Wiesbaden (0:1 und 2:1).
Die Rückrunde startete Mitte Januar 2026 mit einem torreichen 3:3-Unentschieden auswärts beim VfL Bochum. Auch die nachfolgenden Wochen verliefen für die Lilien zunächst überaus erfolgreich. Auf einen 2:0-Heimsieg gegen den 1. FC Nürnberg folgte ein 2:2-Remis bei Hertha BSC sowie ein dominanter 4:0-Heimsieg am heimischen Böllenfalltor gegen den 1. FC Kaiserslautern. Nach einem weiteren 2:2-Unentschieden bei Eintracht Braunschweig und einem 2:1-Erfolg gegen Fortuna Düsseldorf musste die Mannschaft von Trainer Florian Kohfeldt erst am 24. Spieltag mit einem 1:3 bei Dynamo Dresden die erste Niederlage der Rückrunde und dritte Niederlage der Saison hinnehmen. Die Mannschaft erholte sich jedoch davon und schlug Holstein Kiel mit 2:0, gefolgt von einem 1:1 beim 1. FC Magdeburg.
Ein Wendepunkt der Saison war der 27. Spieltag am 21. März 2026. Darmstadt trennte sich im heimischen Stadion nach großem Kampf mit 1:1 vom späteren Zweitligameister und Aufsteiger FC Schalke 04. In dieser Partie zog sich der Offensivakteur Luca Marseiler jedoch einen Kreuzbandriss zu und fiel für den Rest der Saison aus. Ohne ihn geriet der SV 98 im Endspurt der Saison in eine eklatante Krise. Es folgten drei Niederlagen in Serie bei Arminia Bielefeld (1:2), zuhause gegen Hannover 96 (0:2) und bei der SpVgg Greuther Fürth (2:3). Am 31. Spieltag erlebten die Zuschauer ein wildes 3:3-Unentschieden gegen den späteren Aufsteiger SV Elversberg, bei dem Darmstadt ab der 43. Minute nach einer Roten Karte in Unterzahl agieren musste. Auch in den nachfolgenden Partien beim Karlsruher SC (1:2) und bei Preußen Münster (1:1) gelang kein Sieg mehr, wodurch die zwischenzeitlich greifbaren Aufstiegsränge endgültig verspielt wurden.
Trotz der Negativserie und der verpassten Aufstiegschance setzte die Vereinsführung auf Kontinuität. Am 7. Mai 2026 gaben die Lilien offiziell bekannt, dass Cheftrainer Florian Kohfeldt und Sportdirektor Paul Fernie ihre Verträge verlängert haben, um den eingeschlagenen Weg fortzusetzen und in der Zukunft gemeinsam „die nächste Stufe“ zu erreichen. Am 34. und letzten Spieltag empfing Darmstadt am 17. Mai 2026 den SC Paderborn 07. Das sportliche Geschehen, das mit einer 0:2-Heimniederlage für die Lilien endete, rückte an diesem Nachmittag jedoch ein wenig in den Hintergrund, denn nicht unwesentlich im Fokus stand die emotionale Verabschiedung von Vereinslegende Fabian Holland. Der langjährige Lilien-Kapitän stand in seinem 319. und letzten Pflichtspiel für den SV Darmstadt 98 noch einmal in der Startelf und führte die Mannschaft aufs Feld, ehe er in der 69. Minute unter großem Applaus der Fans ausgewechselt und verabschiedet wurde. Insgesamt blieben die Lilien in den letzten sieben Spielen der Saison sieglos. Dennoch beendete der SV Darmstadt 98 die Spielzeit 2025/26 nach 13 Siegen, 13 Unentschieden und 8 Niederlagen mit 52 Punkten auf dem 5. Tabellenplatz.
Personalien Sportliche Leitung und Vereinsführung