Das Landschaftsschutzgebiet für den Stadtkreis Pforzheim ist ein mit Verordnung der Unteren Naturschutzbehörde beim Landratsamt Alb-Donau-Kreis vom 12. Juli 2005 ausgewiesenes Landschaftsschutzgebiet (LSG-Nummer 4.25.135).
Lage und Beschreibung Das 5790,9237 Hektar große Gebiet umgibt die Großstadt Pforzheim nahezu vollständig. Das Gebiet gehört zu den Naturräumen Hügelland der unteren Riß und Mittlere Flächenalb.
Laut Steckbrief soll die natürliche Eigenart und Schönheit, der Erholungswert und die ökologische Funktion von Natur und Landschaft im Verdichtungsraum Pforzheim erhalten werden. Die Naturschutzgebiete Klebwald, Felsenmeer, Unteres Würmtal und Mangerwiese-Wotanseiche grenzen an das Landschaftsschutzgebiet. Es ist Teil des FFH-Gebiets Würm-Nagold-Pforte.
Schutzzweck Schutzzweck ist gemäß Schutzgebietsverordnung:
Beim Landschaftsteil Gebiete beiderseits der Autobahn den Landschaftsraum in seiner Schönheit und Eigenart und in seiner Gesamtheit als typisches Beispiel für die naturräumliche Haupteinheit des wärmebegünstigten Kraichgaues mit seinen in das nördliche Stadtgebiet hineinragenden Untereinheiten Östliches Pfinzgau und Bauschlotter Platte zu erhalten. die Bewahrung der die Vielfalt und Eigenart dieser Landschaft prägenden, durch die geologischen Verhältnisse vorgegebenen, kulturhistorisch gewachsenen Gestaltelemente den Landschaftscharakter des Schutzgebietes so zu erhalten und zu entwickeln, daß die durch eine harmonische Vielfalt bedingte Erholungseignung und das typische Landschaftsbild nicht wesentlich beeinträchtigt werden die Erlebbarkeit der Katharinentaler Senke als einer der größten abflußlosen Verkarstungsgebiete Deutschlands nicht beeinträchtigt wird
Beim Landschaftsteil Mittelsberg die Erhaltung des charakteristischen Waldbildes in seiner Schönheit und Eigenart. Prägendes Gestaltelement ist der ehemals als Mittelwald genutzte Laubwaldbestand auf dem Südhang des Malschbachtales mit seinem charakteristischen Standortmosaik aus Oberem Muschelkalk und Gehängeschutt, damit verbundene seltene Pflanzen- und Tiergemeinschaften sowie die Überreste eines römischen Gutshofes. Der Wald erfüllt wichtige Funktionen als Erholungsschwerpunkt und Wasserschutzwald. die Bewahrung der strukturreichen Waldgrenze zur Feldflur, besonders zu den Gewannen Herzensgrund und Köhl
Beim Landschaftsteil Kleiner Mittelsberg die Erhaltung des charakteristischen Waldbildes in seiner Schönheit und Eigenart. Prägendes Gestaltelement ist der ehemals als Mittelwald genutzte Laubwaldbestand auf dem Südhang des Malschbachtales auf Gehängeschutt mit Kalksteinen des Hauptmuschelkalkes und dazu gehörenden seltenen Pflanzen- und Tiergemeinschaften. Der Wald erfüllt wichtige Funktionen als Erholungs- und Wasserschutzwald; die Bewahrung der abwechslungsreichen Waldgrenze zur Feldflur, besonders zum Gewann Köhl; den Landschaftscharakter des Schutzgebietes so zu erhalten und zu entwickeln, daß die durch eine harmonische Vielfalt bedingte Erholungseignung und das typische Landschaftsbild nicht wesentlich beeinträchtigt wird und die Lebensstätten und Lebensgemeinschaften der heimischen Tier- und Pflanzenwelt nicht wesentlich beeinträchtigt werden und die Leistungsfähigkeit eines ausgewogenen Naturhaushaltes hinsichtlich des Grundwasserschutzes nachhaltig gesichert werden kann;
Beim Landschaftsteil Kaltenberg die Erhaltung des charakteristischen Waldbildes in seiner Schönheit und Eigenart. Prägendes Gestaltelement ist der ehemals als Mittelwald genutzte Laubwaldbestand auf dem Nordhang des Malschbachtales mit seinem charakteristischen Standortmosaik aus Mttlerem Muschelkalk und Gehängeschutt und den daran gebundenen seltenen Pflanzen- und Tiergemeinschaften. Der Wald erfüllt wichtige Funktionen als Erholungs- und Wasserschutzwald die Bewahrung der strukturreichen Waldgrenze zur Feldflur, besonders zu den Gewannen Vor dem Kaltenberg, Hinter dem Kaltenberg und Schelmenäcker. den Landschaftscharakter des Schutzgebietes so zu erhalten und zu entwickeln, daß die durch eine harmonische Vielfalt bedingte Erholungseignung und die Lebensstätten und Lebensgemeinschaften der heimischen Tier- und Pflanzenwelt nicht wesentlich beeinträchtigt werden und die Leistungsfähigkeit eines ausgewogenen Naturhaushaltes hinsichtlich des Grundwasserschutzes nachhaltig gesichert werden kann.
Beim Landschaftsteil Wallberg die Erhaltung und Sicherung des Wallberges und seiner direkten Umgebung als Mahnmal für die Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges, als Aussichtspunkt und als Lebensraum für die heimische Tier- und Pflanzenwelt. Das Landschaftsbild wird durch die einprägsam landschaftsarchitektonisch gestaltete Kuppe des Trümmerberges mit seinem Erosionsschutzwald und seinen Ruderalfluren dominiert. Die Aufschüttung wurde nach dem Zweiten Weltkrieg sowohl in ehemaligen Steinbrüchen als auch auf dem First der steil aus dem Enztal aufsteigenden Hauptmuschelkalk-Schichtstufe vorgenommen und ist daher aus vielen Teilen des Stadtgebietes als markante „Stadtkrone“ zu sehen. An der südlich exportierten Schichtstufenstirn sind die natürlichen Standortverhältnisse erhalten geblieben. Diese trockenwarmen Standorte mit ihrer natürlichen Strukturvielfalt sind als Trittsteinbiotope für einen Biotopverbund im nördlichen Stadtgebiet unersetzlich. die Bewahrung der die Vielfalt und Eigenart dieser Landschaft prägenden Gestaltelemente, insbesondere des künstlich gestalteten Trümmerberges, der neben der Mahnmalfunktion auch als Aussichtspunkt und Erholungsschwerpunkt sowie als ökologischer Ausgleichsraum für die heimische Pflanzen- und wildlebende Tierwelt wichtige Aufgaben erfüllt, der Sukzessionswälder und der Ruderalfluren im Bereich der ehemaligen Steinbrüche als wichtige Ausgleichsräume, des für die wissenschaftliche Forschung und Lehre sowie die Landeskunde bedeutsamen erdgeschichtlichen Aufschlusses, der naturnahen Hecken, Gebüsche und wärmeliebenden Pflanzengemeinschaften auf den flachgründigen Muschelkalkstandorten als Lebensräume für eine Vielzahl landschaftstypischer und seltener Tierarten. den Landschaftscharakter des Schutzgebietes so zu erhalten und zu entwickeln, daß der Mahnmalcharakter nicht wesentlich beeinträchtigt wird, die durch eine harmonische Vielfalt bedingte Erholungseignung und das typische Landschaftsbild nicht wesentlich beeinträchtigt wird, die Lebensstätten und Lebensgemeinschaften der heimischen Tier- und Pflanzenwelt nicht wesentlich beeinträchtigt werden, die positiven Auswirkungen des Kaltluftabflusses nicht beeinträchtigt werden, die Leistungsfähigkeit eines ausgewogenen Naturhaushaltes hinsichtlich des Bodenschutzes nachhaltig gesichert werden kann.
Beim Landschaftsteil Wartberg die Erhaltung des Wartberges in seiner Schönheit und Eigenart und in seiner Gesamtheit als der Stadtbild prägende Landschaftsraum an der Grenze zwischen den Naturräumen Bauschlotter Platte und Pforzheimer Enztal. Das Landschaftsbild auf der Grenze zwischen den Naturräumen Pforzheimer Enztal und Bauschlotter Platte wird im Wesentlichen von der steil aus dem nördlichen Stadtgebiet anfragenden Trochitenkalk - Schichtstufenstirn geprägt. Der untere, flacher geneigte Teil der Stirn besteht aus den weniger widerstandsfähigen Gesteinen des Mittleren Muschelkalkes bzw. aus Gehängeschutt. Die historische Parkanlage mit ihrem naturnahen Kiefernwald auf dem Schichtstufentrauf betont den Wechsel des Landschaftsraumes in charakteristischer Weise und ist aus vielen Teilen des Stadtgebietes hervorragend einzusehen. Die naturnahe Gestaltung der Parkanlage und deren extensive Pflege ermöglicht einer Vielzahl naturraumtypischer Pflanzen und wildlebender Tiere ein Überleben in direkter Siedlungsnähe. Die trockenwarmen Standor te mit ihrer natürlichen Strukturvielfalt sind als Trittsteinbiotope für einen Biotopverbund im nördlichen Stadtgebiet unersetzlich. Neben ihrer besonderen Eignung hinsichtlich des Naturgenusses und des Arten- und Biotopschutzes tragen die genannten Landschaftselemente, insbesondere die Waldflächen, zur Anreicherung und zum Schutz des empfindlichen Grundwasserkörpers bei. Die auf den Freiflächen bei austauscharmen Wetterlagen entstehende Kaltluft trägt zur Durchlüftung der hangabwärts angrenzenden Siedlungsbereiche bei. die Bewahrung der die Vielfalt und Eigenart dieser Landschaft prägenden, aus natürlicher Landschaftsgestalt und historischer Parkanlage hervorgegangenen Gestaltelemente, insbesondere der eindrucksvollen Schichtstufenstirn als charakteristischem Merkmal für den Landschaftswechsel im Norden der Stadt, der naturnahen Gebüsch- und Waldgesellschaften sowie der extensiven Mähwiesen als Lebensraum naturraumtypischer Pflanzen und freilebender Tiere, der natürlichen trockenwarmen Standorte am südexponierten Hangbereich als wertvolle Trittsteinbiotope. den Landschaftscharakter des Schutzgebietes so zu erhalten und zu entwickeln, daß die durch eine harmonische Vielfalt bedingte Erholungseignung und das typische Landschaftsbild nicht wesentlich beeinträchtigt werden, die Lebensstätten und Lebensgemeinschaften der heimischen Tier- und Pflanzenwelt nicht wesentlich beeinträchtigt werden, die positiven Auswirkungen des Kaltluftabflusses nicht beeinträchtigt werden, die Leistungsfähigkeit eines ausgewogenen Naturhaushaltes hinsichtlich des Wasser- und Bodenschutzes nachhaltig gesichert werden kann.
Beim Landschaftsteil Hühnerbach - Tiefenbach die Erhaltung der Talräume und Streuobstgebiete westlich der Gartenstadt Arlinger in ihrer Schönheit und Eigenart und in ihrer Gesamtheit als typischer Landschaftsraum des wärmebegünstigten Pforzheimer Enztales. Das Bild dieser Landschaft wird durch die Muldentäler des Hühnerbaches - im Volksmund auch Gänsebächle genannt - und des Tiefenbaches geprägt, die aufgrund ihrer Entwässerungsrichtung zum Neckar bedeutend weniger Erosionsleistung aufweisen als die dem Rheintal zufließenden tiefer eingeschnittenen Gewässer des Pfinzgaues. An den Talflanken treten die widerstandsfähigeren Kalksteine des Unteren Muschelkalkes als charakteristische Geländeabsätze in Erscheinung. Aufgrund der geologisch - bodenkundlichen Voraussetzungen finden sich in diesen Landschaftsausschnitten gegensätzlichste Standortverhältnisse auf engstem Raum und durch die extensive Nutzung damit verbunden eine Vielzahl landschaftstypischer Pflanzengemeinschaften und wildlebender Tiere. Ausgedehnte, zum Teil sehr alte Streuobstbestände vervollkommnen das reizvolle Landschaftsbild. Sowohl die trockenwarmen als auch die wechselfeuchten Standorte mit ihrer natürlichen Strukturvielfalt sind als Trittsteinbiotope für einen Biotopverbund im nördlichen und südlichen Stadtgebiet unersetzlich. Die Streuobstwiesen, die Talräume und das Lachenwäldele erfüllen wichtige Funktionen für die siedlungsbezogene Naherholung und tragen durch ihre Kaltluftproduktion und Staubfilterung zum klimatischen Ausgleich bei austauscharmen Wetterlagen bei; die Bewahrung der die Vielfalt und Eigenart dieser Landschaft prägenden aus der natürlichen Geländestruktur und der historisch gewachsenen Bodennutzung hervorgegangenen Gestaltelemente, insbesondere der durch Geländeabsätze und Vielfalt der Standortverhältnisse vielgestaltigen Hangwiesen mit ihrer typischen Vegetation, hauptsächlich wechselfeuchte Glatthaferwiesen, Trespenwiesen und als Besonderheit wechselfeuchte Salbei-Glatthaferwiesen, die seltenen Tierarten Lebensraum bieten, der ausgedehnten, alten Streuobstbestände, der artenreichen Hecken und Feldgehölze im Tiefenbachtal, der abwechslungsreichen Feldflur und Waldgrenze im Gewann Lachenwäldele.