Hanskarl Goettling (* 27. Oktober 1930 in München; † 1986) war ein deutscher Forstwissenschaftler. Von 1973 bis 1986 war er in leitender Funktion an der Bayerischen Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt (FVA) tätig.

Leben Goettling wurde am 27. Oktober 1930 in München geboren.Biografische Angaben zum Stifter auf der Einladung zur Verleihung des Hanskarl-Goettling-Preises 2001. Er absolvierte ein Studium an der Forstwissenschaftlichen Fakultät der Universität München (heute Teil der Technischen Universität München, Wissenschaftszentrum Weihenstephan). Dort wurde er 1968 mit einer Arbeit über die Auwälder am bayerischen Inn promoviert, für die er während des relativ langen Zeitraums von einem Jahrzehnt Untersuchungen durchgeführt hatte. Ein Review der Botanikerin Zdeňka Neuhäuslová vom Botanischen Institut der Tschechoslowakischen Akademie der Wissenschaften mit dem Fazit „Die Arbeit kann besonders der Forstpraxis viele wertvolle Erfahrungen bieten“ erschien 1969 in Folia Geobotanica et Phytotaxonomica.Review zu Die Waldbestockung der Bayerischen Innauen von Zdenka Neuhäuslová-Novotná erschien in Folia Geobotanica et Phytotaxonomica, Band 4, Nr. 1, 1969, S. 100, .

Nach verschiedenen beruflichen Stationen in der Bayerischen Staatsforstverwaltung – darunter Forstämter, Sonderbehörden und die Oberforstdirektion Bayreuth – wurde Goettling 1973 als Geschäftsführer an die damalige Forstliche Versuchsanstalt versetzt.Allgemeine Forstzeitschrift, Band 41, Ausgaben 1–26, S. 284. Im September 1974 wurde er zu der internationalen Festveranstaltung zum 100-jährigen Jubiläum der Forstlichen Bundesversuchsanstalt in Wien eingeladen.Herbert Kilian: Die 100-Jahrfeier der Forstlichen Bundesversuchsanstalt Wien 1874–1974. In: Mitteilungen der Forstlichen Bundes-Versuchsanstalt Wien. 118. Heft, Österreichischer Agrarverlag, Wien 1977, S. 171.

Ab 1977 gehörte Goettling einer Gruppe von Wissenschaftlern an, die vom damaligen Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (StMELF) den Planungsauftrag zum Aufbau eines bayerischen Landesarboretums im Forstrevier „Kranzberger Forst“ bei Freising erhalten hatte. Er war Mitverfasser des Abschlussberichts der Planungsgruppe, der 1979 veröffentlicht wurde.Ulrich Ammer, Hanskarl Goettling et al.: Abschlussbericht der Planungsgruppe für den Aufbau eines Landesarboretums, 1979. Die Entstehung des Bayerische Landesarboretums („Weltwald Freising“) erlebte er nicht mehr.

1979 wurde Goettling zum ersten Leiter der neu gegründeten, selbstständigen Bayerischen Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt (FVA) ernannt,Bildunterschrift zum Porträtfoto auf (online, Foto) die durch die Trennung von universitären und verwaltungseigenen Forschungseinrichtungen gebildet worden war. Während die Universität weiterhin die Grundlagenforschung und Lehre übernahm, konzentrierte sich die FVA unter Goettlings Leitung auf praxisnahe und problemorientierte forstliche Forschung für die bayerische Forstverwaltung. Als selbstständige Sonderbehörde war die FVA dem Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten zugeordnet und die Vorläuferin der heutigen Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF). Unter Goettlings Führung konnte die FVA trotz anfänglicher personeller, organisatorischer und räumlicher Schwierigkeiten unter erschwerten Bedingungen aktiv mit der Erfassung von neuartigen Waldschäden beginnen und durch die Anlage zahlreicher Versuche, Test- und Probeflächen zur Entwicklung von Hilfs- und Gegenmaßnahmen beitragen.

Goettling leitete die FVA bis Mitte der 1980er Jahre. Im Alter von 56 Jahren stellte er im Range eines Leitenden Forstdirektors Anfang 1986 einen Antrag auf Versetzung in den vorzeitigen Ruhestand. Der damalige bayerische Staatsminister Hans Eisenmann würdigte bei Goettlings Verabschiedung seine Leistungen beim Aufbau einer eigenständigen forstlichen Forschungseinrichtung und überreichte ihm zum Dank den Ehrentellers des Staatsministeriums. Zu Goettlings Nachfolger wurde Robert Holzapfl ernannt, der seinen Dienst am 1. März 1986 antrat.

Noch im Jahr seines Ruhestandseintritts, 1986, verstarb Hanskarl Goettling. Sein genaues Todesdatum ist nicht überliefert.

Hanskarl Goettling-Stiftung und Hanskarl-Goettling-Preis Bereits zu Lebzeiten gründete Goettling eine Stiftung. Die Hanskarl Goettling-Stiftung vergibt seit 1988 jährlich den Hanskarl-Goettling-Preis für besondere, praxisorientierte Leistungen in der angewandten forstlichen Forschung. Der Stifter selbst wählte noch den Landeskonservator Rudolf Hüser als ersten Preisträger aus, der den Preis am 20. Juli 1988 aus den Händen des bayerischen Landwirtschaftsministers entgegennahm.In: Allgemeine Forstzeitschrift, Band 43, Bayerischer Landwirtschaftsverlag, 1988, S. 850 (Digitalisat (Snippet)) Zu den ausgezeichneten Wissenschaftlern zählten unter anderen Helge Walentowski (2001), Jörg Müller (2006) und Christian Ammer (2008). Als Veranstaltungsort für die Preisverleihung 2008 wurde bewusst die Stadt Töging am Inn gewählt, wo der Stifter 40 Jahre zuvor seine Dissertation abgeschlossen hatte.20 Jahre Hanskarl-Goettling-Preis. In: Waldforschung aktuell, 15. Jg., Nr. 62, 2008, S. 31 (Digitalisat).

Gedenken Neben der nach ihm benannten Stiftung und dem Goettling-Forschungspreis erinnert auch der Hanskarl-Goettling-Saal im Gebäude der LWF in Freising an den Verstorbenen.

Schriften (Auswahl) Die Waldbestockung der bayerischen Innauen. Mit 14 Abb., 4 farb. Karten und 12 Tabellen. Parey, Hamburg 1968. (Münchner Universitäts-Schriften, Staatswirtschaftliche Fakultät) auch erschienen als Beilage Forstwirtschaftliche Forschungen des Forstwissenschaftlichen Centralblatts, Band 29. Die Ausbildung forstlicher Betriebsleiter einst und jetzt. In: Allgemeine Forstzeitschrift. Jg. 33, 1978, S. 1150–1158. Die Neuorganisation der Bayerischen Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt. In: Allgemeine Forst Zeitschrift. Jg. 36, 1981, S. 831–832. Ermittlung des Schadensumfanges bei Fichte und Kiefer in Bayern. In: Allgemeine Forst Zeitschrift, Jg. 38, 1983, S. 646–647.

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