Charlo Mor von Weber (geb. 8. Juni 1898 als Charlotte Elisabeth Mohr in München; gest. 20. November 1984 in Ebenhausen) war eine deutsche Autorin, Grafikerin, Theaterfotografin und Journalistin.
Leben und Werk Charlo Mor von Weber wurde als Tochter des jüdischen Kaufmanns Leopold Mohr (1865–1941) und seiner Frau Luise Klara Anna Mohr (geb. Wagner, 1875–1959) in München geboren.Gedenkbuch Münchner Juden: „Leopold Mohr“ abgerufen am 28. Juni 2025.
Zwischen 1923 und 1979 verfasste sie Märchen, Gedichte, Essays und Romane. Anfangs erschienen ihre Werke vorwiegend im Verlag ihres Schwiegervaters Hans von Weber. Nach dem Ende der Zeit des Nationalsozialismus wurde sie als Übersetzerin, Journalistin und Theaterfotografin tätig. Bei Literaturabenden trat sie mit eigenen und fremden Werken auf. Sie arbeitete für den Bayerischen Rundfunk in München. Ihr Leben und ihre Werke sind schwer zu erfassen, da sie unter einer Vielzahl von Pseudonymen publizierte, und ihr Nachlass im Münchner Literaturarchiv Monacensia zwar erfasst, aber weitgehend unausgewertet ist.Literaturportal Bayern: Charlo Mor von Weber im Verzeichnis Nachlässe Personen, abgerufen am 28. Juni 2025. Ihre Tätigkeiten werden im Kalliope-Verbund aufgeführt als Erzählerin, Kunst- und Theaterkritikerin, Essayistin, Romanschriftstellerin, Märchenautorin und Lyrikerin. Die Autorin verwendete zur Bezeichnung ihrer Person die Vornamen Charlo, Charlotte, Ch. und weitere Pseudonyme, die sie mit verschiedenen Varianten ihres Familiennamens kombinierte, z. B. mit Mohr, Mor, Weber oder Mor von Weber. mini|Eintrag von Erika und Thomas Mann im Gästebuch von Charlo Mor von Weber, 18. Oktober 1952 Im Zuge eines Wiedergutmachungsverfahrens nach dem Ende der Zeit des Nationalsozialismus wurde ihr ein Schreibverbot ab 1933 bescheinigt.Monacensia: Bestand Nachlass Charlo Mor von Weber, D17, Schreiben Prof. Manfred Schröter vom 25. Februar 1951.Münchner Merkur: Münchner Schriftstellerinnen lasen, 26. Januar 1950. Erst 1979 ist wieder eine Buchveröffentlichung Rasthaus Herr Berge (Europäischer Verlag, Wien) nachweisbar.Andreas Klimt (Redaktion): Kürschners Deutscher Literatur-Kalender Nekrolog 1971−1998. K.G. Saur 1999, ISBN 3-598-23687-5, S. 651.Wegen der im Nationalsozialismus sogenannten Mischehen wurde Charlo Mor von Weber mit einem Arbeitsverbot aufgrund der Reichsbürgergesetze und der Nürnberger Gesetze belegt. Die Eltern von Wolfgang von Weber waren Hans von Weber und Anna von Weber (geb. Jäger). Da der Vater von Charlotte Mo(h)r jüdischer Abstammung war, galt die Ehe ihrer Eltern als Mischehe. Die Ehe von Charlo Mor von Weber und Wolfgang von Weber wurde geschieden. Im Dritten Reich wurden sogenannte Mischehen oft geschieden, um sich selbst oder den Ehepartner zu schützen. Eine Vielzahl an Manuskripten in ihrem Nachlass blieb unveröffentlicht.
Mit ihrem Ehemann Wolfgang von Weber, dem Sohn des Münchner Verlegers Hans von Weber, lebte Charlo Mor von Weber in München-Solln und nahm am literarischen und gesellschaftlichen Leben in München teil. Sie führte einen lebhaften Briefwechsel und stand in Verbindung mit Konstantin Prinz von Bayern und seiner Frau Maria Adelgunde Prinzessin von Hohenzollern-Sigmaringen, Hans Ludwig Held, Carl Amery, Thomas und Erika Mann, Rudolf Schmitt-Sulzthal, Walter Kolbenhoff oder Karl Scharnagl.Elisabeth Tworek (Hrsg.): Literatur im Archiv – Bestände der Monacensia 2002, S. 86.Charlo Mor von Weber Kalliope Verbund, abgerufen am 4. Juli 2026Deutsches Literaturarchiv: Charlotte von Weber, abgerufen am 28. Juni 2025. Ihr literarischer Nachlass umfasst 132 Manuskripte und rund 2100 Briefe sowie Dokumente in 27 Kassetten.
Charlo Mor von Weber starb am 20. November 1984 im Alter von 86 Jahren in Ebenhausen. Sie wurde auf dem Waldfriedhof Solln beerdigt.Grabstätte 23-U-38. Monacensia: Biographischer Katalog – Weber, Charlotte von
Veröffentlichungen als Autorin Eine Suche nach Veröffentlichungen wird durch die Verwendung mehrerer Pseudonyme erschwert. Die Deutsche Nationalbibliothek erfasst als ihre Pseudonyme: Charlo Mor, Charlot Mor, Charlotte Mor, Elem, Zhiliosta, Lotte (und) Herbert Mohr, Walter Hogard, Yallmar Stern.Deutsche Nationalbibliothek: Mor von Weber, Charlo, abgerufen am 28. Juni 2025. Im Verlag Hans von Weber erschien unter der Leitung ihres Ehegatten Wolfgang von Weber 1925 ein Gedichtband unter dem Pseudonym El Em.
Veröffentlichungen als Autorin unter Pseudonym Sauersüße Liebeslieder, München 1926; 1. kleiner Dreiangeldruck, 8°, Orig.Karton mit Marmorpapierüberzug (als El Em). Der Spiegel der Iris, München 1926, Von anderen Dingen; 36 S., 2. kleiner Druck mit d. Dreiangelzeichen, München 1926, 8°, Orig.Karton mit Marmorpapierüberzug (als Zhiliosta). Von Prinzessinnen und Königssöhnen, Leipzig 1924, Feuer-Verlag; 110 (2) S.mit 4 farb. Illustrationen auf Tafeln von Karl Mühlmeister; Original-Leinenband (als Lotte und Herbert Mohr) Bärbel von Ottenheim. Schauspiel in 4 Akten und einem Vorspiel, Münchner Stadtbibliothek/Monacensia ; Nachl. Charlo Mor von Weber, Signatur: CMvW M 46, 1936. 96 geb. S. Ts. u. 1 Bl. hs. Widm. für Heinz, 1943. (als Walter Hogard) Rasthaus Herr Berge. Trilogie. Geleitwort v. Gottfried Pratschke (Hrsg.), 44 S., OBr. m. OU, E. A., Europäischer Verlag, Wien 1979 (als Yallmar Stern) Die 7-farbige Laterne, Verlag Der Weg, Wiesbaden 1932 (als Charlot Mor)
Veröffentlichungen als Autorin unter eigenem Namen Carl Muth im Exil: Seine Persönlichkeit im Licht meiner Erinnerung; Erschienen in: Die Besinnung, kritische Zeitschrift für Kultur- und Geistesleben. Heft 4 (1949), S. 58–64. Ein Brief von Gustav Meyrink; Erschienen in: Der Zwiebelfisch, Zeitschrift über Bücher, Kunst und Kultur. Heft 8 (1946), S. 10–11. Gedichte aus einem Zyklus: Durchdringend klar ist dieses Menschen Geist... Ein königliches Maß... So groß ist diese königliche Kraft...; Erschienen in: Die Besinnung, kritische Zeitschrift für Kultur- und Geistesleben. Heft 1 (1946), S. 97–99. Paris in Tirol (Prosa), Erschienen in: Der Zwiebelfisch, Zeitschrift über Bücher, Kunst und Kultur. Heft 1 (1946), S. 35–37. Masken (Gedicht), Erschienen in: Der Zwiebelfisch, Zeitschrift über Bücher, Kunst und Kultur. Heft 8 (1946), S. 11. Szene aus Europäische Schattenspiele, Erschienen in: Der Zwiebelfisch, Zeitschrift über Bücher, Kunst und Kultur. Heft 9 (1946), S. 30.
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Anmerkungen
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