Die ISCM Switzerland ist eine nationale Sektion der Internationalen Gesellschaft für Neue Musik (ISCM).Thomas Meyer: World Music Days Zürich 1991 / Weltmusiktage Zürich 1991 – Programm. Schlieren 1991, S. XVI Ihr Ziel ist die Förderung zeitgenössischer Musik. Die ISCM Switzerland ist Mitglied des weltweiten Dachverbandes International Society for Contemporary Music (ISCM/IGNM), der ältesten internationalen Dachorganisation zur Förderung der Neuen Musik.

Geschichte Die ISCM Switzerland wurde im Oktober 1922 auf Initiative des Winterthurer Mäzens Werner Reinhart als eine der weltweit ersten ISCM-Landessektionen gegründet und in den Schweizerischen Tonkünstlerverein STV/ASM integriert. Reinhart war als 1. ISCM-Generalsekretär bereits massgeblich an der Gründung des Dachverbandes im Juni 1922 beteiligt. Gründungspräsident der ISCM Switzerland war der damalige STV-Präsident, Komponist und Dirigent Volkmar Andreae aus Zürich.Gründungsbestätigung IGNM Schweiz, Brief von Werner Reinhart vom 31. Oktober 1922, S. 1, mit freundlicher Genehmigung der Stadtbibliotheken WinterthurGründungsbestätigung IGNM Schweiz, Brief von Werner Reinhart vom 31. Oktober 1922, S. 2, mit freundlicher Genehmigung der Stadtbibliotheken WinterthurGründungsbestätigung IGNM Schweiz, Brief von Werner Reinhart vom 31. Oktober 1922, S. 3, mit freundlicher Genehmigung der Stadtbibliotheken WinterthurAnton Haefeli: Die Internationale Gesellschaft für Neue Musik – Ihre Geschichte von 1922 bis zur Gegenwart. Zürich 1982, S. 621Thomas Meyer: World Music Days Zürich 1991 / Weltmusiktage Zürich 1991 – Programm. Schlieren 1991, S. XVIZur Geschichte der Schweizerischen Gesellschaft für Neue Musik - institutionelle Verflechtungen im Bereich der neuen Musik, musikzeitung.ch, 22. April 2026.

Das Sektionsmandat wird 1922–95 vom Schweizerischen Tonkünstlerverein STV/ASM, 1996–2025 von der Schweizerischen Gesellschaft für Neue Musik SGNM/SSMC und ab 2025 von der Schweizer Musikedition SME/EMS geführt.Schweizer Musikzeitung, 2. Juli 2025

Von 1975 bis 1981 stellte die ISCM Switzerland mit Jacques Guyonnet den ersten und bisher einzigen Schweizer ISCM-Präsidenten.Liste der ISCM-Präsidenten

Aus dem Umfeld der ISCM Switzerland wurden bisher drei Schweizer zu ISCM-Ehrenmitgliedern gewählt: der Dirigent Paul Sacher (1971), der Komponist Klaus Huber (1994) und der Musikwissenschaftler Anton Haefeli (2020).Liste der ISCM-Ehrenmitglieder

Präsidenten (Antrittsjahr in Klammern) Volkmar Andreae (1922, STV, bis 1928 in Personalunion mit dem STV-Präsidium) Hans Ehinger (1934, STV, ad interim) Paul Sacher (1935, STV, ab 1946 in Personalunion mit dem STV-Präsidium) Samuel Baud-Bovy (1955, STV, in Personalunion mit dem STV-Präsidium) Paul Müller (1960, STV, in Personalunion mit dem STV-Präsidium) Constantin Regamey (1963, STV, in Personalunion mit dem STV-Präsidium) Hermann Haller (1968, STV, in Personalunion mit dem STV-Präsidium) Julien-François Zbinden (1973, STV, in Personalunion mit dem STV-Präsidium) Francis Travis (1974, STV) Fritz Muggler (1978, STV) Jean-Luc Darbellay (1995, STV, ab 1996 SGNM) Max E. Keller (2007, SGNM) Nicolas Farine (2010, SGNM) Javier Hagen (2014, SGNM).Schweizer Musikzeitung, 18. Dezember 2013 Christian Spitzenstaetter (2025, SME).Schweizer Musikzeitung, 2. Juli 2025

Die ISCM Switzerland war unter anderem dafür besorgt, dass die ISCM World New Music Days (Weltmusiktage) sechsmal in der Schweiz stattfanden: 1926, 1929, 1957, 1970, 1991 und die ISCM World Music Days 2004, letztere unter der Leitung von Mathias Steinauer.Liste aller ISCM World New Music Days In die Annalen der Weltmusiktage in der Schweiz fallen mehrere musikgeschichtlich bedeutende Uraufführungen, darunter 1926 die viel beachtete Uraufführung von Anton Weberns 5 Orchesterstücken op. 10 unter der Leitung des Komponisten,Anton Haefeli: Die Internationale Gesellschaft für Neue Musik – Ihre Geschichte von 1922 bis zur Gegenwart. Zürich 1982, S. 146 und 1957 in Zürich die szenische Uraufführung von Arnold Schönbergs Opernfragment Moses und Aron.Anton Haefeli: Die Internationale Gesellschaft für Neue Musik – Ihre Geschichte von 1922 bis zur Gegenwart. Zürich 1982, S. 514 1957 wurde – ebenfalls in Zürich – erstmals in der Geschichte der ISCM-Weltmusiktage elektronische Musik gespielt.Anton Haefeli: Die Internationale Gesellschaft für Neue Musik – Ihre Geschichte von 1922 bis zur Gegenwart. Zürich 1982, S. 513

ISCM Weltmusiktage in der Schweiz 4. ISCM World New Music Days, 18.–23. Juni 1926, Jury: Arthur Bliss, Arthur Honegger, Hermann Scherchen, Walther Straram, Karol Szymanowski; in Zürich 7. ISCM World New Music Days, 6.–10. April 1929, Jury: Ernest Ansermet, Willem Piper, Maurice Ravel, Božidar Širola, Heinz Tiessen; in Genf 31. ISCM World New Music Days, 31. Mai – 6. Juni 1957, Jury: Boris Blacher, Karl-Birger Blomdahl, Rolf Liebermann, Roger Sessions, Roman Vlad; in Zürich 44. ISCM World New Music Days, 19.–26. Juni 1970, Jury: Carel Brons, Cristóbal Halffter, Rudolf Maros, Paul Sacher, Aulis Sallinen; in Basel 65. ISCM World New Music Days, 13.–23. September 1991, Jury: Jürg Wyttenbach, Frances-Marie Uitti, Sukhi Kang, Frank Schneider, Jōji Yuasa; in Zürich 78. ISCM World New Music Days, 3.–12. November 2004, Jury: Chaya Czernowin, Jonathan Harvey, Toshio Hosokawa, Isabel Mundry, Graciela Paraskevaídis; in Luzern, Lugano, Winterthur, Basel, La Chaux-de-Fonds, Biel, Lausanne, Genève, Aarau, Bern, Zürich

Quelle:Liste aller ISCM World New Music Days

Bedeutende Aufführungen und Uraufführungen an den ISCM Weltmusiktagen in der Schweiz 1926, Zürich, Paul Hindemith, Konzert für Orchester, op. 38 1926, Zürich, Anton Webern, 5 Stücke für Orchester, op. 10 (Uraufführung) 1926, Zürich, Kurt Weill, Violinkonzert, op. 12 1929, Genf, Leoš Janáček, Missa Glagolskaya 1957, Zürich, Karl Amadeus Hartmann, Symphonie Nr. 6 1957, Zürich, Arnold Schönberg, Moses und Aron (szenische Uraufführung) 1991, Zürich, Rolf Liebermann, 3 x 1 = CH + X 1991, Zürich, Klaus Huber, Erniedrigt – geknechtet – verlassen – verachtet... 1991, Zürich, Heinz Holliger, Scardanelli-Zyklus 1991, Zürich, Karlheinz Stockhausen, In Freundschaft 1991, Zürich, Karlheinz Stockhausen, Mikrophonie I 1991, Zürich, Wolfgang Rihm, Hölderlin-Fragmente 1991, Zürich, Friedrich Cerha, 2nd String Quartet 1991, Zürich, Liza Lim, Voodoo Child 1991, Zürich, Mauricio Kagel, Sonant 2004, Schweiz, Carola Bauckholt, Hubschrauber 2004, Schweiz, Oscar Bianchi, De rerum natura 2004, Schweiz, Elliott Carter, Dialogues pour piano et orchestre 2004, Schweiz, Unsuk Chin, Violin Concerto 2004, Schweiz, Brian Ferneyhough, Opus Contra Naturam 2004, Schweiz, Lars Petter Hagen, Voices to voices, lip to lip 2004, Schweiz, Michael Jarrell, Abschied 2004, Schweiz, Heinz Holliger, Turm Musik 2004, Schweiz, Johannes Schöllhorn, Rote Asche (Uraufführung)

Quelle:Anton Haefeli: Die Internationale Gesellschaft für Neue Musik – Ihre Geschichte von 1922 bis zur Gegenwart. Zürich 1982, S. 479–609

Literatur Anton Haefeli: Die Internationale Gesellschaft für Neue Musik – Ihre Geschichte von 1922 bis zur Gegenwart. Atlantis Musikbuch-Verlag, Zürich 1982, ISBN 3-7611-0596-7. Joseph Willimann: pro Musica – der neuen Musik zulieb. 50 Jahre Pro Musica, Ortsgruppe Zürich der Internationalen Gesellschaft für Neue Musik. Atlantis Musikbuch, Zürich 1988, ISBN 3-254-00148-6. Thomas Meyer: World Music Days Zürich 1991 / Weltmusiktage Zürich 1991 – Programm. Swiss Society for Contemporary Music c/o SAFIMM, NZZ Fretz AG, Schlieren 1991. B. Geller, M. Favre, A. Briner, P.-A. Gaillard: Tendances et réalisations – volume commémoratif publié à l’occasion du 75e anniversaire de l’Association des musiciens suisses, 1900–1975. Schweizerischer Tonkünstlerverein/Association Suisse des Musiciens, Atlantis Musikbuch Verlag, Zürich 1975, ISBN 978-376110464-4.

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Einzelnachweise

Kategorie:Institution (Neue Musik) Kategorie:Musikorganisation (Schweiz) Kategorie:Vereinsgründung 1922