mini|hochkant=1.4|Stolpersteine in der Mandellstraße
Die Liste der Stolpersteine in Graz (links der Mur) enthält Stolpersteine in der Stadt Graz, links der Mur. Stolpersteine erinnern an das Schicksal der Menschen, die von den Nationalsozialisten ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden. Die Stolpersteine wurden von Gunter Demnig gefertigt, viele von ihm persönlich verlegt; Planung, Organisation und Finanzierung erfolgten durch den Verein für Gedenkkultur in Graz, zahlreiche Personen spendeten die Verlegung eines Steins.
Verlegte Stolpersteine I. Innere Stadt Im Bezirk Innere Stadt, dem 1. Bezirk von Graz, wurden 26 Stolpersteine an dreizehn Stellen verlegt. Stolperstein Inschrift Verlegeort Name, Leben 120px HIER ARBEITETEFRANZ BARANYAIJG. 1891DEPORTIERTERMORDET JULI 1943AUSCHWITZ Paulustorgasse 8 (geboren 1891) war Polizist beim Sicherheits- und Hilfsdienst in Graz und beschwerte sich brieflich beim Reichsstatthalter wegen „ungerechtfertigter Behandlung als Zigeuner“. Eine Überprüfung der Statthalterei ergab, dass er in der „Zigeunerevidenz“ seines Heimatorts aufschien. Seine Brüder waren schon deportiert worden, seine Deportation war geplant. Obwohl er einen Ariernachweis vorlegen konnte, wurde entschieden, dass er „als Vollzigeuner zu betrachten“ sei. Im April 1942 wurde er aus dem Polizeidienst entlassen, verlor danach immer wieder seine Arbeitsstellen, da der Landrat von Fürstenfeld ständig bei Arbeitgebern auf seine „Zigeuner-Abstammung“ hinwies. Baranyai wurde deportiert und im Juli 1943 im KZ Auschwitz-Birkenau ermordet. 120px HIER WOHNTEHILDEGARD BURGERGEB. FREIHSEJG. 1903IM WIDERSTAND/KPÖVERHAFTET 1941'HOCHVERRAT'TODESURTEIL 20.5.1943HINGERICHTET 23.9.1943 Sackstraße 26 geb. Freihse wurde am 6. November 1905 in Zeltweg geboren, lebte als Hausfrau in Graz, unterstützte die Rote Hilfe und war ab 1940 im kommunistischen Widerstand als Verbindungsfrau aktiv. Sie wurde 1935, 1939 und zuletzt 1941 von der Gestapo verhaftet. Am 20. Mai 1943 wurde sie wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“, etwa durch Weitergabe der Zeitschrift Der rote Stosstrupp, vom Oberlandesgericht Wien, das in Graz tagte, zum Tode verurteilt und am 23. September 1943 im Landesgericht Graz durch das Fallbeil hingerichtet. Ihr Name findet sich auf der Gedenktafel im ehemaligen Hinrichtungsraum des Grazer Landesgerichts. 120px HIER ARBEITETEMARIA (MARY)DICKERGEB. KOREFJG. 1867GESCHÄFT 1938 'LIQUIDIERT'UNFREIWILLIG VERZOGEN1939 WIENSCHICKSAL UNBEKANNT Sackstraße 16 120px HIER ARBEITETEMICHAEL DICKERJG. 1867GESCHÄFT 1938 'LIQUIDIERT'SCHICKSAL UNBEKANNT Sackstraße 16 , Geschäftspartner von Markus Silberstein 120px HIER ARBEITETEROSA DICKERJG. 1872GESCHÄFT 'ARISIERT' 1938UNFREIWILLIG VERZOGEN1939 WIENDEPORTIERT 20.6.1942THERESIENSTADT1942 TREBLINKAERMORDET Albrechtgasse 4 120px HIER WOHNTEROSA DICKERJG. 1872GESCHÄFT 'ARISIERT' 1938UNFREIWILLIG VERZOGEN1939 WIENDEPORTIERT 20.6.1942THERESIENSTADT1942 TREBLINKAERMORDET Sackstraße 21 120pxHIER WOHNTEANKE EDLINGERGEB. SUKNAIĆJG. 1892IM WIDERSTAND / KPÖVON GESTAPOVERHAFTET 19.9.1944DEPORTIERTRAVENSBRÜCKBEFREIT Joanneumring 16 , geborene Suknaić (1892–1980) kpoe-steiermark.at 120px HIER ARBEITETEELLA FLESCHJG. 1900FLUCHT 1933 AUS LEIPZIGFLUCHT 1938SCHWEIZ Opernring vor der Oper , Sopransängerin, geboren 1900 120px HIER WOHNTEEDUARD HAFNERJG. 1850FLUCHT 1939JUGOSLAWIEN Neutorgasse 49 120px HIER WOHNTE/ARBEITETEWALTER HAFNERJG. 1890GESCHÄFT 'ARISIERT' 1938FLUCHT 1939JUGOSLAWIEN, FRANKREICHINTERNIERT 1940 LIBOURNEENTLASSENFLUCHT 1941TRINIDAD, USA Neutorgasse 49 120px HIER ARBEITETEHERTHA HEGERJG. 1918MÄRZ 1938 ENTLASSENFLUCHT 1939SCHWEIZ Opernring vor der Oper , Schauspielerin, geboren 1918 120px HIER WOHNTEANNA HERZOGGEB. REICHJG. 1883UNFREIWILLIG VERZOGEN1938 WIENFLUCHT 1939ENGLAND Radetzkystraße 8 120px HIER WOHNTEUND ARBEITETEDAVID HERZOGJG. 1869VERHAFTET MÄRZ 1938MISSHANDELTUNFREIWILLIG VERZOGEN1938 WIENFLUCHT 1939ENGLAND Radetzkystraße 8 , Historiker und Landesrabbiner für Steiermark und Kärnten. An ihn und seine Misshandlung erinnert weiters eine Gedenktafel am Haus Radetzkystraße 8 und das "Lauftext Mahnmal" (2013 und 2021) von Catrin Bolt, das sich auf Gehsteigen von dort bis zum Griesplatz hinzieht. 120px HIER WOHNTEFRIEDRICH HERZOGJG. 1907FLUCHT 1939SCHWEDEN1940 USA Radetzkystraße 8 , Sohn von David und Anna 120px HIER WOHNTEROBERT HERZOGJG. 1903UMZUG FRANKREICHINTERNIERT DRANCYDEPORTIERT 1943SOBIBOR, MAJDANEKSCHICKSAL UNBEKANNT Radetzkystraße 8 , Sohn von David und Anna 120px HIER ARBEITETEFRITZ JAHODAJG. 1909FLUCHT 1933 AUS KÖLNFLUCHT 1938ENGLAND, USA Opernring vor der Oper , Pianist und Dirigent, geboren 1909 120px HIER WOHNTEHANS LANGJG. 1912FLUCHT 1938PALÄSTINA Kaiserfeldgasse 21 120px HIER WOHNTEAMALIE 'MELANIE'SILBERSTEINJG. 1919'SCHUTZHAFT' 1938FLUCHT 1939ENGLANDKapistran Pieller-Platz (vorher Neutorgasse 6–8) , Familie Silberstein (Neutorgasse) 120px HIER WOHNTEOTMAR SILBERSTEINJG. 1921MAI 1938DER SCHULE VERWIESEN'SCHUTZHAFT' 1938DACHAUENTLASSEN 23.12.1938FLUCHT 1939ENGLANDUSAKapistran Pieller-Platz (vorher Neutorgasse 6–8) (2), Familie Silberstein (Neutorgasse), Sohn von Robert und Rejla Feiga 120px HIER WOHNTE/ARBEITETEREJLA FEIGASILBERSTEINJG. 1894GESCHÄFT 1938 'ARISIERT''SCHUTZHAFT' 1938FLUCHT 1939ENGLANDKapistran Pieller-Platz (vorher Neutorgasse 6–8) , Familie Silberstein (Neutorgasse) 120px HIER WOHNTE/ARBEITETEROBERT SILBERSTEINJG. 1894GESCHÄFT 1938 'ARISIERT''SCHUTZHAFT' 1938FLUCHT 1939ITALIEN, FRANKREICHIN FRZ. ARMEEFLUCHT 1942 USAKapistran Pieller-Platz (vorher Neutorgasse 6–8) , Familie Silberstein (Neutorgasse), Bruder von Markus (Modehaus) 120px HIER WOHNTESAMUEL SILBERSTEINJG. 1924'SCHUTZHAFT' 1938FLUCHT 1939ENGLANDUSAKapistran Pieller-Platz (vorher Neutorgasse 6–8) mini|hochkant=0.5|Stolperstein 2016 Sohn von Robert und Rejla Feiga, der Stolperstein wurde zwischen 2016 und 2022 ausgetauscht. 120px HIER WOHNTEFRIEDERIKE SPIEGELGEB. LUSTIGJG. 1900FLUCHT 1938FRANKREICH1939 PALÄSTINA Schmiedgasse 38 120px HIER WOHNTELEO SPIEGELJG. 1890VERHAFTET 9.11.1938FLUCHT 1938FRANKREICH1939 PALÄSTINA Schmiedgasse 38 120px HIER WOHNTESUSANNE SPIEGELJG. 1925FLUCHT 1938FRANKREICH1939 PALÄSTINA Schmiedgasse 38 120pxHIER ARBEITETEALBERT WEINBERGERJG. 1906BERUFSVERBOT 1938FLUCHT 1939SCHWEIZ, PALÄSTINA Herrengasse 3 wurde am 9. Februar 1906 in Preßburg geboren. Seine Eltern waren der Gemischtwarenhändler Moritz Weinberger (1872–1938) und Berta geb. Lustig (1872–1931). Er hatte fünf Geschwister. Er studierte Rechtswissenschaften und wurde Rechtsanwalt in Graz. 1938/39 war er interimistischer Vorstand der Jüdischen Gemeinde Graz. 1939 flüchteten er, seine beiden Brüder, eine seiner Schwestern und weitere Verwandte nach Palästina. 1954 kehrte er nach Österreich zurück. Er starb 1988 in Wien.MeinBezirk.at: Stolpersteinverlegung für jüdische Kaufmannsfamilie Weinberger, 25. Oktober 2021
Stolpersteine für seinen Vater, drei Geschwister, einen Schwager und einen Neffen wurden in Frohnleiten verlegt, siehe Liste der Stolpersteine in Frohnleiten.
II. St. Leonhard Im Bezirk St. Leonhard, dem 2. Bezirk von Graz, wurden sechzehn Stolpersteine an dreizehn Stellen verlegt.