Ernst Hahn (* 22. April 1865 in Breslau; † 17. März 1940 in Berlin-Wilmersdorf) war ein deutscher Jurist und konservativer Kommunalpolitiker.
Leben Der Sohn eines Professors der Theologie wuchs in Breslau auf. Nach seinem einjährigen Freiwilligendienst beim Militär studierte er in Heidelberg Jura und Verwaltung. 1891 promovierte er zum Dr. jur., war zwei Jahre als Gerichtsassessor und Helfer bei einem Rechtsanwalt tätig, bevor er dann zum Stadtrat von Dessau gewählt wurde.
1896 wählte man ihn in den Landtag des Herzogtums Anhalt und zum Oberbürgermeister von Zerbst.
Am 1. April 1901 übernahm er das Amt des Amts- und Gemeindevorstehers von Boxhagen-Rummelsburg und übte es bis zum 1. April 1912 aus. In seine Amtszeit fiel die rasante Entwicklung von Wohnungsbau, Verkehr und Industrie in der Gemeinde. Dennoch war das Geld knapp. Eine Eingemeindung nach Berlin schlug fehl, so dass man sich der Stadt Lichtenberg anschloss. Das Ende seiner Amtszeit bedeutete auch das Ende der kommunalen Selbstständigkeit von Boxhagen-Rummelsburg und seine Eingemeindung nach Lichtenberg.
Hahn residierte im Rathaus an der Türrschmidtstraße 24, ab 1912 als Stadthaus bezeichnet. Heute ist der Teil des Rathauses, der den Zweiten Weltkrieg überdauerte, in das Museum Lichtenberg im Stadthaus integriert.
Hahn arbeitete nach dem Rückzug aus dem öffentlichen Amt bei einer Versicherung in Wilmersdorf.Das Museum Lichtenberg erinnerte an den 160. Geburtstag Ernst Hahn.
Sein Nachlass befindet sich seit 2015 im Museum Lichtenberg.Dirk Moldt: Eine Straße ohne Häuser – die Hahnstraße. In: Friedrichshainer ZeitZeiger vom Mai 2015.
Familie Seit 1893 war Ernst Hahn mit Katharina Reulecke verheiratet und hatte mit ihr eine Tochter.
Ehrungen
Oberregierungsrat
Roter Adlerorden IV. Klasse 1912 wurde die Hahnstraße nach ihm benannt. Sie führte von der Boxhagener Straße zur Wühlischstraße (zum Wühlischplatz). 1970–1972 wurde sie mit der Zilleschule und deren Turnhalle überbaut und aufgehoben.Wanja Abramowski: Boxhagen – zwischen Aufruhr und Langeweile. Eine Stadtteilgeschichte. Quartiersmanagement Boxhagener Platz, Berlin-Friedrichshain 2003, S. 21Fritz Wollenberg: Friedrichshain – vertraut und doch geheimnisvoll. Spaziergang 4. Boxhagener Kiez. Berlin 2025, S. 84.
Literatur Dirk Moldt: Eine Straße ohne Häuser – die Hahnstraße. In: Friedrichshainer ZeitZeiger vom Mai 2015. Wanja Abramowski: Boxhagen – zwischen Aufruhr und Langeweile. Eine Stadtteilgeschichte. Quartiersmanagement Boxhagener Platz, Berlin-Friedrichshain 2003. Fritz Wollenberg: Friedrichshain – vertraut und doch geheimnisvoll. Spaziergang 4. Boxhagener Kiez. Berlin 2025. ISBN 978-3-9823965-7-6
Weblink Dirk Moldt: Eine Straße ohne Häuser – die Hahnstraße. In: Friedrichshainer ZeitZeiger vom Mai 2015
Einzelnachweise
Kategorie:Bürgermeister (Zerbst/Anhalt) Kategorie:Kommunalpolitiker (Berlin) Kategorie:Landtagsabgeordneter (Herzogtum Anhalt) Kategorie:Politiker (19. Jahrhundert) Kategorie:Politiker (20. Jahrhundert) Kategorie:Träger des Roten Adlerordens 4. Klasse Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1865 Kategorie:Gestorben 1940 Kategorie:Mann