mini|Heilig Kreuz in Thann mini|Innenraum Die römisch-katholische Filialkirche Heilig Kreuz steht in Thann, einem Gemeindeteil von Großkarolinenfeld im Landkreis Rosenheim in Oberbayern. Sie ist in der Liste der Baudenkmäler in Großkarolinenfeld als Baudenkmal unter der Nr. D-1-87-137-11 eingetragen. Die Kirche gehört zum Dekanat Rosenheim im Erzbistum München und Freising. Sie ist nicht zu verwechseln mit der ebenso benannten Pfarrkuratie in einem anderen Ortsteil der Gemeinde: Heilig Kreuz (Tattenhausen).

Geschichte Der Zeitpunkt der Errichtung der ersten Kapelle in Thann lässt sich nicht mehr feststellen. In den Kirchenverzeichnissen von 1315 und 1524 wird der Ort nicht aufgeführt, was vermutlich darauf zurückzuführen ist, dass die Kapelle als Privatbesitz zum Edelsitz der Thanner auf Thann gehörte.

1674 nahm eine Wallfahrt nach Thann ihren Anfang: Die im Markt Aibling lebende Anastasia Parzner, die als besessen galt, wurde nach Benediktbeuern gebracht und dort von ihrer Besessenheit exorziert. Der „höllische Geist" soll dabei verlangt haben, dass dem alten Kreuz in Thann größere Verehrung entgegengebracht werde, woraufhin dieses von der Seite auf den Choraltar versetzt wurde. Die Kapelle entwickelte sich in der Folge zu einem eigenständigen Gotteshaus, in dem öffentlicher Gottesdienst gefeiert werden konnte. 1675 gestattete der Fürstbischof von Freising offiziell die Wallfahrt, die bald großen Zulauf erhielt. Nachdem der Markt Aibling wiederholt schweren Hagelschaden erlitten hatte, gelobte er 1717 einen jährlichen Kreuzgang nach Thann zum dortigen Kirchweihfest.

Die dadurch entstandene Kirche wurde mitsamt ihren drei Altären am 20. Juni 1709 von Fürstbischof Johann Franz Eckher von Kapfing und Liechteneck geweiht. Aus dieser Bauzeit stammen auch die Bilder der Emporenbrüstung, die die sieben Todsünden in ihrer Beziehung zum Leiden Christi darstellen.

Anlässlich einer Renovierung im Jahr 1936 schuf der Aiblinger Kirchenmaler Georg Hilz die Altarblätter der beiden Seitenaltäre mit Darstellungen des heiligen Bruder Konrad und der heiligen Elisabeth sowie das Deckenfresko im Langhaus, das die Schlacht an der Milvischen Brücke in Rom zeigt.

Im September 2009 beging die Filialgemeinde das 300-jährige Weihejubiläum der Kirche gemeinsam mit Prälat Joseph Obermaier.

Bis heute unternehmen benachbarte Pfarrgemeinden regelmäßig Fußwallfahrten nach Thann.

Beschreibung/Ausstattung Das Langhaus der seit 1674 bestehenden barocken Wallfahrtskirche wurde 1702 erbaut. Der eingezogene Chor im Osten ist das ehemalige Kirchenschiff des Vorgängerbaus. An seiner Stirnseite befindet sich die Sakristei. Auf dem Satteldach des Chors erhebt sich ein achteckiger Dachreiter mit Zwiebelhaube, der den Glockenstuhl und die Turmuhr enthält. Das Langhaus ist mit einer Flachdecke überspannt. Die Assistenzfiguren des um 1730 gebauten Hochaltars gestaltete Joseph Götsch. Bemerkenswert sind außerdem die zahlreichen Votivtafeln.

Die Orgel mit sechs Registern auf einem Manual und Pedal wurde 1870 von Jakob Müller gebaut.

Literatur

Weblinks

Kleiner Kirchenführer mit Fotos

Einzelnachweise

Kategorie:Kirchengebäude im Landkreis Rosenheim Kategorie:Baudenkmal in Großkarolinenfeld Kategorie:Heilig-Kreuz-Kirche Kategorie:Wallfahrtskirche des Erzbistums München und Freising Kategorie:Filialkirche des Erzbistums München und Freising Kategorie:Saalkirche in Bayern Kategorie:Barocke Kirche Kategorie:Barockbauwerk in Bayern Kategorie:Erbaut in den 1700er Jahren Kategorie:Kirchengebäude in Europa