Der Kreis Hattingen war von 1885 bis 1929 ein Landkreis im Regierungsbezirk Arnsberg der preußischen Provinz Westfalen. Der Sitz der Kreisverwaltung befand sich in der Stadt Hattingen.

Verwaltungsgeschichte Das stetige Anwachsen der Bevölkerung, das in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts im Bereich des späteren Ruhrgebiets erfolgte, betraf auch den Landkreis Bochum. Dessen Einwohnerzahl übertraf bald die für Kreise als angemessen betrachtete Höhe. Eine Verkleinerung erschien geboten. Daher wurde am 1. Juli 1885 aus dem südlichen Teilen des Bochumer Kreisgebietes der neue Kreis Hattingen gebildet.territorial.de: Kreis Hattingen 1886 umfasste der Kreis fünf Ämter und insgesamt 28 Gemeinden: Verwaltungsgliederung 1886 Amt Gemeinden Blankenstein Blankenstein, Buchholz, Holthausen, Stiepel und Welper Hattingen Altendorf, Baak, Bredenscheid, Dumberg, Niederbonsfeld, Niederelfringhausen, Niederstüter, Niederwenigern, Oberelfringhausen, Oberstüter und Winz Heven-Herbede Durchholz, Heven, Ostherbede, Vormholz und Westherbede Königssteele Eiberg, Freisenbruch, Horst und Königssteele Linden-Dahlhausen Dahlhausen und Lindenamtsfrei Hattingen Nach dem Ersten Weltkrieg verringerte sich schrittweise die Zahl der Gemeinden des Kreises. Zunächst wurden 1919 Eiberg, Freisenbruch und Horst nach Königssteele eingemeindet. 1921 wurden Linden und Dahlhausen zur Gemeinde Linden-Dahlhausen zusammengeschlossen. Am 1. Juli 1921 wurde Heven in die kreisfreie Stadt Witten eingemeindet. Das Amt Heven-Herbede hieß seitdem Amt Herbede.

Der größte Teil von Königssteele wurde 1926 nach Steele im rheinischen Landkreis Essen eingemeindet. Der übrige Teil von Königssteele fiel an die Stadt Wattenscheid und blieb westfälisch. Im selben Jahr wurden Baak, Dumberg, Niederbonsfeld und Niederwenigern nach Winz eingemeindet, Bredenscheid und Niederstüter zur Gemeinde Bredenscheid-Stüter vereinigt sowie Durchholz, Ostherbede, Vormholz und Westherbede zur Gemeinde Herbede zusammengeschlossen. Zuletzt umfasste der Landkreis noch vier Ämter und insgesamt 14 Gemeinden: Verwaltungsgliederung 1929 Amt Gemeinden Blankenstein Blankenstein, Buchholz, Holthausen, Stiepel und Welper Hattingen Altendorf, Bredenscheid-Stüter, Niederelfringhausen, Oberelfringhausen, Oberstüter und Winz Herbede Herbede Linden-Dahlhausen Linden-Dahlhausenamtsfrei Hattingen Zwischen 1923 und 1925 mussten im Ruhrgebiet aus wirtschaftlichen Gründen 52 Zechen geschlossen werden, darunter allein 21 im Kreis Hattingen. Dies hatte enorme Steuermindereinnahmen zur Folge und stellte den weiteren Bestand des Kreises in Frage. Durch das Gesetz über die kommunale Neugliederung des rheinisch-westfälischen Industriegebiets wurde der Kreis Hattingen zum 1. August 1929 aufgelöst. Linden-Dahlhausen und Stiepel wurden nach Bochum eingemeindet während die restlichen 12 Gemeinden dem neu geschaffenen Ennepe-Ruhrkreis zugeordnet wurden.

Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner 1890 61.763 1900 79.821 1910 97.327 1925 75.420

Kommunalverfassung

Die Kreis Hattingen gliederte sich in die Stadtgemeinde Hattingen, ferner in Landgemeinden, die in Ämtern zusammengefasst waren.

Für diese galt bis zur Auflösung des Kreises die Städte-Ordnung für die Provinz Westphalen vom 19. März 1856 die Landgemeinde-Ordnung für die Provinz Westphalen vom 19. März 1856

Die Kreisverfassung richtete sich nach der Kreisordnung für die Provinz Westfalen vom 31. Juli 1886.

Landräte

1885–1892: Jakob von Neuhaus 1892–1912: Paul Florschütz 1912–1919: Albert Cuntze 1920–1929: Julius Friedrich

Literatur

Weblinks Übersicht über die territoriale Entwicklung des Ennepe-Ruhr-Kreises und seiner Vorgängerkreise

Einzelnachweise

Hattingen Hattingen Kategorie:Geschichte (Ruhrgebiet) Kategorie:Geschichte (Ennepe-Ruhr-Kreis) Kategorie:Geschichte (Hattingen) Hattingen Kategorie:Aufgelöst 1929