Burg Takeda () ist die Ruine einer japanischen Burg aus der Sengoku-Zeit im Stadtteil Wadayama der Stadt Asago im Norden der Präfektur Hyōgo.jcastle.info: (englisch) Sie wird auch als das „Machu Picchu Japans“visitjapan.jp: (englisch) oder als „Burg im Himmel“ bezeichnet. Die Burg wurde während der Sengoku-Zeit zerstört; nur die Fundamente und Steinmauern sind erhalten. Die Ruine steht seit 1943 unter Denkmalschutz.
Lage Die Burg Takeda liegt auf dem Berg Shiroyama an einem strategisch günstigen Punkt. Sie liegt nördlich von Himeji und nordwestlich von Kyōto auf einer Höhe von etwa 353 Metern über dem Meeresspiegel. Sie überblickt die Kreuzung der San’indō-Autobahn von Tanba in die Provinz Inaba mit der Straße Richtung Süden in die Provinz Harima und zum Seto-Binnenmeer. Die Burg liegt außerdem in der Nähe der Ikuno-Mine, einer der größten Silberminen Japans während der Muromachi-Zeit.
Aufgrund ihrer Lage auf einem Berggipfel, oft oberhalb der Wolkendecke, ist die Burgruine zu einer beliebten Touristenattraktion geworden. Sie ist vom Bahnhof Takeda der JR West Bantan Line in 60 Minuten zu Fuß erreichbar, der Aufstieg ist jedoch sehr steil.
Geschichte Das Gebiet kam in der Muromachi-Zeit unter die Kontrolle des Yamana-Klans, einem Nebenzweig des Nitta-Klans. Der Yamana-Klan pflegte enge Beziehungen zum Ashikaga-Shogunat und war einer von vier Klans mit erblichen Ansprüchen auf die Position des Samurai-dokoro. Die Yamana nutzten ihre Position, um schließlich die Position des Shugo über elf der 66 Provinzen Japans zu beanspruchen. Die Ashikaga fürchteten sich jedoch vor der wachsenden Macht des Klans; Shogun Ashikaga Yoshimitsu schürte interne Konflikte innerhalb des Klans und unterstützte den Hosokawa-Klan in seiner Position als Kanrei, um den Yamana entgegenzuwirken. Mitte des 15. Jahrhunderts begann die Macht des Ashikaga-Shogunats zu schwinden, und ein Nachfolgestreit innerhalb des Shogunats führte zum Ōnin-Krieg von 1467 bis 1477.
Burg Takeda wurde etwa um 1441 von Otagaki Mitsukage, einem Gefolgsmann von Yamana Sōzen, erbaut; viele Details sind jedoch unklar und das Datum ist unsicher. 1441 wurde Shogun Ashikaga Yoshinori vom Akamatsu-Klan ermordet. Der Yamana- und der Akamatsu-Klan führten Krieg gegeneinander, und Burg Takeda wurde sowohl zum Schutz der Ikuno-Mine als auch zur Bewachung der Grenze zwischen dem zu Akamatsu gehörenden Harima und dem zu den Yamana gehörenden Tajima errichtet. 1468 wurde eine große Armee des Hosokawa-Klans von den Streitkräften der Yamana unter Führung von Otagaki Mitsukage von Burg Takeda aus besiegt. Der Ōnin-Krieg schwächte den Yamana-Klan, da sich der Konflikt über Jahrzehnte hinzog. Sogar innerhalb ihrer Hochburg Tajima selbst wurden die Yamana meist zu nominellen Oberherren, da lokale Gefolgsleute (wie die Otagaki) weitgehend unabhängig wurden. Unter diesen Umständen wurde der Klan 1576 von Toyotomi Hideyoshi besiegt. Yamana Suketoyo gelang die Flucht nach Sakai, er wurde 1570 von Nobunaga begnadigt und durfte in sein angestammtes Gebiet in Tajima zurückkehren. Obwohl er Nobunaga treu diente, lief der Otagaki-Klan 1580 zum Feind über, als Toyotomi Hideyoshi gegen den Mōri-Klan kämpfte. Hideyoshi beschuldigte die Yamana des Verrats und griff die Burg Arikoyama an, wodurch die Macht des Clans endete. Hideyoshi übergab das Gebiet seinem jüngeren Bruder, Toyotomi Hidenaga.
Hidenaga ernannte seinen General Kuwaharu Shigeharu (1524–1606) zum Kastellan. Nach Hidenagas Versetzung in die Provinz Yamato ernannte Hideyoshi jedoch Akamatsu Hirohide (1562–1600) zum Gouverneur dieser Burg. Unter Hirohide wurde die Burg Takeda erheblich umgebaut. Akamatsu behielt den Grundriss bei: Vom Gipfel des Berges erstrecken sich drei Bergrücken, die jeweils durch Einfriedungen geformt wurden, die das natürliche Gelände umfassend nutzten. Akamatsu fügte Steinmauern und Trockengräben hinzu.
Nach Hideyoshis Tod blieb Akamatsu zunächst der Seite Toyotomis treu, wechselte aber nach der Schlacht von Sekigahara seine Treue zu Tokugawa Ieyasu. Er erhielt den Befehl, die Burg Tottori anzugreifen, wurde beschuldigt, während der Belagerung die Jōkamachi in Brand gesteckt zu haben und wurde zum Seppuku gezwungen. Die Burg Takeda wurde zu diesem Zeitpunkt zerstört, doch die Fundamente und Steinmauern blieben weitgehend intakt.
Die Burg wurde 2006 von der Japan Castle Foundation zu einer der 100 schönsten Burgen Japans gekürt.biglobe.ne.jp: (japanisch)
Anlage Die Burg Takeda liegt auf dem steilen Berg Shiroyama und ist als vollständig mit Steinmauern eingefasste Burganlage angelegt. Sie gilt als eine der letzten Burgen Japans aus der frühen Edo-Zeit, die auf einem Berggipfel errichtet wurden, eine Yamajirō (). Aufgrund ihrer Grundrissgestaltung () wird ihre heute erhaltener Zustand in die frühe Edo-Zeit datiert. mini|Skizze der Burg Takeda Die Burg verfügt über groß dimensionierte Steinmauern, die etwa mit denen der Burg Azuchi vergleichbar sind. Die Burgtore () besitzen Toranlagen in Form eines Masugata (), eingegrenzte Bereiche zwischen zwei Toren, die umringend von einer höheren Position aus beschossen werden konnten. Auf dem höchsten Punkt des Berggrats befindet sich der Honmaru (), der innerste Bereich, an dessen Vorderseite das Fundament des Tenshu (), der Hauptturm einer Burg, liegt. Vom Honmaru erstrecken sich in drei Richtungen große Gruppen von Kuruwa (), befestigte Areale innerhalb der Burg: Kita-Senjō-Kuruwa (), Minami-Senjō-Kuruwa () und Hanayashiki-Kuruwa (). Die gesamte Burganlage umfasst eine Fläche von etwa 18,473 m².
Die Steinmauern wurden in der Anō-Tradition der Steinsetzung () errichtet und stellen ein für die Bergburgen der Toyotomi-Zeit charakteristisches erhaltenes Bauelement dar.
Eine Besonderheit der Burg ist die nahezu identische Höhenlage der drei großen Kuruwa-Gruppen Kita-Senjō-Kuruwa, Minami-Senjō-Kuruwa und Hanayashiki-Kuruwa. Sie liegen jeweils auf etwa 331 m Höhe. Der Honmaru befindet sich dagegen auf 351 m, sodass zwischen ihm und den drei Kuruwa ein Höhenunterschied von etwa 20 m besteht. Dies deutet darauf hin, dass bei der Anlage nicht nur die horizontale, sondern auch die vertikale Gestaltung sorgfältig geplant wurde und die drei Kuruwa-Gruppen gezielt angeordnet wurden. Insgesamt werden einschließlich des Tenshu etwa 20 Yagura (), Wachtürme, vermutet.
Tenshu mini|Fundament des Tenshu Der Tenshu war dreigeschossig und dreistöckig. Sein Fundament besitzt mit etwa 10,7 × 12,7 m eine leicht unregelmäßige Form und ist teilweise erhalten.
Darüber hinaus besaß der Tenshu weder einen eigenen Zugang noch Steintreppen () oder eine unterirdische Kammer (). Er war mit einem seitlich am Tenshu angefügten Yagura () sowie mit den im Honmaru befindlichen Gebäuden verbunden, ein sogenannter „kombinierter Tenshu“ (); der Aufstieg zum Tenshu erfolgte vom Inneremn der Gebäude über Treppen.
Das Fundament des Tenshu befindet sich im Zentrum der Burganlage. Vom am Fuß des Berges gelegenen Burghofbereich () aus lag der Tenshu frontal im Blickfeld und diente als Symbol der Herrschaft und repräsentatives Wahrzeichen der Burg. Unterhalb des Fundaments des Tenshu befand sich im Takamideno-Burgbezirk (), innerhalb des Honmauru, die Residenz des Burgherrn ().
Bilder
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise
Takeda Kategorie:Bauwerk in der Präfektur Hyōgo Kategorie:Asago Kategorie:Erbaut in den 1440er Jahren Kategorie:Zerstört in den 1600er Jahren