mini|Peter Stämpfli (1995) Peter Stämpfli (* 3. Juli 1937 in Deisswil bei Münchenbuchsee; † 20. Februar 2026 in Paris)Disparition de l’artiste suisse Peter Stämpfli (1937–2026), lejournaldesarts.fr, 20. Februar 2026. war ein Schweizer Maler, Zeichner, Grafiker, Bildhauer, Environment-, Installations- und Filmkünstler.
Leben und Wirken Peter Stämpfli besuchte von 1954 bis 1956 die Kunstgewerbeschule Biel und anschliessend bis 1958 die Malschule von Max von Mühlenen in Bern. In einer Ausstellung der Berner Kunsthalle 1958 lernte er die Kunst der jungen US-amerikanischen abstrakten Maler Franz Kline, Jackson Pollock und Mark Rothko kennen.
1959 übersiedelte er nach Paris, wo er sich ein Atelier im Bateau-Lavoir auf dem Montmartre einrichtet. Stämpfli befreundete sich mit Künstlern des Abstrakten Expressionismus und malte Bilder, die von jenen Pollocks kaum zu unterscheiden sind. Unzufrieden mit seinen Werken, suchte er nach neuen Ausdrucksmöglichkeiten und fand sie auf den Plakatwänden der Pariser Métro: Die Werbeplakate begeisterten den jungen Künstler durch Qualitäten, die er für sein Werk nutzen wollte.
Auf der Biennale de Paris von 1963, an der Stämpfli die Schweiz vertrat, zeigte er zum ersten Mal seine Bilder und präsentierte sich als Vertreter der neuen Kunstrichtung Pop Art. 1961 heirateten Peter Spämpfli und die Spanierin Anna-Maria Torellò und zogen gemeinsam in eine Atelierwohnung an der Rue Notre Dame de Lorette.
Ab 1965 kristallisierte sich das Auto als zentrales Motiv in Stämpflis Schaffen heraus, wobei er sich immer stärker ausschnitthaft auf die Autoreifen konzentrierte. Diese Werke der 1960er Jahre zeigen deutlich seine Affinität zur zeitgenössischen Pop Art. Die für den Betrachter noch stets als Autoreifen erkennbare Form reduzierte sich in den folgenden Jahren auf musterartige, zum Teil raumgreifend auf dem Boden oder als Wandbild installierte Strukturen. Zickzacklinien oder ähnliche typische Reifenprofile wurden als extreme ausschnitthafte Close-ups zu stark abstrahierten, minimalistischen Kompositionen die mal Grau in Grau, mal in leuchtenden Farben mit kräftigen Kontrasten erscheinen. Das reale figurative Ausgangsmotiv des Autoreifens verwandelt sich in Stämpfli Arbeiten in ein Kompositionselement zur Inszenierung komplexer, zum Teil zeichenhaft anmutender Bild-Raum-Strukturen. Dieses Darstellungsprinzip überführt er auch in monumentale Wandmalereien im öffentlichen Raum, in Glasmalereien für sakrale Räume und in an Fahnenmasten aufgezogene Flaggen. mini|Peter Stämpfli, Rotula, 2004 1967 repräsentierte Stämpfli zusammen mit Andreas Christen die Schweiz auf der Biennale von São Paulo und 1970 bespielte er zusammen mit Walter Vögeli den Schweizer Pavillon auf der Biennale von Venedig. Seither fanden zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland statt. 1980 wurden seine Arbeiten im Centre Pompidou in Paris ausgestellt, 1982 im Aargauer Kunsthaus. Retrospektive Einzelausstellungen widmeten ihm das Musée des Beaux-Arts in Dôle 1994, das Musée d’art et d’histoire de Fribourg 1999 sowie die Galerie Jeu de Paume in Paris im Jahr 2002.
Ab 2003 entstanden zahlreiche vollplastische und stelenartige Skulpturen, die das malerisch verfremdete Motiv der Reifenprofile gleichsam wieder in ein dreidimensionales Objekt zurückverwandeln. Peter Stämpfli gestaltete auch Druckgrafiken und experimentelle Kurzfilme.
Sammlungen und Museen Werke von Peter Stämpfli finden sich in folgenden Sammlungen und Museen:
Museum of Modern Art, New York Aargauer Kunsthaus, Aarau Kunstmuseum Bern CAPC MAC, Bordeaux Lieu d’art et action contemporaine de Dunkerque Museu Coleção Berardo, Lissabon Centre Pompidou, Paris Museum für Kommunikation Bern Fundació Stämpfli, Sitges
Ausstellungen (Auswahl) 1966: Galerie Rive Droite, Paris – : Galerie Bischofberger, Zürich 1968: Instituto Torcuato Di Tella, Buenos Aires 1972: Palais des Beaux-Arts de Bruxelles 1974: Museum Galliéra, Paris 1980: Centre Pompidou, Paris 1982: Galerie Maeght, Zürich – : Aargauer Kunsthaus, Aarau – : Galerie Sapone, Nizza 1985: Middelheim Biennale, Antwerpen – : Dinge des Menschen. Kunsthalle Recklinghausen 2002: Jeu de Paume, Paris 2011: Davide Cascio und Peter Stämpfli: James Bond & Pin-Ups. Kunstmuseum Thun 2017: Swiss Pop Art. Aargauer Kunsthaus, Aarau
Veröffentlichungen (Auswahl) Helen Hirsch (Hrsg.): Davide Cascio und Peter Stämpfli: James Bond & Pin-Ups. Verlag für moderne Kunst, Nürnberg 2011, ISBN 978-3-86984-234-9.
Literatur Herbert Read (Hrsg.): DuMont’s Künstlerlexikon. Deutsche Überarbeitung und Ergänzung von Karin Thomas, DuMont Buchverlag, Köln 1997, ISBN 3-7701-4015-X, S. 608.
Weblinks
Werke von Peter Stämpfli im Museum für Gestaltung Zürich Werke von Peter Stämpfli in der Plakatsammlung Schule für Gestaltung Basel Werke von Peter Stämpfli im Museum of Modern Art New York Werke von Peter Stämpfli im Kunstmuseum Thun Werke von Peter Stämpfli bei artnet
Einzelnachweise
Kategorie:Maler (Schweiz) Kategorie:Maler (Abstrakte Malerei) Kategorie:Bildhauer (Schweiz) Kategorie:Bildhauer (Abstrakte Bildhauerei) Kategorie:Teilnehmer einer Biennale von São Paulo Kategorie:Teilnehmer einer Biennale di Venezia Kategorie:Schweizer Kategorie:Geboren 1937 Kategorie:Gestorben 2026 Kategorie:Mann