mini|Bitterfelder Bogen (2006)

Claus Bury (* 29. März 1946 in Gelnhausen-Meerholz) ist ein deutscher Goldschmied und Bildhauer. Bekannt wurde er durch seine monumentalen architektonischen Skulpturen im öffentlichen Raum.Undine von Rönn: , art Kunstmagazin, 23. Juli 2014. Er brachte die Pop-Art in die Goldschmiedekunst ein.Martha Schmidt: Goldschmied und Bildhauer, Claus Bury, abgerufen am 12. Januar 2022.

Leben Bury ist der Sohn des Fritz Bury und dessen Ehefrau Gerda, geb. Dinse und ein Nachfahre des Strassburger Goldschmieds Jean Jacques Bury. Er absolvierte traditionsgemäß eine Ausbildung als Goldschmiedegeselle an der Staatlichen Zeichenakademie in Hanau von 1962 bis 1965. Von 1965 bis 1969 studierte er an der Werkkunstschule Pforzheim (heute: Hochschule Pforzheim). 1976 erhielt er ein Stipendium des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft im BDI (BDI), 1981 ein Stipendium des National Endowment for the Arts, Washington. Von 1979 bis 1984 lebte Bury in den USA, in Providence, Rhode Island.

1986 erhielt er den August-Seeling-Förderpreis des Fördererkreises des Wilhelm-Lehmbruck Museums, Duisburg, und 1991 den Kunstförderpreis Stadtbildhauer der Stadt Hanau. 1987 nahm Bury eine Professur an der Bergischen Universität Wuppertal an. Von 2003 bis 2011 bekleidete er eine Professur an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg.

Für die Bedeutung seines Werks für das gesamte Rhein-Main-Kinzig-Gebiet wurde Bury 2011 mit dem Kulturpreis des Main-Kinzig-Kreises gewürdigt.2011 KUNST: Prof. Claus Bury, Kreisausschuss des Main-Kinzig-Kreises, Gelnhausen. Als Mitglied des Deutschen Künstlerbundes beteiligte sich Claus Bury an den DKB-Ausstellungen 1994 (prima idea, 42. Jahresausstellung in Mannheim) und 1997 (Was ist., 45. Jahresausstellung in Wismar und Rostock).kuenstlerbund.de: Ausstellungsbeteiligungen von Bury, Claus (abgerufen am 4. März 2016). 2021 bekam er per Magistratsbeschluss die August-Gaul-Plakette zugesprochen, die höchste kulturelle Auszeichnung der Stadt Hanau.Stadt Hanau: August-Gaul-Plakette, abgerufen am 29. März 2022

Bury lebt und arbeitet in Frankfurt am Main.

Einzelausstellungen (Auswahl) 1984 Museum Ludwig, Köln 1986 Wilhelm-Lehmbruck Museum, Duisburg 1987 Museum Wiesbaden 1989 Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg 1989 Kunstverein Springhornhof, Neuenkirchen 1990 Helen Drutt Gallery, New York 1994 Museum Folkwang, Essen 1994 Museen der Stadt Gotha, Schloss Friedenstein 1995 Hessisches Landesmuseum Darmstadt 2001 Von der Heydt-Museum, Wuppertal; Suermondt-Ludwig-Museum, Aachen 2002 Städtische Kunsthalle, Mannheim 2007 Gegenläufig, Deutsches Architekturmuseum, Frankfurt (DAM)dam-online.de: CLAUS BURY. Gegenläufig. Architektur und Skulptur (abgerufen am 4. April 2016). 2010 Maßstabsprünge, Neues Museum Nürnberg 2014–2016 Meine Sicht – eine Retrospektive seines Werks, Stationen: Neues Museum Weimar; Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern (14. März bis 7. Juni 2015); Historisches Museum Hanau (vom 3. April bis 3. Juli 2016) 2020 Raumkonzepte, Galerie der Stadt Fellbach

Werk Inspiration für seine Skulpturen holt sich Bury bei seinen Reisen durch verschiedene Kontinente, bei denen er Zeugnisse der frühen Architekturgeschichte, Ruinen und Tempelanlagen, fotografierte und malte, unter anderem in Griechenland, in Ägypten oder in Mittelamerika. „In der Zwiesprache mit der Vergangenheit durchdringt der Archäologiebegeisterte das Wesen der aufgesuchten Orte.“Luise Schendel, zitiert nach: Undine von Rönn, , art Kunstmagazin, 23. Juli 2014.

Bury wendet bei der Gestaltung seiner Skulpturen regelmäßig die Zahlensysteme des Mathematikers Leonardo Fibonacci an. Dies gilt auch für sein bisher größtes Werk, den Bitterfelder Bogen, eine Stahlskulptur, die als Aussichtsplattform dient.

mini|Wir sitzen alle in einem Boot (1996), Gelnhausen Für seine Heimatstadt Gelnhausen konzipierte Bury die etwa 280 t schwere und zehn Meter hohe, architektonische Skulptur Wir sitzen alle in einem Boot; anlässlich des Hessentages 1996 wurde sie aufgestellt. Er verarbeitete hierfür ausschließlich Holz, das durch Windbruch oder Umweltschäden zur Verfügung stand. Das Kunstwerk nahm damit Bezug auf die Kaiserpfalz Gelnhausen, die auf vielen tausend Baumstämmen errichtet wurde, sowie auf die Umweltzerstörung weltweit durch den modernen Menschen. Im Februar 2010 wurde es aus witterungstechnischen Gründen abgebaut, obwohl der Künstler den Verfall des Kunstwerks vor Ort vorgesehen hatte. Gelder, die Bürger zur Rettung des Kunstwerks gesammelt hatten, hatten für eine Instandsetzung nicht ausgereicht.An der Kinzig: Burgmühle, Wehr und „Wir sitzen alle in einem Boot“-Skulptur, Gudrun Kauck, Oktober 2008 / Februar 2010.

Im Jahre 2010 erwarb die Stadt Gelnhausen die hölzerne fünf Meter hohe, zehn Meter lange und acht Meter breite, begehbare Skulptur Gewächshaus für Gedanken. Das Werk entstand 2004 und stand bis 2010 im Neuen Museum, Nürnberg. Die Skulptur wurde ab dem 21. Juni 2010 am Ufer der Kinzig errichtet. Im Juli 2010 wurde es – obwohl vom Künstler als begehbar konzipiert – durch die Bauaufsicht abgesperrt.Jörg Andersson: Ein riesiges Geschenk. Frankfurter Rundschau, 19. Juni 2010.Ute Vetter: Unzugängliche Kunst, Frankfurter Rundschau, 21. Juli 2010.

Öffentliche Werke (Auswahl) 1990: Engpass, Skulpturenpark Schloss Philippsruhe, Hanau 1992: Turmtor, Landesgartenschau Pforzheim 1992: Im Turmblick, Skulpturenprojekt Gotha 1993: Am Kreuzungsbogen, anlässlich der Internationalen Gartenbauausstellung in Stuttgart 1996: Wir sitzen alle in einem Boot, anlässlich des Hessentags in Gelnhausen 2001: Schwebebalken, Grünanlage im Rotbäumlesfeld, Danziger Straße, LudwigsburgGünther Bergan / Klaus Hoffmann / Christian Rehmenklau: Ludwigsburger Kunstführer. Hackenberg, Ludwigsburg 2009, ISBN 978-3-937280-19-6, S. 76. 2003: Schiffsbrücke, Holzkonstruktion, Seligenstadt 2004: Im Goldenen Schnitt, Holzkonstruktion, in den Baseler Arkaden, Baseler Platz, Frankfurt am Main 2006: Bitterfelder Bogen, Bitterfeld 2006: Im Gleichgewicht, COR-TEN-Stahl, Maße: 2650 × 5300 × 800 cm, Friedrichsdorf 2008: In Line of History, begehbare Stahlbrücke, anlässlich der Expo 2008 in Saragossa 2009: Landungsbrücke, Aussichtsplattform am Neckarufer in Ladenburg 2011: Schiffbar, farbiger Beton, 1420 × 340 × 240 cm, im Rahmen des Kunstprojekts Kunst am Kanal am Ludwig-Donau-Main-Kanal, Berg bei Neumarkt in der Oberpfalz 2016: Tempeltor, Holzkonstruktion im Park von Schloss Philippsruhe, HanauTempeltor und ein begehbarer Stadtplan für Hanau, in: FAZ vom 2. April 2016, Seite 43. 2021 Neustadtplan HanauMartin Hoppe/Gerhard Kolberg: Claus Bury: Neustadtplan Hanau. Arnoldsche Verlagsanstalt, Stuttgart 2021, ISBN 978-3-89790-631-0.

Veröffentlichungen Florian Hufnagl: Bauernarchitekturen, Reisefotografie – Farmers’ Architecture. Wienand, Köln, 2012, ISBN 978-3-86832-114-2Maya-Tempel aus Stroh gebaut in: FAZ vom 15. Dezember 2012, Seite 33. Klassik Stiftung Weimar, Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern (Hrsg.): Claus Bury. Meine Sicht. Wienand, Köln, 2014, ISBN 978-3-86832-218-7 (Einblick in die Arbeitsweise des Künstlers)Zwiesprache mit der Vergangenheit. Homepage der art – Das Kunstmagazin. Abgerufen am 31. Juli 2014. Volker Fischer: Claus Bury. Die Poesie der Konstruktion. Arnoldsche, Stuttgart, 2019, ISBN 978-3-89790-572-6 Martin Hoppe/Gerhard Kolberg: Claus Bury: Neustadtplan Hanau. Arnoldsche Verlagsanstalt, Stuttgart 2021, ISBN 978-3-89790-631-0.

Weblinks

Webpräsenz von Claus Bury Familie Bury Bitterfelder Bogen Johannes Vesper: Irritation als Methode. Claus Burys monumentale Landschaftsskulpturen betrachtet – Rezension von Gegenläufig-Low Tide, High Tide in www.musenblaetter.de 11. Juni 2007

Einzelnachweise

Kategorie:Bildhauer (Frankfurt am Main) Kategorie:Mitglied im Deutschen Künstlerbund Kategorie:Hochschullehrer (Bergische Universität Wuppertal) Kategorie:Hochschullehrer (Akademie der Bildenden Künste Nürnberg) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1946 Kategorie:Mann