In diesem Glossar von Begriffen aus dem Drag Racing werden offizielle Fachausdrücke und im Fahrerjargon gebräuchliche Bezeichnungen dieser Sportart erklärt.

Da Drag Racing eine sehr stark amerikanisch geprägte Sportart ist, sind viele Ausdrücke unübersetzt und in amerikanischer Schreibweise ins Deutsche übernommen worden.

Anmerkung: Am Ende des Glossars findet sich eine Sammlung von Bildern, welche die erklärten Begriffe (dort fettkursiv) illustrieren

A AHRA die American Hot Rod Association (AHRA) ist eine Organisation und der Veranstalter für Aktivitäten im Bereich Sportsman-Drag-Racing in den USAAHRA (bei Facebook) Air Box Dieses Bauteil wird hauptsächlich bei Pro Stock-Motorrädern verwendet. Es leitet die „Unterdruckluft“ um die Vergaser herum ab, ähnlich wie dies bei einer Motorhaubenhutze bei einem Auto der Fall ist. Air Foil (deutsch etwa: Tragfläche) aerodynamisches Hilfsmittel mit Tragflächenprofil – ein Stabilisator, der im Allgemeinen zur Erzeugung von Abtrieb dient und so die Stabilität und die Haftung der Reifen auf der Fahrbahn bei hohen Geschwindigkeiten erhöht. Air Shifter Bei diesem System werden die Gangwechsel nicht mechanisch (über ein Gestänge), sondern pneumatisch (durch Knopfdruck) ausgeführt, das ermöglicht deutlich schnelleres Durchschalten des Getriebes. Alcohol So wird im US-Drag Racing Methanol genannt, wenn es als Treibstoff verwendet wird. All-Run-Format Ein Rennformat, bei dem Punkte für Siege und Niederlagen vergeben werden und Bonuspunkte für die schnellsten Zeiten. Dieses Rennformat wird bei ausgewählten Veranstaltungen anstelle von Ausscheidungsrennen eingesetzt. So können alle Teilnehmer unabhängig von ihrer Leistung in der vorherigen Runde an jeder Rennrunde teilnehmen – und den Fans so mehr Rennen bieten (auch als Cannonball bezeichnet). Altered Ein auf einer bekannten Karosserie basierendes Fahrzeug, aber radikal umgebaut (z. B. Fiat Topolino mit verlängertem Rahmen und V8-Motor). Auslaufzone (engl. Top End o. Shutdown Area) Bereich am Ende der Rennstrecke (nach der Ziellinie), in dem die Fahrzeuge abgebremst werden. Die Auslaufzone ist übrigens deutlich länger als die eigentliche Rennstrecke.

B Backpedal Ein kurzes "vom-Gas-gehen" durch Anheben des Pedals, um die Traktion wiederherzustellen oder einen tire shake (Reifenschütteln) zu vermeiden oder zu stoppen. Bang the Blower Eine Explosion im Kompressor. Sie wird durch eine Flamme aus dem Verbrennungsprozess verursacht, die in den Kompressor zurückströmt, wo sich Kraftstoff und Luft befinden. Die Ursache ist in der Regel ein festsitzendes oder defektes Einlassventil, das normalerweise während der Verbrennung geschlossen wäre. Birdcatcher Fahrerjargon für den oben auf dem Rootsgebläse sitzenden Ansaugtrakt. Blower (auch Supercharger) Der Kompressor (meist als Roots-Gebläse): Die einströmende Luft wird mechanisch komprimiert und ermöglicht so eine beachtliche Leistungssteigerung. Der Kompressor wird über einen Treibriemen von der Kurbelwelle angetrieben. Blow Over Ein plötzliches Aufsteigen des Dragsters durch brachialen Leistungszuwachs oder plötzlicher Grip, der bis zum totalen Überschlag führen kann. Bracket Der obere und untere „E.T.“-Index begrenzt eine Klasse. Die gewählte Zeit ist am Fahrzeug vermerkt (z. B. 8:30 Sekunden). Breakout (Ausbruch) Wird nur im „Handicap-Racing“ verwendet. Bezieht sich auf ein Fahrzeug, das schneller fährt als vom Fahrer erwartet. Der ausbrechende Fahrer verliert, es sei denn, sein Gegner bricht schneller aus oder begeht ein schwerwiegenderes Foul, z. B. zu frühes Losfahren (siehe „Foulstart“) oder Überfahren der Mittellinie. Bump Der unterste (letzte) Platz im Starter-Feld, in der Regel die Qualifikationsposition Nr. 16. Auch „Bubble“ oder „The Bump“ genannt. Bumpspot Die Zeit, die erreicht werden muss, um sich für das Rennen zu qualifizieren. Bumped (Rückschritt) Wenn ein Rennfahrer von einer höheren Qualifikationsposition auf eine niedrigere zurückgesetzt wird, nachdem sich ein anderer Teilnehmer verbessert hat. Bunny Ears (Hasenohren) Ausdruck für die großen, deutlich sichtbaren Auspuffflammen der Top–Fuel–Dragster (besonders bei Nacht). Bunny Jump (auch Bunny Hop) Der so genannte „Hasensprung“ ist ein Phänomen, dass manchmal bei Drag Bikes ohne Wheeliebar (meist in der Klasse Super Street Bike) auftritt. Dabei wird das Motorrad bei einem Wheelie durch die Zentrifugalkraft des sich (mit wenig Druck gefüllten) ausdehnenden Hinterreifens mit beiden Rädern von der Strecke gedrückt, sodass es komplett den Bodenkontakt verliert. Burn down eine Situation an der Startlinie, in der beide Fahrer in Pre-Stage verharren, ohne die Bereitschaft in Stage vorzuziehen, um sich einen Vorteil gegenüber ihrem Konkurrenten zu verschaffen (zum Beispiel dessen Motortemperatur nach oben zu treiben). Nach einiger Zeit fordert der Chefstarter die Kontrahenten durch Winkzeichen auf vorzuziehen. Sobald ein Teilnehmer die Position Stage erreicht hat, hat sein Gegner (normalerweise) sieben Sekunden Zeit, um nachzuziehen, andernfalls wird er disqualifiziert, – im Deutschen wird dieses verzögernde Verhalten an der Ampel als „Abkochen“ bezeichnet und gilt als schlechter Stil. Burned piston Wenn ein Zylinder zu mager läuft (zu viel Luft im Kraftstoff-Luft-Gemisch) und übermäßige Hitze den Kolben verbrennt oder schmilzt. Burn-out Die Antriebsräder (meist die Hinterreifen) werden vor dem Lauf im Wasser gedreht, um sie aufzuwärmen und zu reinigen und auf der Strecke für bessere Traktion zu sorgen. Bye-Run hat eine Klasse für die Eleminations eine ungerade Zahl von Startern, erhält der Top-Qualifyer einen Sololauf. Manche Fahrer absolvieren diesen Run (den sie ja nicht verlieren können) sehr vorsichtig und materialschonend (langsam). Im Englischen gibt es dafür den Begriff „driving Miss Daisy“.

C Cacklefest (cackling pipes) in den 1960er Jahren liefen die alten Front-engine TF-Dragster bereits nach dem Anlassen unter Nitro. Das typische harte Knallen der Nitro-Zündungen in den Brennräumen das aus den kurzen Auspuffrohren („pipes“) zu hören war, wurde lautmalerisch cackling (wörtlich: gackern) genannt. Standen zwei TF dann an der Startampel, wurde diese beeindruckende Geräuschkulisse als Cacklefest bezeichnet. Moderne TF schalten die Nitro-Einspritzung erst beim „Launch“ zu. Es gibt in den USA Nostalgia-Veranstaltungen mit dem Namen „Cacklefest“.National Hot Rod Reunion / Cacklefest Christmas Tree („Weihnachtsbaum“) Die Startampel, auch kurz nur „Tree“ genannt, ist die elektronische Startvorrichtung zwischen den Bahnen an der Startlinie. Chute Die Abkürzung für den Bremsschirm, der dazu dient, das Auto (manchmal auch das Motorrad) am Ende des Rennens abzubremsen und zu stabilisieren. Fahrerjargon für das Auslösen des Bremsschirmes: „Showing the Laundry“ (die Wäsche zeigen/raushängen). Clutch Can Das glockenförmige Gehäuse, auch „bellhousing“ genannt, umschließt die Kupplung und das Schwungrad. Clutch Dust Der dicke, schwarze Rauch, der aus dem Heck der Fahrzeuge vieler Profi-Klassen austritt. Er ist ein normales Nebenprodukt der Reibung und Erosion von Carbon-Kupplungsscheiben beim vollständigen Einkuppeln. Clutch Lockup Der Verlauf des Kupplungs-Zungriffs wird durch ein einstellbares, zeitgesteuertes Luftdruck-System gesteuert. Competition Cars Eine Fahrzeuggruppe, in der die Klassen Altered (siehe oben) und Dragster (siehe unten) zusammengefasst sind. Competition Bikes Früher die „offene Klasse“ der Motorrad-Dragster, die sämtliche Modifikationen am Motor und sogar Mehrfachmotoren bzw. Automotoren erlaubte. Heute ist es ein Sammelbegriff für Motorräder der größeren Klassen.

D Deep Stage Ein Fahrzeug rollt an der Lichtschranke im Startbereich ein paar Zentimeter weiter nach vorne, was durch das Erlöschen der Prestige-Lichter an der Ampel angezeigt wird. In dieser Position ist der Rennfahrer näher an der Ziellinie und auch näher an einem Fehlstart (red light). Delay Box Ein elektronisches Gerät zur Verbesserung der Reaktionszeit, das es einem Fahrer ermöglicht, den Lauf zu starten, indem er schon beim ersten Aufleuchten der gelben Startlichter einen Knopf mit der Hand loszulassen (anstatt den Gashebel erst bei Grün mit dem Fuß zu betätigen). Das loslassen des Knopfes startet einen voreingestellten Timer. Dial-In Vorausberechnete Zeit, die ein Fahrzeug benötigt, um die Viertel- oder Achtelmeile zurückzulegen, üblicherweise auf 1/100stel Sekunde genau gemessen. Dial-Ins werden verwendet, um unterschiedlichen Fahrzeuge in Ausscheidungsrennen gleiche Chancen zu bieten. Bei einem Ausscheidungslauf werden die beiden Dial-Ins gegeneinander verrechnet, und das langsamere Fahrzeug erhält die Differenz als Vorsprung. Dial-Under der Begriff wird in den Klassen Super Stock und Stock verwendet, wenn ein Fahrer eine Zeit wählt, die schneller ist als der nationale Index. Fahrer wählen einen Dial-Under (ET), von dem sie glauben, dass ihr Auto aufgrund ihrer bisherigen Leistung zu fahren im Stande ist. Diaper („Windel“) Eine saugfähige Decke aus ballistischem Material, oft Kevlar, umschließt die Ölwanne und hält im Falle einer Motorexplosion Öl und Teile zurück. Erforderlich für Top Fuel, Funny Car, Top Alcohol Dragster und Top Alcohol Funny Car. Digger („Bagger“) ein anderes Wort für Rennfahrzeuge in Dragster-Bauweise. Im deutschsprachigen Raum manchmal: „Kranausleger“. DNQ Did not qualify –> nicht qualifiziert. DNS Did not start –> nicht gestartet, z. B. wegen technischen Probleme nach dem Burnout. Wenn ein Teilnehmer gar nicht an der Startlinie erscheint nennt man das „no show“ Doorslammer Ein Rennfahrzeug mit funktionsfähigen Türen (im Gegensatz zu einem Dragster oder Funny Car). Drag Bike Motorräder, die speziell für das Drag Racing (Beschleunigungsrennen) konstruiert oder modifiziert wurden. Drag Bikes zeichnen sich insbesondere durch großvolumige, meist aufgeladene Motoren mit sehr hoher Leistung sowie durch (in den meisten Klassen) breite Antriebsräder und sogenannte „Wheeliebars“ aus. Dragster Rennwagen (Monoposto), die speziell für Drag Racing gebaut wurden und sich durch einen extrem langen Radstand und eine schmale Spur auszeichnen. Sie fahren in verschiedenen Klassen: mit Benzin- oder Methanolmotoren sowie mit Nitromethan-Antrieb in der TOP FUEL-Klasse. Dagstrip Die bei Beschleunigungsrennen verwendete gerade Strecke mit zwei parallel verlaufenden Fahrbahnen. Die üblichen Distanzen vom Start bis zum Ziel betragen, für alle Sportsman-Klassen und Pro-Klassen (außer Top Fuel) 402,34 m (Viertelmeile), beziehungsweise 201,17 m (Achtelmeile). Für die Klasse Top Fuel Dragster und TF-Funny Car ist seit 2008 (2012 in Europa) aus Sicherheitsgründen eine verkürzte Distanz von 304,80 m (1.000 Fuß) vorgeschrieben. Die Mindestbreite der Strecke und der Auslaufzone soll nicht weniger als 15,2 m (50 Fuß) betragen. Dropped cylinder Wenn ein Zylinder zu fett läuft (zu viel Kraftstoff im Luft-Kraftstoff-Gemisch) und die Zündkerze(n) nicht zündet/zünden. Wenn eine Zündkerze nicht zündet, verringert sich die Gesamtleistung des Motors erheblich. Ein ausgefallener Zylinder ist oft daran zu erkennen, dass umverbrannter Kraftstoff aus dem Auspuffkrümmer austritt.

E „Eddie-Hill-Rule“ Eine Reglement-Änderung, die besagt, dass ein Fahrer in der "KO-Runde" nicht mehr zwingend dasselbe Fahrzeug verwenden muss wie im Qualifying. Benannt nach dem US-Dragracer Eddie Hill. Elapsed Time (e.t.) Die Zeit, die ein Fahrzeug benötigt, um von der Startlinie zur Ziellinie zu gelangen, also die REINE Laufzeit ohne die ebenfalls zum Ergebnis zählende Reaction Zimt (r.t.). Das Resultat eines Trainings- oder eines Rennlaufs wird auf die Tausendstelsekunde genau gemessen und auf den großen Tafeln neben der Strecke (Scoreboards) angezeigt. Eliminations („Ausscheidungen“)