Ellen Richardt (* 14. Oktober 1941 in Berlin; † 7. Februar 1985 ebendaDer Eintrag im Sterberegister des Landesarchivs Berlin nennt den 7. Februar 1985 als Sterbedatum. Als Sterbeort wird Berlin-Lichtenberg angeführt. Auch in einer Erbenermittlung in der Tageszeitung neues deutschland (Ausgabe vom 17. Mai 1985) wird der 7. Februar 1985 als Todestag benannt. Der Filmhistoriker Ralf Schenk nennt in der Publikation Sie. Regisseurinnen der DEFA und ihre Filme fälschlich den 14. Februar 1985 als Sterbedatum.) war eine deutsche Dokumentarfilm-Regisseurin.
Leben und Werk Nach der Schulzeit wurde Ellen Richardt in ihrer Geburtsstadt bei der DEWAG zur Stenotypistin ausgebildet. 1961 begann sie als Sachbearbeiterin, später Hauptsachbearbeiterin, bei der der Wiratex zu arbeiten, einem DDR-Außenhandelsunternehmen für Raumtextilien mit Sitz in Berlin. 1964 wechselte sie zur DIA Maschinen-Export. Zwischen 1966 und 1969 studierte Richardt Werbeökonomie an der Fachschule für Werbung und Gestaltung Berlin. Anschließend war sie freischaffend für die DEWAG und das DDR-Fernsehen tätig.
Richardt studierte ein zweites Mal. Sie erhielt einen der begehrten Plätze für ein Regie-Studium an der Babelsberger Filmhochschule. In ihrer Diplomarbeit setzte sie sich mit Gitta Nickels DEFA-Dokumentarfilm Sie auseinander. Richardt hoffte anschließend auf eine Anstellung im Bereich des Industrie- und Werbefilms. Da sie von keiner Institution zum Studium delegiert worden war, gab es jedoch keine Stelle für sie. Nach einer erneuten kurzen Phase der Freiberuflichkeit erhielt sie einen Arbeitsplatz beim Filmstudio der Leichtindustrie des Modeinstituts der DDR. Bis 1980 verantwortete sie dort eine Reihe von Informationsfilmen mit Mode-Bezug als Regisseurin.
1980 delegierte Richardts Arbeitsstelle sie als Aushilfe zum DEFA-Studio für Dokumentarfilme, da es in der für Auslandspropaganda zuständigen Produktionsgruppe Camera DDR zu Personalengpässen gekommen war. Im August 1980 erhielt sie von der DEFA eine Festanstellung. 1983 wechselte sie zur Produktionsgruppe Spektrum. Richardt widmete sich dort in diversen Auftragsproduktionen – u. a. für das DDR-Fernsehen und das Deutsche Hygiene-Museum – einem großen Themenspektrum. Sie drehte Filme über ballaststoffreiche Ernährung, Holzblasinstrumente oder den Architekten Karl Friedrich Schinkel. In Bergbau verändert die Landschaft beleuchtete sie die Folgen des Braunkohletagebaus für die Lausitz-Landschaft.
Ellen Richardt war alleinstehend und lebte zuletzt in Berlin-Lichtenberg. Sie starb im Februar 1985 im Alter von 43 Jahren infolge eines Unfalls und wurde auf dem Georgen-Parochial-Friedhof II beigesetzt.
Filmografie (Auswahl) 1977: Berufsspartakiade 1978: Ist Lernen Privatsache? 1978: Mode ’78 – Herrenoberbekleidung Herbst/Winter 1979: Mode ’79 – Herren- und Damenoberbekleidung 1979: Wegbereiter 1979: FDJ-Aktivtagung 1979 1980: Ein Wochenende im Grünen 1980: Mode ’80 – Kinderoberbekleidung 1980: Mode ’80 – Herren- und Junioroberbekleidung Herbst/Winter 1981: Bergbau verändert die Landschaft 1981: Karl-Friedrich Schinkel – 1781–1841 1983: Wegweiser Gesundheit: Ballaststoffe 1984: Vom Schwingen zum Klingen 1985: Gas aus Kohle
Literatur Ralf Schenk: Ellen Richardt – Skizze einer Unbekannten. In: Ralf Schenk & Cornelia Klauß (Hrsg.): Sie – Regisseurinnen der DEFA und ihre Filme, Schriftenreihe der DEFA-Stiftung, Bertz + Fischer Verlag, Berlin: 2019, ISBN 978-3-86505-415-9, S. 292–295.
Weblinks
Ellen Richardt in der Filmdatenbank der DEFA-Stiftung
Einzelnachweise
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