Płocko () ist ein Dorf in der Stadt- und Landgemeinde Kępice im Powiat Słupski der polnischen Woiwodschaft Pommern.
Geographische Lage Das Dorf liegt in Hinterpommern, etwa 19 Kilometer nordnordwestlich von Miastko und 2,5 Kilometer nordnordwestlich des Kirchdorfs Przytocko.
Östlich grenzt die Gemarkung des Dorfs an die Studnica.
Geschichte mini|Plötzig, nordnordwestlich von Rummelsburg und nordnordwestlich des Kirchdorfs Pritzig, auf einer Landkarte von 1915 Das alte Lettow-Vorbecksche Lehen Plötzig befand sich um 1782 ungeteilt im Besitz der Gebrüder Ernst Friedrich Wilhelm und Franz Martin George von Zitzewitz, die das ganze Gut Plötzig von ihrem Vater, dem Hauptmann Martin Friederich von Zitzewitz auf Techlipp, geerbt hatten. Laut Vasallen-Tabelle besaß um 1804 der 36 Jahre alte Franz Martin von Zitzewitz, Lieutenant a. D., zu Techlipp die beiden Güter Plötzig und Püstow nebst Ackerwerk Vonzog.Robert Klempin und Gustav Kratz: Matrikeln und Verzeichnisse der Pommerschen Ritterschaft vom XIV bis in das XIX Jahrhundert. Berlin 1863, S. 526, Ziffer 41 (Google Books). Nach den Verzeichnissen der Pommerschen Ritterschaft gehörte das Gut Plötzig am 1. Januar 1862 dem Ernst Anthon Wilhelm von Zitzewitz, Major a. D., auf Techlipp, der das Lehen 1842 geerbt hatte.Robert Klempin und Gustav Kratz: Matrikeln und Verzeichnisse der Pommerschen Ritterschaft vom XIV bis in das XIX Jahrhundert. Berlin 1863, S. 640, Ziffer 60 (Google Books). Besitzer des Ritterguts Plötzig mit Vorwerk Vonzog war um 1884 Albert von Zitzewitz, Rittmeister a. D.,P. Ellerholz: Handbuch des Grundbesitzes im Deutschen Reich, Band I: Provinz Pommern, Nicolai, Berlin 1884, S. 64–65 (Google Books). dessen Familie das Gut auch noch 1892 besaß.Pommersches Güter-Adressbuch, Friedrich Nagel (Paul Niekammer), Stettin 1892, S. 136–137 (Google Books). Von 1937 bis 1945 war das Gut Plötzig im Besitz von Hanneliese Gräfin von Borcke-Stargordt (1900–1990), geb. von Zitzewitz, auf Stargordt bei Regenwalde.Plötzig (Heimatkreis Rummelsburg in Pommern)
Am 1. Dezember 1913 wurden auf der 391,7 Hektar großen Gemarkungsfläche der Landgemeinde Plötzig 30 viehhaltende Haushaltungen gezählt und auf dem 1013,0 umfassenden Gutsbezirk Plötzig 29 viehhaltende Haushaltungen.Königlich Preußisches Statistisches Landesamt: Gemeindelexikon über den Viehstand und den Obstbau für den Preußischen Staat, Heft 4: Provinz Pommern, Berlin 1915, 2. Regierungsbezirk Köslin, 23. Kreis Rummelsburg, S. 114–115, Ziffer 32 (Google Books), und S. 116–117, Ziffer 95 (Google Books).
Am 1. April 1927 hatte der Gutsbezirk Plötzig eine Flächengröße von 1012 Hektar und 97 Ar, und am 16. Juni 1925 hatte dieser Gutsbezirk 182 Einwohner.Kurt Albrecht: Die preußischen Gutsbezirke, in: Zeitschrift des Preussischen Statistischen Landesamts, 67. Jahrgang, Berlin 1927, S. 344–477, insbesondere S. 399, 9. Kreis Rummelsburg, Ziffer 32 (Google Books). Am 30. September 1928 wurde der Gutsbezirk Plötzig in die Landgemeinde Plötzig eingegliedert.Amtsbezirk Pritzig (Territorial.de)
Anfang der 1930er Jahre hatte die Landgemeinde Plötzig eine Flächengröße von 14 km². Innerhalb der Gemeindegrenzen standen insgesamt 36 bewohnte Wohnhäuser an zwei verschiedenen Wohnstätten: Plötzig Vonzog Um 1935 hatte Plötzig u. a. einen Gemischtwarenladen.Klockhaus' kaufmännisches Handels- und Gewerbe-Adressbuch des Deutschen Reichs, Band 1 A, Berlin 1935, S. 1088 (Google Books).
Die Landgemeinde Plötzig gehörte im Jahr 1945 zum Landkreis Rummelsburg im Regierungsbezirk Köslin der preußischen Provinz Pommern des Deutschen Reichs und war dem Amtsbezirk Pritzig zugeordnet. Das Standesamt befand sich in Pritzig.
Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Plötzig Anfang März 1945 von der Roten Armee besetzt. Anschließend wurde Plötzig zusammen mit ganz Hinterpommern Teil Polens und in Płocko umbenannt.
Demographie
+ Bevölkerungsentwicklung Jahr Einwohner Anmerkungen 1782 – altes Lettowsches Lehen, bestehend aus einem Vorwerk, vier Bauernhöfen, sieben Halbbauern, einem Krug, einer Schmiede, einem Schulmeister, 16 Feuerstellen (Haushaltungen) und einer Kirche, die eine Filiale von Pritzig ist, im Besitz der Gebrüder Ernst Friedrich Wilhelm und Franz Martin George von Zitzewitz befindlichLudwig Wilhelm Brüggemann: Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königl. Preußischen Herzogtums Vor- und Hinterpommern. Teil II, Band 2, Stettin 1784, S. 799, Nr. 39 (Google Books). 1818 120 Kirchdorf, adlige Besitzung, zum Kirchspiel Pritzig gehörigAlexander August Mützell und Leopold Krug: Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preußischen Staats, Band 4: P–S, Halle 1823, S. 53, Ziffer 1888 (Google Books). 1825 135 Ortschaft mit dem Vorwerk VonzogFriedrich von Restorff: Topographische Beschreibung der Provinz Pommern mit einer statistischen Uebersicht, Nicolaische Buchhandlung, Berlin und Stettin 1827, S. 294, Ziffer 41 (Google Books). 1852 278 DorfTopographisch-statistisches Handbuch des Preußischen Staats (Kraatz, Hrsg.). Berlin 1856, S. 471 (Google Books).1864 307 am 3. Dezember, Gemeindebezirk mit 108 Einwohnern und Gutsbezirk mit 199 EinwohnernKönigliches Finanzministerium: Die Ergebnisse der Grund- und Gebäudesteuerveranlagung im Regierungsbezirk Köslin, 7. Kreis Rummelsburg, Berlin 1966, S. 10–17, Ziffer 61–62 (Google Books). 1867 324 am 3. Dezember, davon 116 in der Landgemeinde und 208 im Gutsbezirk 1871 319 am 1. Dezember, davon 121 (sämtlich Evangelische) in der Langemeinde und 198 (sämtlich Evngelische) im GutsbezirkKönigl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Die Gemeinden und Gutsbezirke der Provinz Pommern und ihre Bevölkerung. Nach den Urmaterialien der allgemeinen Volkszählung vom 1. December 1871 bearbeitet und zusammengestellt. Berlin 1874, Regierungsbezirk Köslin, VIII. Kreis Rummelsburg, S. 144–145, Ziffer 25 (Google Books), und S. 146–147, Ziffer 93 (Google Books). 1885 312 am 1. Dezember, davon 143 (sämtlich Evangelische) in der Landgemeinde und 169 (sämtlich Evangelische) im GutsbezirkKönigliches statistisches Bureau: Gemeindelexikon für das Königreich Preußen. Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 1. Dezember 1885 und anderer amtlicher Quellen, IV. Provinz Pommern, Berlin 1888, Regierungsbezirk Köslin, 22. Kreis Rummelsburg, S. 158–159, Ziffer 28 (Google Books), und S. 160–161, Ziffer 99 (Google Books). 1895 272 am 2. Dezember, davon 129 (sämtlich Evangelische) in der Landgemeinde und 143 (sämtlich Evangelische) im GutsbezirkKönigliches Statistisches Bureau (Hrsg.): Gemeindelexikon für das Königreich Preußen. Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 2. Dezember 1895 und anderer amtlicher Quellen. Band IV: Provinz Pommern, Berlin 1898, 2. Regierungsbezirk Köslin, 22. Kreis Rummelsburg, S. 162–163, Ziffer 27 (Google Books), und S. 166–167, Ziffer 95 (Google Books). 1910 359 am 1. Dezember, davon 126 in der Landgemeinde und 233 im GutsbezirkPlötzig, Dorf und Rittergut, Kreis Rummelsburg, Regierungsbezirk Köslin, Provinz Pommern. In: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Plötzig (meyersgaz.org). 1925 362 sämtlich EvangelischeDie Gemeinde Plötzig im ehemaligen Kreis Rummelsburg in Pommern (Gunthard Stübs und Pommersche Forschungsgemeinschaft, 2011) 1933 318 1939 331 2011 187 Główny Urząd Statystyczny, Ludność - struktura według ekonomicznych grup wieku Stand vom 31. März 2011, abgerufen am 11. Dezember 2025
Kirche Dorfkirche Płocko hatt eine eigene Dorfkirche, die bis 1945 eine Filiale von Pritzig war. 1936 bekam die Gemeinde Plötzig ein neues kleines Kirchengebäude. Nach 1945 wurde das Kirchengebäude zugunsten der Römisch-katholischen Kirche in Polen zwangsenreignet.
Kirchspiel bis 1945 Die vor 1945 in Plötzig anwesenden Dorfbewohner waren größtenteils evangelischer Konfession. Die evangelischen Einwohner gehörten zum evangelischen Kirchspiel Pritzig im Kirchenkreis Schlawe in der Kirchenprovinz Pommern der Evangelischen Kirche der Altpreußischen Union. Kirchliche Eintragungen wurden bis 1836 in den Kirchenbüchern der mater zu Pritzig vorgenommen.Martin Wehrmann: Die Kirchenbücher in Pommern, in: Baltische Studien, Band 42, Stettin 1892, S. 201–280, insbesondere S. 250 (Google Books).
Das katholische Kirchspiel war in Rummelsburg i. Pom.
Kirchspiel seit 1946 Die seit 1945 hier lebende polnische Dorfbevölkerung ist größtenteils römisch-katholisch und gehört der Römisch-katholischen Kirche in Polen an.
Hier lebenden evangelische Kirchenglieder werden von der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen betreut. Das zuständige Pfarramt ist das der Kreuzkirche in Słupsk (Stolp).
Persönlichkeiten Witzke von Vorbeck (* um 1379), war Gutsherr auf Groß und Klein Schwirsen, Drawehn, Karzenburg, Klenzin und Plötzig, Polnischer Starost, Rat des Herzogs Bogislaw IX., vermählt mit Anna Osten aus WoldenburgJahrbuch des Deutschen Adels, Band 2, Berlin 1898, S. 431–456, insbesondere S. 432 (Google Books). Franz Eduard Ferdinand Ernst von Zitzewitz (1860–1937), königl. preußischer Rittmeister der Reserve des Husarenregiments Nr. 5, Rechtsritter des Johanniterordens, war Erbherr auf Püstow und PlötzigGothaisches Genealogisches Taschenbuch der Uradeligen Häuser, Achter Jahrgang, Perthes, Gotha 1907, S. 858–859 (Google Books)
Weblinks Die Gemeinde Plötzig im ehemaligen Kreis Rummelsburg in Pommern (Gunthard Stübs und Pommersche Forschungsgemeinschaft, 2011) Plötzig (Heimatkreis Rummelsburg in Pommern)
Einzelnachweise
Kategorie:Ort in Pommern Kategorie:Ort der Woiwodschaft Pommern Kategorie:Gmina Kępice