Pustowo () ist ein Dorf in der Stadt-und-Land-Gemeinde Kępice im Powiat Słupski der polnischen Woiwodschaft Pommern.

Geographische Lage Das Dorf liegt in Hinterpommern, etwa 21 Kilometer nordnordwestlich von Miastko und 4,5 Kilometer südwestlich des Kirchdorfs Biesowice.

Östlich grenzt die Gemarkung des Dorfs an die Studnica. Westlich und nordwestlich des Dorfkerns befindet sich ein Wald.

Geschichte mini|Püstow, nordnordwestlich von Rummelsburg und südwestlich des Kirchdorfs Beßwitz, auf einer Landkarte von 1915 Das alte Lettowsche Lehen Püstow befand sich um 1782 im Besitz der Gebrüder Ernst Friedrich Wilhelm und Franz Martin George von Zitzewitz. Schon 1529 war die Familie Zitzewitz in Püstow begütert gewesen.Leopold von Ledebur: Adelslexicon der Preussischen Monarchie, Band 3: T–Z, Berlin 1854, S. 171, linke Spalte (Google Books). Laut Vasallen-Tabelle besaß um 1804 der 36 Jahre alte Franz Martin von Zitzewitz, Lieutenant a. D., zu Techlipp das Gut Püstow nebst Ackerwerk Vonzog.Robert Klempin und Gustav Kratz: Matrikeln und Verzeichnisse der Pommerschen Ritterschaft vom XIV bis in das XIX Jahrhundert. Berlin 1863, S. 526, Ziffer 41 (Google Books). Nach den Verzeichnissen der Pommerschen Ritterschaft gehörte das Gut Püstow am 1. Januar 1862 dem Franz Gustav Adolf von Zitzewitz, Major a. D., auf Beßwitz, der das Lehen 1842 geerbt hatte.Robert Klempin und Gustav Kratz: Matrikeln und Verzeichnisse der Pommerschen Ritterschaft vom XIV bis in das XIX Jahrhundert. Berlin 1863, S. 640, Ziffer 60 (Google Books). Die Familie Zitzewitz auf Beßwitz befand sich auch noch 1884P. Ellerholz: Handbuch des Grundbesitzes im Deutschen Reich, Band I: Provinz Pommern, Nicolai, Berlin 1884, S. 66–67 (Google Books). und 1892Pommersches Güter-Adressbuch, Friedrich Nagel (Paul Niekammer), Stettin 1892, S. 138–139 (Google Books). im Besitz des Ritterguts Püstow. Von 1937 bis 1945 besaß das Gut Püstow Hanneliese Gräfin von Borcke-Stargordt (1900–1990), geb. von Zitzewitz, auf Stargordt bei Regenwalde.Püstow (Heimatkreis Rummelsburg in Pommern)

Am 1. Dezember 1913 wurden auf der 191,1 Hektar großen Gemarkungsfläche der Landgemeinde Püstow 29 viehhaltende Haushaltungen gezählt und auf dem 966,0 umfassenden Gutsbezirk Püstow 23 viehhaltende Haushaltungen.Königlich Preußisches Statistisches Landesamt: Gemeindelexikon über den Viehstand und den Obstbau für den Preußischen Staat, Heft 4: Provinz Pommern, Berlin 1915, 2. Regierungsbezirk Köslin, 23. Kreis Rummelsburg, S. 114–115, Ziffer 35 (Google Books), und S. 116–117, Ziffer 101 (Google Books).

Am 1. April 1927 hatte der Gutsbezirk Püstow eine Flächengröße von 966 Hektar und 02 Ar, und am 16. Juni 1925 hatte dieser Gutsbezirk 143 Einwohner.Kurt Albrecht: Die preußischen Gutsbezirke, in: Zeitschrift des Preussischen Statistischen Landesamts, 67. Jahrgang, Berlin 1927, S. 344–477, insbesondere S. 399, 9. Kreis Rummelsburg, Ziffer 38 (Google Books). Am 30. September 1928 wurde der Gutsbezirk Püstow in die Landgemeinde Püstow eingegliedert.Amtsbezirk Varzin (Territorial.de)

Anfang der 1930er Jahre hatte die Landgemeinde Püstow eine Flächengröße von 11,6 km². Innerhalb der Gemeindegrenzen, wo Püstow der einzige Wohnort war, standen insgesamt 34 bewohnte Wohnhäuser. Um 1935 hatte Püstow u. a. einen Gasthof, eine Branntweinbrennei, eine Schlosserei, eine Schmiede, eine Stellmacherei und einen Zimmermeister.Klockhaus' kaufmännisches Handels- und Gewerbe-Adressbuch des Deutschen Reichs, Band 1 A, Berlin 1935, S. 1093 (Google Books).

Am 1. Juli 1936 wurde die Gemeinde Püstow aus dem Amtsbezirk Beßwitz in den Amtsbezirk Pritzig eingegliedert.Amtsbezirk Pritzig (Territorial.de)

Die Landgemeinde Püstow gehörte im Jahr 1945 zum Landkreis Rummelsburg im Regierungsbezirk Köslin der preußischen Provinz Pommern des Deutschen Reichs und war dem Amtsbezirk Pritzig zugeordnet. Das Standesamt befand sich in Beßwitz.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Püstow Anfang März 1945 von der Roten Armee besetzt. Nennenswerte Kampfhandungen hatten nicht stattgefunden. Das Gutshaus Püstow, auch „Schloss Püstow“ genannt, wurde durch Feuer zerstört. Rummelsburg.de, Püstow, abgerufen am 1. Januar 2026 Anschließend wurde der Ort Teil Polens und in Pustowo umbenannt.

Demographie

+ Bevölkerungsentwicklung Jahr Einwohner Anmerkungen 1782 – adliges Dorf mit zwei wirtschaftlich miteinander verbundenen Vorwerken, sechs Bauernhöfen, zwei Halbbauern und 12 Feuerstellen (Haushaltungen), zu Wussow eingepfarrtes altes Lettowsches Lehen, im Besitz der Gebrüder Ernst Friedrich Wilhelm und Franz Martin George von Zitzewitz befindlichLudwig Wilhelm Brüggemann: Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königl. Preußischen Herzogtums Vor- und Hinterpommern. Teil II, Band 2, Stettin 1784, S. 883, Nr. 52 (Google Books). 1818 84 Dorf, adlige Besitzung, zum Kirchspiel Wussow gehörigAlexander August Mützell und Leopold Krug: Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preußischen Staats, Band 4: P–S, Halle 1823, S. 92, Ziffer 3317 (Google Books).Friedrich von Restorff: Topographische Beschreibung der Provinz Pommern mit einer statistischen Uebersicht, Nicolaische Buchhandlung, Berlin und Stettin 1827, S. 295, Ziffer 46 (Google Books). 1852 220 DorfTopographisch-statistisches Handbuch des Preußischen Staats (Kraatz, Hrsg.). Berlin 1856, S. 489 (Google Books).1864 227 am 3. Dezember, Gemeindebezirk mit 108 Einwohnern und Gutsbezirk mit 119 EinwohnernKönigliches Finanzministerium: Die Ergebnisse der Grund- und Gebäudesteuerveranlagung im Regierungsbezirk Köslin, 7. Kreis Rummelsburg, Berlin 1966, S. 10–17, Ziffer 70–71 (Google Books). 1867 275 am 3. Dezember, davon 146 in der Landgemeinde und 129 im Gutsbezirk 1871 283 am 1. Dezember, davon 160 (sämtlich Evangelische) in der Langemeinde und 123 (sämtlich Evngelische) im GutsbezirkKönigl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Die Gemeinden und Gutsbezirke der Provinz Pommern und ihre Bevölkerung. Nach den Urmaterialien der allgemeinen Volkszählung vom 1. December 1871 bearbeitet und zusammengestellt. Berlin 1874, Regierungsbezirk Köslin, VIII. Kreis Rummelsburg, S. 144–145, Ziffer 28 (Google Books), und S. 146–147, Ziffer 99 (Google Books). 1885 306 am 1. Dezember, davon 172 (166 Evangelische, sechs Juden) in der Landgemeinde und 134 (sämtlich Evangelische) im GutsbezirkKönigliches statistisches Bureau: Gemeindelexikon für das Königreich Preußen. Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 1. Dezember 1885 und anderer amtlicher Quellen, IV. Provinz Pommern, Berlin 1888, Regierungsbezirk Köslin, 22. Kreis Rummelsburg, S. 158–159, Ziffer 31 (Google Books), und S. 162–163, Ziffer 105 (Google Books). 1895 318 am 2. Dezember, davon 136 (130 Evangelische, sechs Juden) in der Landgemeinde und 182 (181 Evangelische, ein Katholik) im GutsbezirkKönigliches Statistisches Bureau (Hrsg.): Gemeindelexikon für das Königreich Preußen. Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 2. Dezember 1895 und anderer amtlicher Quellen. Band IV: Provinz Pommern, Berlin 1898, 2. Regierungsbezirk Köslin, 22. Kreis Rummelsburg, S. 162–163, Ziffer 30 (Google Books), und S. 168–169, Ziffer 101 (Google Books). 1910 352 am 1. Dezember, davon 165 in der Landgemeinde und 187 im GutsbezirkPüstow, Dorf und Rittergut, Kreis Rummelsburg, Regierungsbezirk Köslin, Provinz Pommern. In: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Püstow (meyersgaz.org). 1925 314 darunter 313 Evangelische und ein KatholikDie Gemeinde Püstow im ehemaligen Kreis Rummelsburg in Pommern (Gunthard Stübs und Pommersche Forschungsgemeinschaft, 2011) 1933 332 1939 282 2011 181 Główny Urząd Statystyczny, Ludność - struktura według ekonomicznych grup wieku Stand vom 31. März 2011, abgerufen am 11. Dezember 2025

Kirche Kirchspiel bis 1945 Die vor 1945 in Püstow anwesenden Dorfbewohner waren größtenteils evangelischer Konfession. Die evangelischen Einwohner gehörten zum evangelischen Kirchspiel Beßwitz im Kirchenkreis Schlawe in der Kirchenprovinz Pommern der Evangelischen Kirche der Altpreußischen Union.

Das katholische Kirchspiel war in Rummelsburg i. Pom.

Kirchspiel seit 1946 Die seit 1945 hier lebende polnische Dorfbevölkerung ist größtenteils römisch-katholisch und gehört der Römisch-katholischen Kirche in Polen an.

Hier lebenden evangelische Kirchenglieder werden von der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen betreut. Das zuständige Pfarramt ist das der Kreuzkirche in Słupsk (Stolp).

Persönlichkeiten Franz Gustav Adolf von Zitzewitz (1807–1885), 1825 bis 1842 Major im königlich preußischen Garde-Dragoner-Regiment, Rechtsritter des Johanniterordens und Mitglied des Preußischen Herrenhauses auf Lebenszeit, besaß das Rittergut Beßwitz mit Seehof, Püstow und BrotzenGothaisches Genealogisches Taschenbuch der Uradeligen Häuser, Achter Jahrgang, Perthes, Gotha 1907, S. 858–859 (Google Books) Ernst Wilhelm Bernhard von Zitzewitz (1835–1899), königlich preußischer Oberst und Politiker, Mitglied des Preußischen Herrenhauses auf Lebenszeit seit 1896,Hermann A. L. Degener: Wer ist’s?, Band 1, Leipzig 1905, S. 249 (Google Books). † 15. August 1899 auf Gut Beßwitz, war Erbherr auf Beßwitz mit Seehof und Püstow Franz Eduard Ferdinand Ernst von Zitzewitz (1860–1937), königl. preußischer Rittmeister der Reserve des Husarenregiments Nr. 5, Rechtsritter des Johanniterordens, war Erbherr auf Püstow und Plötzig, starb hier

Weblinks Die Gemeinde Püstow im ehemaligen Kreis Rummelsburg in Pommern (Gunthard Stübs und Pommersche Forschungsgemeinschaft, 2011) Püstow (Heimatkreis Rummelsburg in Pommern)

Einzelnachweise

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