mini|Plakat No Kings since 1776 („Keine Könige seit 1776“)4. Juli 1776: Mit der Verabschiedung der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung der britischen Kolonien in Amerika entstehen die Vereinigten Staaten von Amerika. mit der US-Flagge an einem Laternenmast (Portland (Oregon), Juni 2025) mini|Anfang 2025, nach Beginn von Trumps zweiter Amtszeit, veröffentlichte das Weiße Haus dieses Bild, auf dem Trump als König dargestellt war, nutzte außerdem monarchistische Begriffe für Trump und schrieb ihm göttliche Legitimität zu.|alternativtext=Das Bild zeigt Donald Trump mit einer Krone auf dem Kopf. Das Bild ist aufgemacht wie die Titelseite einer Wirtschaftszeitung. Darunter steht "Long live the King" Als „No Kings“-Proteste (englisch für „keine Könige“) werden eine Reihe von Demonstrationen am 14. Juni, am 18. Oktober 2025 und 28. März 2026 in den Vereinigten Staaten bezeichnet, die sich in Opposition zu US-Präsident Donald Trump gebildet haben, um seine als zunehmend autoritär bis diktatorisch bzw. monarchisch oder faschistisch wahrgenommene Politik zu kritisieren. Mit bis zu sieben Millionen Demonstranten bei den Kundgebungen Mitte Oktober 2025 und über acht Millionen im März 2026 gehören sie zu den teilnehmerreichsten in der Geschichte der USA. Im Bundesstaat Hawaii stehen die Proteste unter dem Motto „No Dictators“ („keine Diktatoren“) statt „No Kings“ aus Respekt vor der früheren hawaiianischen Monarchie, die dort großes Ansehen genießt.
Der Name der Proteste bezieht sich auf die Gründung der USA und den Widerstand gegen den englischen König im Jahr 1776. Die Demonstrierenden lehnen die Vorstellung ab, dass ein Präsident wie ein absoluter Monarch über dem Gesetz stehe oder Institutionen nach Belieben kontrollieren könne. Hieraus leitet sich auch der Slogan „Keine Könige seit 1776“ ab.
Die ersten Demonstrationen am 14. Juni 2025 waren eine Reaktion auf die Militärparade der US-Streitkräfte am 79. Geburtstag des US-Präsidenten Donald Trump. Die Parade wurde zum 250-jährigen Bestehen des Heeres der US-Streitkräfte veranstaltet. Am selben Tag gingen in den USA und in anderen Ländern geschätzt vier bis sechs Millionen Teilnehmer bei mehr als 2100 Demonstrationen auf die Straße. Die Proteste richteten sich primär gegen die Politik Trumps und gegen Handlungen Trumps seit dem Beginn seiner zweiten Amtszeit (20. Januar 2025) und dessen Selbstinszenierung durch eine Militärparade, nicht gegen die US-Streitkräfte selbst.
Am 18. Oktober 2025 folgte ein weiterer Protesttag unter demselben Motto mit noch größerer Beteiligung. Mit geschätzt 2.700 Kundgebungen in allen 50 US-Bundesstaaten wurden die Erwartungen bei weitem übertroffen. Die Organisatoren schätzten die Teilnehmerzahl auf sieben Millionen Menschen. Die Republikanische Partei und die US-Regierung reagierten mit scharfer Kritik und Diffamierungen.
Der bisher größte Protesttag aus dieser Reihe fand am 28. März 2026 mit etwa 8 Millionen Teilnehmern in über 3300 Kundgebungen statt. Zudem gab es zahlreiche internationale Solidaritätskundgebungen, die größten in den europäischen Hauptstädten. Nach den Tötungen an Renée Nicole Good und Alex Pretti und die Belagerung der Twin Cities während der Operation Metro Surge durch Beamte des DHS und vor allem ICE leitete sich der Ort Saint Paul für die Zentralkundgebung ab.
14. Juni 2025 mini|Von den Veranstaltern erstellte Karte der „No Kings“-Proteste in den Vereinigten Staaten am 14. Juni 2025 Auslöser der ersten „No Kings“-Proteste war die Militärparade zum 250-jährigen Jubiläum des Heeres der Streitkräfte der Vereinigten Staaten. Da Militärparaden dieses Ausmaßes in den USA unüblich sind, solche in Trumps erster Amtszeit abgelehnt, aber in seiner zweiten Amtszeit durchgesetzt wurden und auf den Einsatz des US Marine Corps gegen Demonstranten in Los Angeles folgten, wurde die Parade von dem Großteil der US-Bevölkerung abgelehnt und von vielen als Machtdemonstration und „diktatorische“ Inszenierung aufgefasst. Der Einsatz der US Marine Corps in Los Angeles war eine Reaktion auf mehrtägige Demonstrationen gegen die US-weiten ICE-Razzien, bei denen es zu Ausschreitungen während einzelner Proteste in Los Angeles kam, die aber laut dem Gouverneur von Kalifornien Gavin Newsom unter Kontrolle waren; der Einsatz von US-Streitkräften sei daher nicht legitimiert gewesen.
Die 50501-Bewegung organisierte die Proteste. No Kings bezieht sich auf das wahrgenommene autoritäre und königsähnliche Verhalten Donald Trumps: Er wird aufgrund seiner Missachtung von Gerichtsbeschlüssen, außergesetzlicher Abschiebungen und seiner Geringschätzung von Bürgerrechten mit einem absolutistischen Monarchen verglichen.
Die Organisation „Demokraten im Ausland“ (Democrats Abroad) organisierte internationale Solidaritätsproteste unter dem alternativen Motto „Keine Tyrannen“, da viele Länder noch Monarchen als Staatsoberhäupter haben. Ihre Botschaft lautet: „Wir lehnen Autoritarismus ab. Wir lehnen Angst ab. Wir lehnen Tyrannen ab.“ In Berlin wurde die Protestveranstaltung von der Vereinigung „American Voices Abroad – Berlin“ organisiert. Trump lehnte den Protest ab und drohte, gegen Demonstranten bei der Militärparade werde „mit großer Härte“ vorgegangen.
Den Angaben der „No Kings“-Veranstalter und der American Civil Liberties Union (ACLU) zufolge nahmen mehr als fünf Millionen Menschen an über 2.100 Orten in den USA an den Demonstrationen am 14. Juni teil. In ihrer Erklärung betonten die „No Kings“-Veranstalter, dass es sich um die größten koordinierten Proteste seit der zweiten Amtszeit von Donald Trump handelte.End of Day Statement - No Kings No Incident
Eine gemeinschaftliche Aktion zur Erfassung der Teilnehmerzahlen bei den Veranstaltungen am 14. Juni wurde von dem Datenjournalisten G. Elliott Morris geleitet. Dieser schrieb am 15. Juni 2025, dass grobe Überschlagsrechnungen die Gesamtzahl der Teilnehmenden auf „etwa vier bis sechs Millionen Menschen“ bezifferten. Das bedeute, so Morris weiter, dass „ungefähr 1,2–1,8 % der US-Bevölkerung an einem ‚No Kings‘-Protest teilgenommen haben“.
18. Oktober 2025 alt=Das Bild zeigt Donald Trump und seinen Vizepräsidenten mit jeweils einer Krone auf dem Kopf vor einem Thron und einer Amerika-Flagge.|mini|KI-generiertes Bild von Trump und Vize JD Vance als Könige, das auf dem offiziellen X-Account des Weißen Hauses gepostet wurde
Am 18. Oktober fand der zweite landesweite Protesttag statt. Rund sieben Millionen Teilnehmer haben an den Demonstrationen teilgenommen. Sie wurden in allen Landesteilen veranstaltet, auch beispielsweise im texanischen Austin. Auch in Europa fanden Proteste statt, beispielsweise in London oder Lissabon.
Erneut forderten die Teilnehmer, der Präsident solle sich nicht wie ein Autokrat aufführen und die Gewaltentrennung achten. Insbesondere sein Vorhaben, die Nationalgarde nach Chicago zu entsenden, stieß auf Widerstand. Ein seit dem 1. Oktober andauernder Government Shutdown wurde vom Präsidenten zudem als Vorwand genommen, um Regierungsmitarbeiter zu entlassen. Trump machte sich über die Demonstranten lustig, indem er am selben Tag KI-generierte Bilder von sich und Vizepräsident JD Vance als gekrönte Häupter auf X und Truth Social veröffentlichen ließ.
Trump äußerte sich zunächst zurückhaltend zu den Protesten. Im TV-Sender Fox News sagte er lediglich: „Ich bin kein König.“ Danach postete er allerdings ein KI-generiertes Video, das zeigte, wie er mit einer goldenen Königskrone auf dem Kopf in einem Kampfjet mit der Aufschrift „King Trump“ über „No Kings“-Proteste fliegt und Fäkalien auf diejenigen abwirft, die gegen seine Politik protestieren. Die Pressesprecherin des Weißen Hauses Karoline Leavitt bezeichnete die Protestierenden und die Wähler der Demokratischen Parteien wahrheitswidrig als „… bestehend aus Hamas-Terroristen, illegalen Ausländern und Gewaltverbrechern“.
28. März 2026 alt=Das Bild zeigt eine große Menschenmenge mit Demonstrationsplakaten|mini|Protestierende in Washington, D.C. Am 28. März 2026 fand die dritte Welle der „No Kings“-Proteste statt. Laut Schätzungen der Veranstalter nahmen daran mindestens acht Millionen Menschen bei über 3.300 Kundgebungen in allen 50 Bundesstaaten teil. Damit war dies die größte Protestveranstaltung in der Geschichte der USA. Als zentrale Veranstaltung galt die in Saint Paul im Bundesstaat Minnesota, an der etwa 200.000 Menschen teilnahmen – unter ihnen Senator Bernie Sanders, Schauspielerin Jane Fonda und Rockmusiker Bruce Springsteen. Ein Großteil der Versammlungen wurden in konservativ geprägten ländlichen Regionen und Vororten angemeldet, so etwa in den Bundesstaaten Idaho, Wyoming, Montana und Utah.Zehntausende gehen gegen Trump auf die Straße – auch auf dem Land, Der Spiegel, 28. März 2026.Erneut Demonstrationen gegen Trump in den USA, Tagesschau, 28. März 2026.
Themen und Forderungen Neben dem Hauptmotto, der Ablehnung von autoritärer Machtkonzentration, war ein Hauptthema die Ablehnung des Irankrieges. Ein großer Treiber der Proteste waren laut der Soziologin Kim Voss zudem die menschenverachtenden Maßnahmen der ICE-BeamtenDie Linke organisiert Demos, die Rechte gewinnt Wahlen. Oder?, Die Zeit, 28. März 2026. nicht zuletzt in der Operation Metro Surge mit dem gewaltsamen Tod von Renée Good und Alex Pretti. Mit dem durch die US-Bundesregierung im Rahmen dieser ICE-Operationen aufgezeigte Narrativ, Bürger müssten sich jederzeit auf der Straße ausweisen können, verbanden die Protestierenden ein Angriff auf das Freiheitsgefühl und die Bürgerrechte in den USA. Die Protestierenden traten außerdem für den Schutz der Demokratie ein. Bedenken gab es zum SAVE Act, der im März 2026 im US-Kongress debattiert wurde, durch den Wähler durch bürokratische Hürden von der Zwischenwahl im Herbst 2026 abgehalten würden. Empörung gab es zudem auch über die Rückhaltung der Epstein-Akten, obwohl der US-Kongress die vollständige Freigabe verlangte. Die Proteste richteten sich weiterhin auch gegen Einschnitte in der Gesundheitsversorgung, die schon bei den No-Kings-Protesten im Oktober 2025 ein zentrales Thema gewesen waren.
Herausragende Protestaktionen Besondere Aufmerksamkeit erhielt in Nashville eine Gruppe von Demonstrierenden, die in roten Gewändern und weißen Hauben in Anlehnung an die Handmaids Margaret Atwoods The Handmaid’s Tale. Ein Motiv, das auch bereits in früheren Protesten, wie im Jahr 2018 in Manhattan, Philadelphia Argentinien, Nordirland und dem Vereinigten Königreich, aufgegriffen wurde. Die Figur der Handmaid steht in der politischen Symbolsprachem, in Anlehnung an die Rolle von systematisch unterdrückten Frauen in dem Roman, für die Unterordnung und Entrechtung von Frauen in autoritären Systemen. Auch in Washington und Minnesota hatten sich zu den „No Kings“ Protesten einige der Demonstrierenden als Handmaids verkleidet.
Zentrale Kundgebung In der Stadt Saint Paul in den Twin Cities von Minnesota fand eine Zentralkundgebung der „No Kings“-Proteste statt, zu der zahlreiche Politiker und Personen des öffentlichen Lebens mehrere Reden gehalten haben. Der Gouverneur von Minnesota Tim Walz hielt eine Rede, in der er betonte, die Demonstranten seien das Herz und die Seele von allem Guten in den USA. Die Abgeordnete Ilhan Omar betonte, dass Amerika nicht ein Land der Könige sei. Die Schauspielerin Jane Fonda zitierte ein Statement der Frau der verstorbenen René Good.
Internationaler Protest