Alfred Crienitz (* 2. Oktober 1881 in Erfurt; † 1965 ebenda) war ein deutscher Architekt.
Leben und Werk Alfred Crienitz wurde Anfang Oktober 1881 als Sohn des Mühlenbesitzers Ernst Alfred Crienitz und dessen Ehefrau Aline Crienitz geb. Kröber in Erfurt geboren.Standesamt Erfurt, Geburtsregister-Eintrag Nr. 1428/1881 vom 3. Oktober 1881; eingesehen auf ancestry.de am 25. Juni 2025.Die Angabe, Crienitz käme aus Bochum (in: Rainer Müller: Kulturdenkmale in Thüringen: Stadt Weimar, Bd. 4.2.: Stadterweiterung und Ortsteile. Reinhold, Altenburg 2009, S. 698 f.), ist durch den Eintrag im Geburtsregister widerlegt. Der Vater hatte anscheinend ein über die handwerkliche Tätigkeit weit hinausreichendes konstruktives Talent, bereits als Müllergeselle im Alter von 22 Jahren erhielt er ein Patent für eine komplexe Maschine zur Herstellung und Bedruckung von Papiersäcken.Heinz Schmidt-Bachem (†): Aus Papier. Eine Kultur- und Wirtschaftsgeschichte der Papier verarbeitenden Industrie in Deutschland. de Gruyter, Berlin u. a. 2011, ISBN 978-3-11-023607-1, S. 146.
Alfred Crienitz’ hauptsächlicher Wirkungsort war seine Heimatstadt Erfurt. Er entwarf dort unter anderem die Senffabrik Born und gemeinsam mit Walter Ahrens die Pläne für die Thüringenhalle, außerdem das Fabrikgebäude der Schuhfabrik Gebr. Ducké GmbH (Wilhelm und Georg Ducké). Für Wilhelm Ducké, der in Erfurt ansässig war, entwarf Crienitz laut Christiane Weber eine Villa auf dem Grundstück Espachstraße 2.Steffen Raßloff: Flucht in die nationale Volksgemeinschaft. Das Erfurter Bürgertum zwischen Kaiserreich und NS-Diktatur. (= Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Thüringen) Böhlau Verlag, Köln u. a. 2003, S. 108. (eingeschränkte Vorschau bei Google Bücher). Für Georg Ducké plante Crienitz die Villa Cranachstraße 42 in Weimar.Christiane Weber: Villen in Weimar. Band 2, RhinoVerlag, Arnstadt / Weimar 1997, S. 206–213.Rainer Müller: Kulturdenkmale in Thüringen: Stadt Weimar, Bd. 4.2.: Stadterweiterung und Ortsteile. Reinhold, Erfurt 2009, S. 698 f.
Laut einem Brief an einen Herrn Hildebrandt lieferte Crienitz 1931 den Vorentwurf für die Erweiterung des Kinderheims für die Kirchengemeinde Stotternheim.Brief von Crienitz an Hildebrand auf dana.thulb.uni-jena.de Im Jahr 1918 erstellte er den umfangreichen ersten Bebauungsplan für die Kleinwohnungsbaugesellschaft im Tiergartengelände Erfurt-Nord in Ilversgehofen, wo etwa 630 Einfamilien- und 60 Zweifamilienhäuser entstehen sollten.Mark Escherich: Städtische Selbstbilder und Repräsentation. Architektur und Städtebau in Erfurt 1918–1933. (= Erfurter Studien zur Kunst- und Baugeschichte, Band 5.) Berlin 2009, S. 90. (eingeschränkte Vorschau bei Google Bücher)
Crienitz war Mitglied im Bund Deutscher Architekten (BDA). Er war auch als gerichtlich vereidigter Sachverständiger für die Gerichte des Landgerichtsbezirks Erfurt für bebaute und unbebaute Grundstücke tätig sowie als vereidigter Abschätzungskommissar der Provinzial-Städte-Feuersocietät der Provinz Sachsen.
Alfred Crienitz starb Anfang 1965 im Alter von 83 Jahren in Erfurt.Laut Randvermerk im Geburtsregister: Eintrag Nr. 33/1965 im Sterberegister des Standesamtes Erfurt-Mitte.
Weblinks
Einzelnachweise
Anmerkungen
Kategorie:Architekt (Thüringen) Kategorie:Mitglied des Bundes Deutscher Architektinnen und Architekten Kategorie:Person (Erfurt) Kategorie:DDR-Bürger Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1881 Kategorie:Gestorben 1965 Kategorie:Mann