Heinrich Franz Plett (* 26. September 1939 in Neuss) ist ein deutscher Anglist, Sprachwissenschaftler und Hochschullehrer.Plett, Heinrich F. In: Wilfried Kürschner (Hrsg.): Linguisten-Handbuch. Bd. 2. Narr, Tübingen 1994, S. 715f., ISBN 3-8233-5000-5 (mit biografischen Daten u. Foto); Plett, Heinrich F. In: Thomas Finkenstaedt/Rita Stoll (Hrsg.): Dritter Spiegel der Anglisten. T. II (= Augsburger I&I-Schriften, Bd. 56). Universität Augsburg 1990, S. 300–305, ISBN 3-923549-38-5 (mit biografischen Daten u. Publikationsliste). Er wirkte unter anderem als ordentlicher Professor für Anglistik in Essen.

Leben und Wirken Heinrich F. Plett wurde als Sohn von Christine Plett, geborener Brücken, und des Bauführers Heinrich Plett geboren. Nach seiner Reifeprüfung in Neuss 1959 studierte er bis 1963 an der Universität Köln Anglistik, Klassische Philologie (Latein) und Allgemeine Sprachwissenschaft, außerdem absolvierte er 1962 die Prüfung zum staatlich geprüften Übersetzer für die englische Sprache. Anschließend wechselte er 1963 an die Universität Bonn. In Bonn legte er das erste Staatsexamen für den höheren Schuldienst ab, schloss damit 1965 sein Studium ab und wurde 1969 bei dem Anglisten Helmut Papajewski mit der Dissertation Der affektrhetorische Wirkungsbegriff in der rhetorisch-poetischen Theorie der englischen Renaissance zum Dr. phil. promoviert. Als wissenschaftlicher Assistent war er an der Universität Bonn (1965), der Universität Gießen (1965 bis 1967) und der Pädagogischen Hochschule Rheinland, Abteilung Köln (1968/69–1971) tätig.Vgl. Eigener Lebenslauf in der Dissertation an der Universität Bonn 1969. Von 1970 bis 1972 lehrte er dort als Dozent. Von 1972 bis 2004Prof. H.-F. Plett im Ruhestand. In: Universität Essen-Duisburg / Pressemitteilung vom 25. Oktober 2004 (abgerufen am 13. Juni 2025). hatte er dann einen Lehrstuhl für Anglistik an der Universität Essen-Duisburg inne. Gastprofessuren hatte der in Neuss lebende Plett an der Universität Hamburg (1976/77) und an der University of Sasketchewan (1986) inne. Von 1977 bis 1979 war er Erster Generalsekretär der International Society for the History of Rhetoric.

In seinen zahlreichen Veröffentlichungen, darunter Aufsätze in Fachzeitschriften und Sammelbänden, beschäftigt sich Plett vor allem mit der Textwissenschaft, Textanalyse und Rhetorik, vor allem in der Renaissance.

Heinrich F. Plett ist katholisch und hatte 1973 Renate Schmidt geheiratet.

Veröffentlichungen (Auswahl) Der affektrhetorische Wirkungsbegriff in der rhetorisch-poetischen Theorie der englischen Renaissance. Philosophische Dissertation, Bonn 1970. Einführung in die rhetorische Textanalyse. Buske, Hamburg 1971; 4. Auflage 1979; 9., aktualisierte und erweiterte Auflage 2001, ISBN 978-3-87548-246-1. Textwissenschaft und Textanalyse. Semiotik, Linguistik, Rhetorik (= UTB. Band 328). Quelle & Meyer, Heidelberg 1975, ISBN 3-494-02030-2; 2., verbesserte Auflage 1979, ISBN 3-494-02030-2. Rhetorik der Affekte. Englische Wirkungsästhetik im Zeitalter der Renaissance (= Studien zur englischen Philologie. Neue Folge, Band 18). Niemeyer, Tübingen 1975, ISBN 3-484-45017-7; basierend auf Pletts Dissertation. (Hrsg.): Rhetorik. Kritische Positionen zum Stand der Forschung. Fink, München 1977, ISBN 3-7705-1377-0. (Hrsg.): Englisches Drama von Beckett bis Bond (= UTB. Band. 1116). Fink, München 1982, ISBN 3-7705-2037-8. Englische Rhetorik und Poetik 1479–1660. Eine systematische Bibliographie. Westdeutscher Verlag, Opladen 1984, ISBN 3-531-03201-1. (Hrsg.): Intertextuality (= Research in text theory. Band 15). De Gruyter, Berlin 1991, ISBN 3-11-011637-5. (Hrsg.): Renaissance-Rhetorik. De Gruyter, Berlin 1993, ISBN 3-11-013567-1. (Hrsg.): Renaissance-Poetik. De Gruyter, Berlin 1994, ISBN 3-11-013964-2. English Renaissance rhetoric and poetic. A systematic bibliography of primary and secondary sources. Brill, Leiden 1995, ISBN 90-04-10343-0. (Hrsg.): Die Aktualität der Rhetorik (= Figuren. Band 5). Fink, München 1996, ISBN 3-7705-3155-8. Systematische Rhetorik. Konzepte und Analysen. Fink, München 2000, ISBN 3-8252-2127-X. Rhetoric and Renaissance culture. De Gruyter, Berlin 2004, ISBN 3-11-017461-8. Literary rhetoric. Concepts, structures, analyses (= International studies in the history of rhetoric. Band 2). Brill, Leiden 2010, ISBN 978-90-04-17113-8. Enargeia in classical antiquity and the early modern age (= International studies in the history of rhetoric. Band 4). Brill, Leiden 2012, ISBN 90-04-22702-4.

Literatur Plett, Heinrich F. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s Who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 953. Festschrift Peter L. Oesterreich, Thomas O. Sloane (Hrsg.): Rhetorica movet. Studies in historical and modern rhetoric in honour of Heinrich F. Plett (= Symbola et emblemata. Band 9). Brill, Leiden 1999, ISBN 90-04-11339-8 (Festschrift, mit Bibliographie Heinrich F. Plett S. 537–545).

Einzelnachweise

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