Der auch Zwölftagekrieg genannte israelisch-iranische Krieg begann am 13. Juni 2025 mit Angriffen Israels auf Iran unter dem Codenamen Operation Rising Lion. Die Angriffe der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (IDF) und des israelischen Auslandsgeheimdienstes Mossad richteten sich gegen Anlagen des iranischen Atomprogramms, militärische Einrichtungen in Iran sowie gegen hochrangige Kommandeure der iranischen Militärführung und iranische Kernphysiker. Iran begann noch am selben Tag mit Luftangriffen auf Ziele in Israel unter dem Codenamen Operation True Promise III. Zwei Wochen zuvor hatte die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO) mitgeteilt, Iran verfüge nun über 408 kg auf 60 % angereichertes Uran. Bei weiterer Anreicherung würde dies für den Bau von etwa neun Atombomben ausreichen.
Dem offenen Krieg zwischen Israel und Iran ging eine jahrzehntelange Feindschaft seit der Iranischen Revolution 1979 voraus. Die Spannungen verschärften sich unter der Regierung von Benjamin Netanjahu und nach dem Terrorangriff auf Israel im Oktober 2023 durch die von Iran unterstützte Hamas. Weitere Eskalationen folgten durch Angriffe iranisch unterstützter Gruppen wie der Huthi und der Hisbollah. Bereits im April und Oktober 2024 kam es zu direkten militärischen Konfrontationen zwischen beiden Staaten.
In der Nacht auf den 22. Juni 2025 griffen die Vereinigten Staaten von Amerika direkt in den Krieg ein, als ihre Streitkräfte unter dem Codenamen Operation Midnight Hammer Luftangriffe auf iranische Atomanlagen flogen, um die nuklearen Kapazitäten Irans einzuschränken.
Am 24. Juni 2025 wurde vonseiten der Vereinigten Staaten eine Waffenruhe angekündigt, die am Folgetag in Kraft trat. Acht Monate später kam es im Februar 2026 mit dem Irankrieg 2026 erneut zu einem Krieg aufgrund Israelisch-US-Amerikanischen Angriffen auf den Iran.
Israels Angriff gegen Iran sowie die unterstützenden Angriffe der Vereinigten Staaten werden von Völkerrechtlern als völkerrechtswidrig eingestuft. Auch die Gegenangriffe Irans werden trotz des Rechts zur Selbstverteidigung als Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht gewertet, da sie sich nicht nur gegen militärische, sondern auch gegen zivile Ziele richteten.
mini|Lage Israels (orange) und Irans (grün)
Vorgeschichte
Iranisch-israelische Beziehungen
Das Verhältnis zwischen Iran und Israel war während der Schahzeit freundschaftlich. Im Zuge der anglo-sowjetischen Invasion kam 1941 Mohammad Reza Pahlavi in Iran zur Regentschaft und es waren die Vereinigten Staaten, die 1957 den Grundstein für das iranische Atomprogramm legten, im Rahmen des unter US-Präsident Eisenhower initiierten Programms „Atoms for Peace“. Iran zählte zu den ersten Staaten, die das Existenzrecht Israels und seine Unabhängigkeit 1948 anerkannten. Seit der Islamischen Revolution 1979 erkennt Iran Israel nicht mehr als legitimen Staat an und seine Zerstörung wurde Staatsdoktrin. Seit Jahren unterstützt Iran islamistische Terrormilizen wie Hisbollah, Hamas und Islamischer Dschihad in ihrem Kampf gegen Israel.
Der Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 hatte erhebliche Auswirkungen auf die Beziehungen zwischen Israel und Iran, weil Iran einer der wichtigsten Geldgeber, Waffenlieferanten und ideologischen Unterstützer der Hamas ist.
Bereits vor dem eigentlichen Kriegsbeginn kam es zu mehreren direkten Angriffen beider Seiten aufeinander, die jedoch zu keiner größeren Eskalation führten.
Schwächung der „Achse des Widerstandes“ mini|Anti-israelische Terrorgruppen, die von Iran unterstützt werden und von pro-iranischen Publizisten als „Achse des Widerstands“ bezeichnet werden. Stand Januar 2025 gelten lediglich die Huthi-Miliz im Jemen und die Volksmobilisierungskräfte im Irak als weitgehend ungeschwächt.
Einer Analyse des US-amerikanischen Stimson Center zufolge hat das von Iran über eine Zeitspanne von annähernd einem halben Jahrhundert aufgebaute Netzwerk regionaler Milizen und Gruppen – auch als „Achse des Widerstands“ bezeichnet – seit dem Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 stark an operativer Schlagkraft eingebüßt. Mit dem Sturz des syrischen Assad-Regimes Anfang Dezember 2024 habe Iran quasi über Nacht seinen einzigen staatlichen Verbündeten in der Region und eine wichtige Landverbindung in den Libanon verloren. Die Terrororganisationen Hamas im Gazastreifen und Hisbollah im Südlibanon seien zudem durch militärische Aktionen Israels entscheidend geschwächt worden. So seien etwa die Befehlsstrukturen, Truppen und militärischen Fähigkeiten beider Organisationen stark dezimiert worden.
Gleichzeitig wird in dem Bericht darauf hingewiesen, der geplante Rückzug der amerikanischen Truppen aus dem Zentralirak eröffne Iran und seinen Verbündeten neue Spielräume, um ihren Einfluss zu festigen und regionale Verluste teilweise auszugleichen. Trotz der genannten Rückschläge blieben von Teheran unterstützte Gruppierungen wie die Volksmobilisierungskräfte im Irak und die Huthi im Jemen weiterhin aktiv. Die Milizen im Irak verfügten immer noch über beträchtlichen lokalen Einfluss und die als Terrororganisation eingestufte Huthi-Miliz greife regelmäßig Schiffe im Roten Meer an, wobei sich die Angriffe vor allem gegen westliche und israelbezogene Ziele richteten. Die große Entfernung und das schwierige Gelände im Jemen erschwere es Israel, die Miliz effektiv zu bekämpfen. Aus Sicht Irans würden die Huthi zu einer neuen Hisbollah.
Gegenseitige Luft- und Raketenangriffe vor dem Krieg
Am 14. April 2024 griff Iran Israel als Reaktion auf einen israelischen Angriff auf Irans Konsulat in Damaskus, bei dem zwei Generäle getötet wurden, mit 170 Drohnen und 30 Raketen an, von denen der Großteil abgefangen wurde. Einige Raketen schlugen im Militärflugplatz Nevatim ein und verursachten leichten Schaden. Auch Angriffe aus dem Irak, Jemen und Libanon sollen unter anderem von den Vereinigten Staaten und Jordanien abgefangen worden sein.
Am 19. April wurden laut iranischen Angaben drei Drohnen in der Nähe eines Militärflughafens bei Isfahan abgeschossen. Die Washington Post bezeichnete dies als israelische Reaktion.
In den Tagen und Monaten vor erneuten direkten Konfrontationen im Oktober wurden die beiden höchsten Führungspersonen der Terrororganisationen Hamas und Hisbollah getötet, davon Ismail Haniyya während eines Besuches in der iranischen Hauptstadt und Hassan Nasrallah in Beirut.
In der Nacht vom 1. zum 2. Oktober 2024 griff Iran Israel als Reaktion mit rund 180 Raketen an. Laut Analysen und Auswertungen von Satellitenbildern schlugen bis zu 30 Raketen auf dem Luftwaffenstützpunkt Nevatim ein, dennoch soll der Schaden gering gewesen sein. Beim Abfangen beteiligten sich auch US-Streitkräfte.
Am 26. Oktober 2024 griff Israel Raketenabschussrampen und -produktionsstandorte an. Iran meldete lediglich „begrenzte Schäden“ und Schäden an Radaranlagen und behauptete, die Angriffe seien vom irakischen Luftraum aus geführt worden. Der Tod von vier iranischen Soldaten wurde allerdings bestätigt.
Iranisches Atomprogramm mini|Eingangsbereich der Atomanlage Natanz (Iran, 2022). Im Juni 2025 wurde die Einrichtung Ziel israelischer Angriffe im Rahmen des israelisch-iranischen Kriegs. mini|Der IR-40-Reaktor in Arak, eine zentrale Anlage des iranischen Atomprogramms, wurde im Juni 2025 im Rahmen des israelisch-iranischen Kriegs angegriffen.
Iran begann 1967 unter Schah Mohammad Reza Pahlavi mit US-Hilfe ein ziviles Atomprogramm. 2002 wurde eine geheime Anlage zur Urananreicherung in Natanz bekannt. Deutschland, Frankreich und Großbritannien begannen 2003 Gespräche mit Iran, die jedoch nach der Wahl von Mahmud Ahmadineschad 2005 scheiterten. US-Präsident Barack Obama und Iran eröffneten 2009 über den Oman einen diplomatischen Dialogkanal. Kurze Zeit später wurde der mutmaßlich von den Vereinigten Staaten und Israel entwickelte Computervirus Stuxnet zur Störung iranischer Zentrifugen entdeckt.
2015 wurde in Wien ein Atomabkommen zwischen den fünf UNO-Vetomächten (Vereinigte Staaten, China, Russland, Großbritannien und Frankreich) sowie Deutschland und Iran geschlossen, das die Urananreicherung in Iran einschränken sollte. Als Gegenleistung wurden von den genannten Ländern Wirtschaftssanktionen gegen Iran aufgehoben. Nachdem Israel 2018 bekannt gegeben hatte, aus Iran gestohlene Dokumente würden belegen, dass Iran wesentliche Details seines Atomprogramms vor der Unterzeichnung des Abkommens vertuscht habe, zogen sich die USA unter der Präsidentschaft von Donald Trump einseitig aus dem Atomabkommen zurück.
Sollten in Iran Atomwaffen entwickelt werden, werde sich Saudi-Arabien auch atomar bewaffnen, verkündete 2018 der dort regierende Kronprinz Mohammed bin Salman. Ebenso wie Saudi-Arabien betrachtet auch Israel einen mit Atomwaffen bewaffneten Iran als gravierende Bedrohung für die nationale Sicherheit. In den Jahren vor dem israelisch-iranischen Krieg wurden iranische Wissenschaftler, die am Atomprogramm beteiligt waren, mehrfach Opfer gezielter Anschläge, die teils durch Schusswaffen, teils durch Autobomben verübt wurden. Cyberangriffe, etwa im Jahr 2020 auf die Atomanlage Natanz, folgten. Ab 2021 erhöhte Iran die Urananreicherung.
Israels Premierminister Benjamin Netanjahu begründete den Angriff auf Iran mit einer atomaren Gefahr für Israel. Teheran sei kurz vor der Fertigstellung einer Atombombe, sagte er. Diese Einschätzung teilen US-Geheimdienste nicht, berichteten sowohl die New York Times als auch CNN unter Berufung auf hochrangige US-Regierungsvertreter und „vier mit der Einschätzung vertraute Personen“. Wenige Wochen vor den israelischen Angriffen präsentierte die Direktorin der US-Geheimdienste Tulsi Gabbard den Jahresbericht der US-Geheimdienste vor dem Geheimdienstausschuss des Senats, wonach Iran weder Atomwaffen besitze noch ein Atomwaffenprogramm habe, und dass die iranische Führung sich gegen ein Atomwaffenprogramm entschieden habe. In ihrer Aussage vor dem Senat bekräftigte Direktorin Gabbard die Einschätzung der Geheimdienste: Die Geheimdienste waren weiterhin zu dem Schluss gekommen, dass der „Iran keine Atomwaffen baut“ und das politische und religiöse Oberhaupt Irans Ali Chamenei das von ihm im Jahr 2003 ausgesetzte Atomwaffenprogramm weiterhin nicht genehmigt hat.“Israel launches an attack on Iran—without America”. In: The Economist, 13 Juni 2025.Tulsi Gabbard Says Iran Not Believed to be Building a Nuclear Weapon. In: Newsweek, 27 März 2025. Gabbard zitierte vor dem Geheimdienstausschuss aus dem Jahresbericht der US-amerikanischen Nachrichtendienste allerdings auch, dass Iran über so viel angereichertes Uran verfüge wie nie zuvor – und dass dies beispiellos für einen Staat ohne Atomwaffenprogramm sei. Gabbard erklärte eine Woche nach Kriegsbeginn, dass Iran in der Lage sei, innerhalb weniger Wochen oder Monate eine Atombombe zu bauen, falls er sich zur finalen Montage entschließe.
Bei den Verhandlungen ab April 2025 zeigte sich Iran zu einem neuen Atomabkommen mit den USA bereit im Gegenzug für die Aufhebung der Wirtschaftssanktionen. Irans Chefunterhändler Ali Schamchani erklärte in einem Interview im US-Fernsehsender NBC News am 14. Mai 2025, Iran werde sich verpflichten, niemals Atomwaffen herzustellen, seine Bestände an hochangereichertem Uran zu vernichten, Uran nur noch in geringeren Mengen für zivile Zwecke anzureichern und internationale Inspektoren zur Überwachung des Prozesses zuzulassen.Iran will Atomabkommen mit den USA. In: t-online.de/reuters, 15. Mai 2025.