Matthew Langer Meyerson (geb. 4. Juni 1963, Boston, Massachusetts) ist ein US-amerikanischer Pathologe und Inhaber des Charles A. Dana-Lehrstuhls für Humangenetik bei Krebs am Dana-Farber Cancer Institute. Er ist außerdem Direktor des Zentrums für Krebsgenomik am Dana-Farber Cancer Institute, und Direktor der Abteilung für Krebsgenomik am Broad Institute des Massachusetts Institute of Technology (MIT) und der Harvard University.

Leben Jugend und Ausbildung Meyerson wurde am 4. Juni 1963 in Boston, Massachusetts, geboren. Seine Eltern waren Martin Meyerson und Margy Meyerson. Sein Vater wurde als erster jüdischer Präsident einer großen Universität an die University of Pennsylvania berufen. Meyerson und seine Geschwister wuchsen anschließend in Philadelphia auf, wo bei seiner älteren Schwester Morbus Crohn und eine psychische Erkrankung diagnostiziert wurden. Dies trug maßgeblich dazu bei, dass Meyerson eine Karriere in der Medizin anstrebte.Carrie Printz: First person profile: Matthew L. Meyerson, MD, PhD. In: Cancer. vol. 127, is. 7; 9. April 2021: S. 991–993. doi=10.1002/cncr.33520 pmid=33836106 s2cid=233194918 acsjournals.onlinelibrary.wiley.com

Nach dem Highschool-Abschluss absolvierte Meyerson sein Bachelorstudium an der Harvard University. Während seines Studiums forschte er im Labor von Leslie Dutton an der University of Pennsylvania zu Chinonen und im Labor von Steven Benner in Harvard zur Enzymevolution. Nach seinem Bachelorabschluss 1985 verbrachte Meyerson ein Jahr an der Universität Kyōto in Japan, bevor er sein Medizinstudium begann. Im dritten Jahr seines Medizinstudiums an der Harvard Medical School, während einer 'Rotation' am Massachusetts General Hospital (MGH), entdeckte er sein Interesse an der molekularbiologischen Revolution und der Krebsforschung. Anschließend absolvierte er seine Facharztausbildung in klinischer Pathologie am MGH und ein Forschungsstipendium (Residency) bei Robert Weinberg am Whitehead Institute. Aufbauend auf Weinbergs Arbeit identifizierten Meyerson und Christopher M. Counter 1997 das Gen der katalytischen Telomerase-Untereinheit (telomerase catalytic subunit gene).

Karriere Meyerson trat 1998 dem Lehrkörper des Dana-Farber Cancer Institute (DFCI) bei, wo er sich weiterhin auf die Anwendung genomischer Ansätze zum Verständnis der Biologie und Genetik menschlicher Lungenkarzinome konzentrierte. Als Assistant Professor entwickelte Meyerson ein neues mathematisches Verfahren mit, das mithilfe des Ausschlussverfahrens Mikroben in menschlichem Gewebe nachweist. Studien ergaben, dass dieses Verfahren erfolgreich einen spezifischen Typ des humanen Papillomvirus in Gebärmutterhalszellen detektierte. Im Anschluss an diese Entwicklung arbeitete Meyerson mit Kollegen der Harvard University zusammen, um Mutationen in Lungenkrebs zu identifizieren, die therapeutisch angegriffen werden könnten. Dies führte zu einer gemeinsamen Studie zwischen dem DFCI und Japan zur Untersuchung von Lungenkrebspatienten. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass Patienten, deren Lungenkrebs eine fehlerhafte Version des EGFR-Proteins aufwies, gut auf das Medikament Gefitinib ansprachen. Dies war die erste erfolgreiche Studie, die einen systematischen Ansatz zur Entwicklung neuer Krebstherapien unterstützte. 2007 veröffentlichten Meyerson und Levi Garraway eine Arbeit, in welcher sie eine Methode für die umfassende Testung von 238 DNA-Mutationen detailliert beschrieben. Dies führte schließlich zur Gründung von Foundation Medicine. 2009 wurde er mit dem Paul Marks Prize for Cancer Research für die Entdeckung von Mutationen in Lungenkrebszellen ausgezeichnet.

Im Jahr 2011 gelang Meyerson eine weitere Entdeckung, die die Krebsforschung voranbrachte: Darmkrebsgewebe enthält hohe Konzentrationen verschiedener Bakterienarten, insbesondere von Fusobacterium nucleatum. Sein Labor entwickelte zudem das erste zielgerichtete Medikament gegen Lungenkrebs. Aufgrund dieser Entdeckungen wurde Meyerson 2014 von Breathe Deep Boston als Preisträger des Walk Honoree ausgezeichnet. Zwei Jahre später erhielt er den Han-Mo Koo Memorial Award 2016 für seine Beiträge zum Verständnis der Krebsgenomik und zielgerichteter Therapien. 2018 wurde Meyerson in die National Academy of Medicine gewählt, da er „EGFR-Mutationen bei Lungenkrebs entdeckte und deren Fähigkeit zur Vorhersage des Ansprechens auf EGFR-Inhibitoren erkannte, wodurch er maßgeblich zur Etablierung des heutigen Paradigmas der Präzisionsonkologie beitrug“.„discovery of EGFR mutations in lung cancer and their ability to predict responsiveness to EGFR inhibitors, thereby helping to establish the current paradigm of precision cancer therapy.“

Während der COVID-19-Pandemie veröffentlichte Meyerson zusammen mit Jason Nomburg und James A. DeCaprio die Studie „Pervasive generation of non-canonical subgenomic RNAs by SARS-CoV-2“.„Umfassende Bildung nicht-kanonischer subgenomischer RNAs durch SARS-CoV-2.“ Jason Nomburg, Matthew Meyerson, James A. DeCaprio: Pervasive generation of non-canonical subgenomic RNAs by SARS-CoV-2. Genome Medicine. 1. Dezember 2020. vol. 12, is. 108: S. 108. doi=10.1186/s13073-020-00802-w pmid=33256807 pmc=7704119 Er wurde außerdem zum Fellow der American Association for the Advancement of Science gewählt, in Anerkennung seiner herausragenden wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Leistungen zur Förderung der Wissenschaft und ihrer Anwendungen. 2021 wurde Meyerson von Onclive als eine der führenden Persönlichkeiten auf dem Gebiet der Krebsprävention und -genetik („Giant of Cancer in Prevention/Genetics“) gewürdigt.

Persönliches Meyerson ist seit 1998 mit seiner Kommilitonin Sandra Hoenig verheiratet.

Einzelnachweise

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