Axel Schönbucher (* 27. April 1945 in Korntal-Münchingen; † 25. Februar 2025) war ein deutscher Chemiker und Hochschullehrer im Bereich Technische Chemie.
Biografie Schönbucher studierte von 1965 bis 1970 Chemie an der Universität Stuttgart. 1973 promovierte er dort bei Theodor Förster zum Dr. rer. nat. mit dem Thema Blitzspektroskopische Untersuchung über strahlungslose Desaktivierungsprozesse an Triphenylmethanfarbstoffen. Anschließend habilitierte er am Institut für Technische Chemie bei Walter Brötz. 1982 wurde er an der Universität Stuttgart auf eine Professur berufen, die er bis 1992 innehatte. Parallel war er 1988 und 1989 für die Chemischen Werke Hüls AG in Marl tätig, sowie 1990 bis 1992 für das Battelle-Institut für Kernphysik in Frankfurt am Main. 1992 folgte ein Ruf an die Gerhard Mercator Universität Duisburg und 2002 an die Universität Duisburg-Essen, wo er bis 2011 am Campus Essen den Lehrstuhl Technische Chemie 1 innehatte.
Von 1991 bis 2005 war er außerdem berufenes Mitglied der Störfall-Kommission (SFK) und von 2005 bis 2011 berufenes Mitglied der Nachfolgeorganisation Kommission für Anlagensicherheit (KAS) des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit. Ab 2007 war er Mitglied des Vorstandes der ProcessNet-Fachsektion Sicherheitstechnik und dort in mehreren Arbeitskreisen aktiv.
Schönbucher war verheiratet und hatte mehrere Kinder. In seiner Freizeit engagierte er sich in seinem Wohnort Schömberg im Verein Modellflug-Freunde Bieselsberg, dem er seit der Gründung 2005 angehörte und dessen Vorsitzender er zeitweise war.
Er starb 79-jährig und liegt auf dem Friedhof in Bieselsberg begraben.
Forschungsschwerpunkte Schönbucher forschte in der Technischen Chemie und der Chemischen Reaktionstechnik an reaktiven Strömungen, Flammen und der Dynamik von Verbrennungsvorgängen. Er nutzte dabei Experimente mit dem Aufnahmeverfahren der holografischen Durchlicht-Interferometrie und Echtzeit-Aufnahmen mit Hochgeschwindigkeitskameras. Dagegen stellte er Berechnungen mit Hilfe der statistischen Theorie der Turbulenz und Diffusion sowie der CFD-Simulation.
Seine Ergebnisse zur Wärmeverteilung in lodernden Flammen und der Dynamik der Verbrennungsvorgänge, unter anderem unerwartet hohe Temperaturen bei Tankbränden bis 1600 °C, trugen zu Verständnis und Senkung des Sicherheitsrisikos in großchemischen Anlagen bei. Er beschäftigte sich auch mit Risikoabschätzung, Anlagensicherheit und Umweltschutz in verfahrenstechnischen Anlagen.
Auszeichnungen und Ehrungen 1983: Dechema-Preis der Max-Buchner-Forschungsstiftung, für seine Forschungen zu Wirbelstrukturen in Tankflammen, die wesentlich zur Sicherheit in Chemieanlagen beitrugen. 1998: Posterprämierung auf dem Gebiet der Sicherheitstechnik des Adolf-Martens-Fonds anlässlich der DECHEMA-Jahrestagung 1998, gemeinsam mit T. Koch und S. Staus, Thema; Simulation zeitabhängiger Bestrahlungsstärken von Poolflammen 2005: Posterprämierung des Adolf-Mertens-Fonds, gemeinsam mit H. Chun, K.-D. Wehrstedt, Thema: Untersuchung von Poolbränden organischer Peroxide
Publikationen (Auswahl) Bücher
Artikel
Film
Weblinks
Homepage Prof. emeritus an der Universität Duisburg-Essen Personeneintrag im Informationsportal GEPRIS der Deutschen Forschungsgemeinschaft
Einzelnachweise
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