Gatka () ist ein Dorf in der Stadt- und Landgemeinde Miastko im Powiat Bytowski der polnischen Woiwodschaft Pommern.

Geographische Lage Das Dorf liegt in Hinterpommern, etwa 7,5 Kilometer nordwestlich von Miastko und vier Kilometer südöstlich des Kirchdorfs Świerzno.

Geschichte mini|Gadgen, nordwestlich von Rummelsburg und südöstlich des Kirchdorfs Groß Schwirsen, auf einer Landkarte von 1915 Auf dem adligen Gut Gadgen saß um 1782 der Kriegs- und Domänenrat Werner Ernst von Lettow. Zur Verbesserung des Gutes Gadgen hatte er 1773 königliche Meliorationsgelder in Höhe von 5800 Reichstalern erhalten, die unter anderem zur Anlage des neuen Vorwerks Wernershof verwendet worden waren.Der Pommersche und Neumärkische Wirth, Band 1, Stettin 1778, § 40, S. 414–415 (Google Books). Laut Vasallen-Tabelle befand sich um 1804 Johan Wilhelm Heinrich von Zitzewitz im Besitz von Gadgen.Robert Klempin und Gustav Kratz: Matrikeln und Verzeichnisse der Pommerschen Ritterschaft vom XIV bis in das XIX Jahrhundert. Berlin 1863, S. 526, Ziffer 39 (Google Books). Seit 1854 gehörte das Lettowsche Lehen Gadgen einem Herrn Hering, der es geerbt hatte.Robert Klempin und Gustav Kratz: Matrikeln und Verzeichnisse der Pommerschen Ritterschaft vom XIV bis in das XIX Jahrhundert. Berlin 1863, S. 637, Ziffer 11 (Google Books). Um 1884 besaß das Rittergut Gadgen mit Branntweinbrennerei und Kalkofen der Major von Stülpnagel,P. Ellerholz: Handbuch des Grundbesitzes im Deutschen Reich, Band I: Provinz Pommern, Nicolai, Berlin 1884, S. 64–65 (Google Books). der es auch noch 1892 in Besitz hatte, als er Landrat war und seinen Wohnsitz in Sandberg bei Belzig hatte.Pommersches Güter-Adressbuch, Friedrich Nagel (Paul Niekammer), Stettin 1892, S. 136–137 (Google Books).

Am 30. Januar 1905 wurde der Gutsbezirk Gadgen in eine Landgemeinde gleichen Namens umgewandelt.Amtsbezirk Groß Schwirsen (Territorial.de)

Am 1. Dezember 1913 wurden auf der 914,3 Hektar großen Gemarkungsfläche der Landgemeinde Gadgen 36 viehhaltende Haushaltungen gezählt, die zusammen 58 Pferde, 196 Stück Rindvieh, 28 Schafe und 405 Stück Borstenvieh hielten.Königlich Preußisches Statistisches Landesamt: Gemeindelexikon über den Viehstand und den Obstbau für den Preußischen Staat, Heft 4: Provinz Pommern, Berlin 1915, 2. Regierungsbezirk Köslin, 23. Kreis Rummelsburg, S. 114–115, Ziffer 15 (Google Books).

Anfang der 1930er Jahre hatte die Landgemeinde Gadgen eine Flächengröße von 9,4 km². Innerhalb der Gemeindegrenzen standen insgesamt 36 bewohnte Wohnhäuser an drei verschiedenen Wohnstätten: Fließhof Gadgen Wernershof Um 1935 gab es im Dorf Gadgen unter anderem einen Gemischtwarenladen, eine Schmiede und eine Tischlerei.Klockhaus' Kaufmännisches Handels- u. Gewerbe-Adressbuch des Deutschen Reichs, Band 1 A, Berlin 1935, S. 1016 (Google Books).

Die Landgemeinde Gadgen gehörte im Jahr 1945 zum Landkreis Rummelsburg im Regierungsbezirk Köslin der preußischen Provinz Pommern des Deutschen Reichs und war dem Amtsbezirk Groß Schwirsen zugeordnet. Das Standesamt befand sich in Groß Schwirsen.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Gadgen Anfang März 1945 von der Roten Armee besetzt. Anschließend wurde Gadgen Teil Polens und in Gatka umbenannt.

Demographie

+ Bevölkerungsentwicklung Jahr Einwohner Anmerkungen 1782 – adliges Dorf mit einem Vorwerk, auf der Feldmark des Dorfs den neu angelegten Siedlungen Wernershof, Louisenhof, Agnesenthal und Seehof sowie zwei Feldkaten, einem Bauernhof, vier Halbbauern, zwei Kossäten, einem Krug, einer Schmiede, einem Schulmeister, Holzungen und Fischerei in Teichen, zu Groß Schwirsen in der Schlaweschen Synode eingepfarrt, dem Kriegs- und Domänenrat Werner Ernst von Lettow gehörig.Ludwig Wilhelm Brüggemann: Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königl. Preußischen Herzogtums Vor- und Hinterpommern. Teil II, Band 2, Stettin 1784, S. 791, Nr. 18 (Google Books). 1818 71 Dorf, adlige Besitzung, zum Kirchspiel Groß Schwirsen gehörigAlexander August Mützell und Leopold Krug: Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preußischen Staats. Ausgearbeitet und herausgegeben von Alexander August Mützell. Band 2: G–Ko, Halle 1821, S. 2, Ziffer 37 (Google Books). 1825 140 Dorf mit den Vorwerken Agnesenhof, Fließhof, Louisenhof, Plasterkaten und WernershofFriedrich von Restorff: Topographische Beschreibung der Provinz Pommern mit einer statistischen Uebersicht, Nicolaische Buchhandlung, Berlin und Stettin 1827, S. 294, Ziffer 24 (Google Books). 1852 199 DorfTopographisch-statistisches Handbuch des Preußischen Staats (Kraatz, Hrsg.). Berlin 1856, S. 168 (Google Books).1864 217 am 3. Dezember, Gutsbezirk mit einem Flächeninhalt von 3665,59 Morgen und 22 WohngebäudenKönigliches Finanzministerium: Die Ergebnisse der Grund- und Gebäudesteuerveranlagung im Regierungsbezirk Köslin, 7. Kreis Rummelsburg, Berlin 1966, S. 2–9, Ziffer 32 (Google Books). 1867 215 am 3. Dezember, Gutsbezirk 1871 226 am 1. Dezember, Gutsbezirk, sämtlich EvangelischeKönigl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Die Gemeinden und Gutsbezirke der Provinz Pommern und ihre Bevölkerung. Nach den Urmaterialien der allgemeinen Volkszählung vom 1. December 1871 bearbeitet und zusammengestellt. Berlin 1874, Regierungsbezirk Köslin, VIII. Kreis Rummelsburg, S. 146–147, Ziffer 73 (Google Books). 1885 138 am 1. Dezember, Gutsbezirk mit einem Flächeninhalt von 936 Hektar (136 Evangelische, zwei Katholiken).Königliches statistisches Bureau: Gemeindelexikon für das Königreich Preußen. Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 1. Dezember 1885 und anderer amtlicher Quellen, IV. Provinz Pommern, Berlin 1888, Regierungsbezirk Köslin, 22. Kreis Rummelsburg, S. 160–161, Ziffer 73 (Google Books). 1895 196 am 2. Dezember, Gutsbezirk mit einem Flächeninhalt von 937,1 Hektar (sämtlich Evangelische)Königliches Statistisches Bureau (Hrsg.): Gemeindelexikon für das Königreich Preußen. Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 2. Dezember 1895 und anderer amtlicher Quellen. Band IV: Provinz Pommern, Berlin 1898, 2. Regierungsbezirk Köslin, 22. Kreis Rummelsburg, S. 164–165, Ziffer 69 (Google Books). 1910 270 am 1. DezemberGadgen, Dorf, Kreis Rummelsburg, Regierungsbezirk Köslin, Provinz Pommern. In: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Gadgen (meyersgaz.org). 1925 265 darunter 257 Evangelische und ein KatholikDie Gemeinde Gadgen im ehemaligen Kreis Rummelsburg in Pommern (Gunthard Stübs und Pommersche Forschungsgemeinschaft, 2011) 1933 274 1939 260 2011 135 Główny Urząd Statystyczny, Ludność - struktura według ekonomicznych grup wieku Stand vom 31. März 2011, abgerufen am 11. Dezember 2025 Kirche Kirchspiel bis 1945 Die vor 1945 in Gadgen anwesenden Dorfbewohner waren größtenteils evangelischer Konfession. Die evangelischen Einwohner gehörten zum evangelischen Kirchspiel Groß Schwirsen im Kirchenkreis Schlawe in der Kirchenprovinz Pommern der Evangelischen Kirche der Altpreußischen Union.

Ds katholische Kirchspiel war in Rummelsburg i. Pom.

Kirchspiel seit 1946 Die seit 1945 hier lebende polnische Dorfbevölkerung ist größtenteils römisch-katholisch und gehört der Römisch-katholischen Kirche in Polen an.

Hier lebenden evangelische Kirchenglieder werden von der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen betreut. Das zuständige Pfarramt ist das der Kreuzkirche in Słupsk (Stolp).

Persönlichkeiten Werner Ernst von Lettow (1738–1789), preußischer Rittergutsbesitzer, Landrat und Kriegs- und Domänenrat, war Erbherr auf Gadgen und weiteren Gütern

Literatur Der Kreis Rummelsburg – Ein Heimatbuch (Kreisausschuss des Kreises Rummelsburg, Hrsg.), Pommerscher Buchversand, Hamburg 1979.

Weblinks Die Gemeinde Gadgen im ehemaligen Kreis Rummelsburg in Pommern (Gunthard Stübs und Pommersche Forschungsgemeinschaft, 2011)

Einzelnachweise

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