Der Rajon Auch (, ) war eine administrativ-territoriale Einheit innerhalb der Dagestanischen Autonomen Sozialistischen Sowjetrepublik, gegründet im Oktober 1943. Er stellte das Gebiet einer kompakten Siedlungsstruktur der tschetschenischen Auch-Bevölkerung dar.Новицкий И.Я. Управление этнополитикой Северного Кавказа. — Краснодар: Здравствуйте, 2011. — 270 с. — ISBN 978-5-94945-030-7.

Ende Februar 1944 wurden die Auch-Tschetschenen – gemeinsam mit den übrigen Tschetschenen und Inguschen aus der Tschetscheno-Inguschischen ASSR – nach Zentralasien deportiert. Der Rajon wurde in der Folge in Nowolakski rajon umbenannt (laut anderer Quellen aufgelöst.Северный Кавказ, 1780—1995: история и границы Лицевая обложка Артур Аркадьевич Цуциев, Л. Б. Дзугаев Проект-Пресс, 1997Современная геополитическая ситуация на Кавказе Семед Абакаевич Семедов Экон-Информ, 2008Атлас этнополитической истории Кавказа: 1774—2004 Артур Аркадьевич Цуциев, Артур Аркадьевич ЦуциевТри года «мира»: бюллетени Правозащитного центра «Мемориал» лето 2006 года--лето 2009 года Григорий Верный, Олег Орлов, Александр Черкасов Права человека, 2010Федерализм--внутреннее кредо демократии Мухаммед-Ариф Садыки Логос, 2001) Ein Teil des ehemaligen Rajons wurde dem benachbarten Kasbekowskij Rajon zugeschlagen und mit Awaren aus dem Dorf Almak neu besiedelt.Адиев А.З. Конфликтный потенциал межэтнических отношений в Республике Дагестан (рус.) // Ойкумена. — 2016. — № 3. Am 23. Februar 1944 wurden aus dem Rajon Auch 14,5 Tsd. Tschetschenen deportiert.Гусеев М. Ю. Черный февраль. — Грозный: Редакционно-издательский комплекс Ичкерия, 1994. — С. 13. — 200 с. — 5000 экз.

Im Jahr 1991 wurde beschlossen, den Rajon Auch in den Grenzen von 1944 wiederherzustellen, einschließlich der Dörfer Leninaul und Kalininaul. Ризванов Р.З. На стезе служения Дагестану: очерк жизни и политической деятельности Магомедсалиха Гусаева. — Махачкала: Юпитер, 2003. — С. 13. — 364 с. — ISBN 5-7895-0045-5 Die lakische Bevölkerung sollte in das Gebiet „Nowostroj“ nördlich von Machatschkala umgesiedelt werden, wo ein neuer Nowolakskij Rajon entstehen sollte.

Im Jahr 2017 verabschiedeten die Behörden der Republik Dagestan ein neues Programm zur Wiederherstellung des Auch Rajons, dessen Umsetzung bis 2025 vorgesehen ist. In einem Zeitraum von sieben Jahren sollten dafür 12,4 Mrd. Rubel aufgewendet werden, wobei der Großteil der Finanzierung aus dem föderalen Haushalt stammt.

Geschichte Vorgeschichte 250px|mini|Auch auf einer deutschen Karte von 1854, Autor: Dietrich Reimer 250px|mini|Besiedlung des nördlichen Teils des Auch-Bezirks durch Laks im Jahr 1944 (moderne Karte von Dagestan) In Dokumenten aus dem 16. Jahrhundert wird die Region unter dem Namen „Okotskaja Semliza“ erwähnt – ein feudales Besitztum, das zu jener Zeit von den Murzas der Familie Ischerimow beherrscht wurde. Die Hauptsiedlung war „Alt-Okoch“ (Schirtsch-Auch). Ахмадов Я. З. Очерк исторической географии и этнополитического развития Чечни в XVI-XVIII веках. — Москва, 2009. — 422 с. — ISBN 978-5-91821-013-0.

Im 19. Jahrhundert gehörte das Gebiet zum Nordkaukasischen Imamat, innerhalb dessen eine Verwaltungseinheit – das Auch-Naibat – gebildet wurde. Линевич И. П. Карта горских народов, подвластных Шамилю (с примечаниями) : ст. // Сборник сведений о кавказских горцах : I. Исследования и материалы : [рус. дореф.] = Сборникъ свѣдѣній о Кавказскихъ горцахъ : сб. в 10 вып. — Тифлис : Типография Главного Управления Наместника Кавказского, 1872. — Вып. VI. — 1—4, [10 карт] с. Nach dem Ende des Kaukasuskrieges bestand in den Siedlungsgebieten der Auch-Tschetschenen für kurze Zeit eine weitere Verwaltungseinheit – der Auch-Bezirk. Лаудаев У. Чеченское племя (с примечаниями) : ст. // Сборник сведений о кавказских горцах : I. Исследования и материалы : [рус. дореф.] = Сборникъ свѣдѣній о Кавказскихъ горцахъ : сб. в 10 вып. — Тифлис : Типография Главного Управления Наместника Кавказского, 1872. — Вып. VI. — 1—62 с. — (рукопись представлена в сборнике не полностью).

Auf einer deutschen Karte aus dem Jahr 1854 befindet sich Auch im Gebiet Tschetscheniens und ist als Awuch bezeichnet.

Später wurde Auch in den neu gebildeten Chassawjurt-Bezirk des Tersker Gebiets eingegliedert, zu dem auch andere tschetschenisch-inguschische Territorien gehörten. Laut der Volkszählung von 1897 lebten im Chassawjurt-Bezirk etwa 20.000 Auch-Tschetschenen. Айдаева. Антология. «Чеченская Республика и чеченцы. История и современность». — Москва: Наука, 2006. — 576 с. — ISBN 5-02-034016-2.

Durch die Eingliederung des Chassawjurt-Bezirks in Dagestan wurde die mehrtausendköpfige Auch-Bevölkerung künstlich von ihren Stammesverwandten – den übrigen Tschetschenen – getrennt, was sich nachteilig auf die weitere Entwicklung der Auch-Gemeinschaft auswirkte. Die Angliederung der Auch-Gebiete an Dagestan wurde über lange Zeit verschwiegen.

Als bekannt wurde, dass der Bezirk der Dagestanischen ASSR angeschlossen worden war, protestierten die Auch-Führer und einfache Bürger entschieden dagegen, woraufhin Verfolgungen gegen die Auch-Tschetschenen begannen. Die Repressionen betrafen zunächst Geistliche, ehemalige „Kommandeure“ und „Partisanen“, weiteten sich jedoch bald auf breite Bevölkerungskreise aus.

Im Jahr 1943 wurde unter Berücksichtigung der ethnischen Zusammensetzung der Bevölkerung im Vorgebirgsgebiet des Chassawjurt-Bezirks der Auch-Rajon gebildet. Ziel war es, die nationalen Entwicklungsbedürfnisse der Bevölkerung zu berücksichtigen, Schulen mit Unterricht in der Muttersprache zu eröffnen und eine Presse aufzubauen. Der Auch-Rajon wurde de jure zu einer administrativ-territorialen Einheit Dagestans.

„Am 1. Dezember 1943 wurde Osman Schowchalbijewitsch Baschanow zum Vorsitzenden des Exekutivkomitees des Auch-Bezirksrats der Arbeiterdeputierten ernannt“.

Nach der Deportation der Auch-Bevölkerung aufgrund des Erlasses des Präsidiums des Obersten Sowjets der RSFSR vom 7. Juni 1944 wurde der Auch-Rajon in Nowolakskij-Rajon umbenannt, und ein Teil seines Territoriums dem benachbarten Kasbek-Rajon angeschlossen. Alle Ortschaften wurden ebenfalls umbenannt, und das Verwaltungszentrum wurde vom Dorf Jarykssu-Auch ins Dorf Banai-Aul verlegt, das in Nowolakskije umbenannt wurde.

Territoriale Struktur Selsowet Verwaltungszentrum Russischer Name Tschetschenischer Name Besiedelte Gebiete Bevölkerung, 1939Список населённых мест с указанием численности населения по переписи 1939 года по Дагестанской АССР — 1940. Aktash-Auchowski Selsowet Aktash-Auch Акташ-Аух, Пхарч-Аух Пхьарч-Ӏовх, Пхьарчхошка Aktash-AuchNach Angaben aus dem Jahr 1939 beträgt die Einwohnerzahl des Dorfes Aktash-Auсh 2226 Personen., BursunLaut Angaben aus dem Jahr 1939 beträgt die Einwohnerzahl des Dorfes Bursun 293 Personen. 2519 Alty-Mirsa-Jurtovski Selsowet Alty-Mirsa-Jurt Алты-Мирза-Юрт, Алтмазюрт Алтмирз-Йурт Alty-Mirsa-Jurt 423 Banai-Aulski Selsowet Banai-Aul Банай-Аух, Банай-Аул Бони-Ӏовх, Бони-Эвла Banai-AulNach Angaben von 1939 beträgt die Einwohnerzahl des Dorfes Banai-Aul 1736 Personen, Banai-JurtNach Angaben von 1939 beträgt die Bevölkerung des Dorfes Banai-Jurt 591 Personen, JamanssuNach Angaben von 1939 beträgt die Bevölkerung des Dorfes Jamanssu 263 Personen 2590 Bilt-Aulsky Selsowet Bilt-Aul Билт-Аух, Билт-Аул Билт-Ӏовх, Билт-Эвла Bilt-Aul 707 Kishen-Auchowski Selsowet Kisheni-Auch Кешин-Аух, Кешин-Аул Кешен-Ӏовх, Кешен-Эвла Kisheni-Auch 1113 Minai-Tugaisky Selsowet Minai-Tugai Минай-Тугай, Мини-Атаги Мини-АтагӀа Minai-TugaiNach Angaben von 1939 beträgt die Einwohnerzahl des Dorfes Minay-Tugai 541 Personen, ZandachNach Angaben von 1939 beträgt die Bevölkerung der Dörfer Dzuri und Zandak (Zandach) 202 Personen, siehe Zoriotar, DzuriNach Angaben von 1939 beträgt die Bevölkerung der Dörfer Dzuri und Zandak (Zandakh) 202 Personen, siehe Zoriotar, BartschchoiNach Angaben aus dem Jahr 1939 beträgt die Einwohnerzahl des Dorfes Bartschchoi 362 Personen. 1105 Jurt-Auchowski Selsowet Jurt-Auch Юрт-Аух, Ширча-Аух Ширча-Ӏовх Jurt-Auch 1560 Jarykssu-Auchowski Selsowet Jarykssu-Auch Ярыксу-Аух, Гачалка-Аух ГӀачалкъа Jarykssu-Auch 2056

Einzelnachweise

Kategorie:Dagestan