Freiherr Joseph Heinrich von Riedauch:Ried zu Collenbach (* 24. Juni 1718 in Durbach in Baden; † 11. September 1779 in Günzburg) war k. k. Feldzeugmeister, Ritter des Maria Theresia-Ordens und Inhaber des Infanterie-Regiments No. 48. Herkunft Seine Eltern waren der holländische Generalmajor Freiherr Ludwig Anton von Ried (1685–1764) und dessen Ehefrau Maria Johann von Meyer († 1745).Tochter von Hilarius von Meyer und Maria Barbara von Viechter zu Grueb

Leben Er entstammt dem alten rheinländischen freiherrlichen Geschlecht von Ried. Er ging bereits in jungen Jahren in die kaiserliche Armee und zeichnete sich im Türkenkrieg und österreichischen Erbfolgekrieg aus. Er wurde vor allem im Kleinen Krieg eingesetzt. Bereits 1754 wurde er Oberst und Kommandeur des Gradiscaner 8. Grenz-Regiments.Andreas Joseph von Thürheim, Gedenkblätter aus der Kriegsgeschichte der k.k. oesterreichischen Armee, Band 2, S. 581

Im Siebenjährigen Krieg nahm Joseph von Ried am 6. Mai 1757 mit dem General Beck am Angriff auf Brandeis teil. Er hatte die Aufgabe, die dortige Brücke zu zerstören, was ihm auch gelang. Nach der Schlacht bei Kolin mussten sich die Preußen in die Lausitz zurückziehen. Dabei wurden sie von den Österreichern verfolgt und immer wieder angegriffen. 1757 machte der österreichischen General Hadik einen Vorstoß nach Berlin. Oberst von Ried führte dabei die Vorhut. Wieder in Böhmen zeichnete er sich am 30. Juli 1758 bei Paßberg aus. Die Preußen hatten versucht, den General Kleefeld aus seiner Stellung zu vertreiben. Am 19. August überfiel von Ried ein preußisches Lager am Kohlberg in Sachsen, wobei er Pferde und Bagage (Gepäck) erbeutete. Am 24. August 1758 wurde er Generalfeldwachtmeister und am 8. September sicherte er den Rückzug des Reichskorps unter Feldzeugmeister von Saint-AndréKarl Wilhelm Dassdorf, Sammlung ungedruckter Nachrichten, so die Geschichte der Feldzüge der Preußen von 1740–1779 erläutern, S. 568 bei Torgau.Johann Friedrich Seyfart, Geschichte des seit 1756 in Deutschland und dessen angränzenden Ländern geführten Krieges, Band 3, Teil 2, S. 362

1759 machte Joseph von Ried mit 3000 Mann einen erfolgreichen Streifzug in den Bereich Halberstadt.Johann Friedrich Seyfart, Kurzgefaßte Lebens- und Regierungsgeschichte der verstorbenen Kaiserin Marie Theresia, Königin von Hungarn und Böhmen, S. 229 Im Jahr 1760 belagerten die Preußen Dresden, als von Ried deren Verschanzungen beobachtete. Er fand eine Schwachstelle und am 13. Juli 1760 gelang ihm der Durchbruch, wobei er eine Schanze eroberte, zwei Kanonen erbeutete und 200 Mann Gefangene machte. Später gelang Daun der Entsatz von Dresden. Am 22. Dezember 1761 (6. Promotion) wurde er für seine Taten mit dem Ritterkreuz des Maria-Theresia-Ordens ausgezeichnet. Am 21. Januar 1762 gelang Ried ein erfolgreicher Vorstoß auf die preußischen Vorposten bei Deutschenbora und Eula. Er machte dabei 500 Gefangene. Am 31. März 1762 wurde er zum Feldmarschall-Lieutenant ernannt und um Oktober und November kämpfte er an der Mulde und bei Freiberg.

Nach dem Hubertsburger Frieden erhielt Freiherr von Ried den Gesandtschaftsposten in Berlin. Um 1770 begann der Bau des Landgutes Hespengrund, wo er sich mit dem Weinbau beschäftigte. Hier fasste er im Laufe der Zeit seinen Grundbesitz zusammen. Am 1. Mai 1773 mit Rang vom 24. August 1770 wurde er Feldzeugmeister und übernahm später die Oberdirektion der k. k. Werbung im deutschen Reich.Alphons Freiherr von Wrede, Geschichte der K. und K. Wehrmacht, Band 1, S. 100 Zuletzt wurde er noch zuständiger Minister für den schwäbischen Kreis im Deutschen Reich und starb während einer Inspektionsreise am 11. September 1779 in Günzburg und wurde in der dortigen Frauenkirche beigesetzt. Von der Familie Blittersdorf wurde in der Kirche eine Gedenkplatte aufgehängt.

Familie Ried heiratete Maria Anna Dettina von Pivoda († 14. Mai 1768), eine Tochter des Oberst Stephan Dettina von Pivoda. Maria Anna Josepha ⚭ 1769 Carl Adolf von Blittersdorf (1732–1805), Kurkölner Kammerherr, später Generalpostmeister in OffenburgJahrbuch der Heraldischen Gesellschaft „Adler“ in Wien, Band 7,Stammbaum Blittersdorf, S. 142

Nach dem Tod seiner ersten Frau heiratete er die Erzieherin der Kinder Margerata von Humburg (* 1734; † 15. Juli 1792). Die Ehe blieb kinderlos.

Literatur Jaromir Hirtenfeld, Der Militär-Maria-Theresien-Orden und seine Mitglieder, Band 1, S. 129ff

Geschichte des k. und k. Infanterieregiments Markgraf von Baden, S. 799

Weblinks http://der-ortenauer.de/index.php?id=130 https://www.geschichte-des-weines.de/schriften-buecher/buchbesprechungen/1585-2019-joseph-von-ried.html (Geburtsdatum 1717) Freiherren von Ried (PDF; 6,6 MB) im Museum Durbach

Einzelnachweise

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