mini|Das norwegische Wetterschiff Polarfront auf Station in der Norwegischen See
Ein Wetterschiff oder Wetterbeobachtungsschiff ist ein stationsfestes Schiff auf dem Ozean, das mit meteorologischen Messinstrumenten ausgerüstet ist. Auf diesem werden durchgängig meteorologische Beobachtungen erstellt.
In den Jahren 1900 bis 1906 unternahm der deutsche Meteorologe Peter Polis mehrere Dienstreisen zum Büro für Wetterdienste im Department of Agriculture der amerikanischen Regierung in Washington, D.C., die für ihn zugleich auch Forschungsreisen waren. Ausgehend von seinen dabei gesammelten Erfahrungen setzte er sich maßgeblich für eine internationale Kooperation zur Einrichtung drahtlosen telegraphischen Messnetzes mit Hilfe ausgewählter Handels- oder Postschiffe und damit für mehrfache tägliche und schnelle Wettervorhersagen ein. Dies untermauerte er während seiner verschiedenen Überfahrten mit zahlreichen Testläufen, an denen teilweise bis zu neun Schiffe beteiligt waren, sowie mit detailgenauen Forschungsberichten über die aktuellen Seewetterlagen.New York Times. Ausgabe 16. August 1908.
Wetterschiffe im Zweiten Weltkrieg Wetterschiffe der Alliierten mini|Wetterschiffstationen im Nordatlantik 1941 wurde von den Alliierten ein Netzwerk von elf stationären Wetterschiffstationen im Nordatlantik aufgebaut, das neben der Wetterbeobachtung und Navigationshilfe als Plattform zur Seenotrettung von Piloten und Schiffbrüchigen während des Zweiten Weltkriegs ausgelegt wurde und dann dreißig Jahre in Betrieb blieb.Clayton Evans: Rescue at Sea. S. 184 f.
Wetterschiffe der Kriegsmarine Die Kriegsmarine unterhielt zahlreiche Wetterbeobachtungsschiffe (WBS); deren WBS-Nummern wurden teilweise (1, 2, 3, 4, 6 und 11) mehrfach wiederverwandt.
Wetterbeobachtungsschiffe (WBS) der Kriegsmarine WBS Nummer Name Verbleib 1 SachsenWuppertal gesunken 17.03.1941 gesunken 01.1945 2 CoburgFritz Homann als WBS 4 gesunkennicht mehr eingesetzt 3 LauenburgCarl J. Busch gesunken 28.06.1941verschrottet 1979 4 Hinrich FreeseFritz HomannCoburg gesunken 16.11.1940als WBS 2 im Dienstgesunken 18.11.1943 5 Adolph Vinnen gesunken 24.10.1940 6 MünchenKehdingen gekapert 07.05.1941gesunken 01.09.1944 7 Sachsenwald ab 1941 als Vorpostenboot in Dienst 8 August Wriedt gekapert 29.05.1941 9 Merceditta nicht mehr eingesetzt 10 Windhuk nicht mehr eingesetzt 11 HessenExternsteine als WBS 4 eingesetzt16.10.1944 gekapert
Wetterschiffe nach dem Zweiten Weltkrieg Seit den 1960er Jahren wird das Wetterschiff fast ganz von Wettersatelliten, Wetterbojen oder Langstreckenflugzeugen abgelöst. Das letzte noch verbliebene Wetterschiff, die Polarfront auf 66°N 02°O, wurde nach Plänen der norwegischen Regierung zum Ende des Jahres 2009 außer Dienst gestellt, was zu Protesten von Klimaforschern führte. In: Mitteilungen DMG 3, 2009, S. 20 (PDF; 13,7 MB).
Neben den normalen Wetterschiffen können auch Handelsschiffe Wettermeldungen absetzen. Der Umfang der Wetterbeobachtung auf einem Wetterschiff umfasst die gleichen Wetterelemente wie eine Beobachtung an einer Landstation, erweitert um Elemente wie Wassertemperatur, Wellenhöhe, Wellenperiode, die Richtung, aus der die Wellen kommen, Höhe einer vorhandenen Dünung sowie deren Richtung.
Weblinks seefunknetz.de
Einzelnachweise
*Schiff Wetterschiff Kategorie:Schiff nach Verwendung