mini|200x200px|Wappen von Eduard Angerer, Weihbischof in Wien, Titularbischof von Alalis und Titularerzbischof von Selymbria. Heute sehen die kirchlichen heraldischen Regeln die hier gezeigten Prachtstücke nicht mehr vor.
Ab dem 12. Jahrhundert entstand unter Einfluss der weltlichen eine eigene kirchliche Heraldik. Durch Gewohnheit, Wappenbesserungen und (in der Neuzeit) rechtliche Regelungen seitens des Papsttums bildeten sich einige Regeln hinsichtlich der Prachtstücke und Hüte, die Inhaber bestimmter höherer Ämter in der katholischen Kirche als Teil ihrer Wappen führen, heraus.
Einige Ausnahmen zu diesen Regeln und ungewöhnliche Wappen einzelner Amtsträger werden in der folgenden Liste erfasst. Aufgrund der mangelnden Erforschung und großen Anzahl an Privilegien ist diese Liste nicht als vollständig zu betrachten.
Ausgangslage
Aus kirchlichen Wappen lässt sich der Rang des Wappenführers ablesen, der durch die Anzahl der Quasten, die Farbe des Galeros, der Schnüre und der Quasten, die Anzahl der Arme des Vortragekreuzes und das Pallium bestimmt wird. Der Krummstab weist auf einen Ordensoberen hin. Generell führen Kardinäle rote, Bischöfe grüne, Träger päpstlicher Ehrentitel violette und sonstige Geistliche schwarze Wappen. War es früher üblich, das Wappen eines Bischofs auch durch Mitra und Hirtenstab zu zieren, ist dies durch die Instruktion Ut sive sollicite vom 31. März 1969 untersagt. Auch die Führung von Orden als Prachtstücke wurde auf den Ritterorden vom Heiligen Grab und den Malteserorden eingeschränkt und für andere Orden verboten.
Gegenwärtige Wappen BildBesonderheitWappenträgerBemerkungenrahmenlos|84x84pxFührung des Malteserkreuzes hinter dem SchildTräger des Ehren- und Devotionsgroßkreuz des Malteserordens mit dem Grad eines BailliBeispielsweise das Wappen des ehemaligen Erzpriesters der Basilika St. Paul vor den Mauern, Andrea Kardinal Cordero Lanza di Montezemolorahmenlos|84x84pxFührung von Helm und Decke im WappenKardinal-Großmeister des Ordens vom Heiligen GrabKurienkardinal, der Leiter des Ordens ist und vom Papst bestellt wird. Derzeitiger Amtsinhaber ist Fernando Kardinal Filoni.rahmenlos|82x82pxFührung des Großkreuzes hinter dem Schild und der OrdensketteGroßprior des Ordens vom Heiligen Grabrahmenlos|84x84pxTimbrierung des Wappens im LegatenrotErzbischof von SalzburgDer Primas Germaniae (Erzbischof von Salzburg) timbriert sein erzbischöfliches Wappen als Legatus natus in rot. Hinter dem Wappenschild steht dann entweder das einfache Legatenkreuz oder das erzbischöfliche Doppelkreuz, auch Kombinationen waren schon gebräuchlich. Als Beispiel das Wappen des ehem. Primas Germaniae, Legatus natus und Metropolitan-Erzbischofs von Salzburg Alois Kothgasser SDB. Der Patriarch von Venedig, der ebenfalls legatus natus ist, verzichtet auf die Führung des Wappens in rot. rahmenlos|84x84pxTimbrierung der Innenseite des Galeros in RotErzbischof von UdineDer Erzbischof von Udine trägt die Innenseite des Galero rot und verweist damit auf sein (historisches) Recht, den Legatenpurpur zu tragen.rahmenlos|84x84pxTimbrierung des Galeros in violettBischof von Straßburgrahmenlos|106x106pxFührung von beiderseits 10 QuastenBischof von TrierAls Reminiszenz an den ehemaligen Status eines Erzbistums führen die Bischöfe von Trier traditionell auch beiderseits 10 Quasten, obwohl sie keine Erzbischöfe ad personam sind.rahmenlos|106x106pxFührung von beiderseits 10 Quasten; (in Einzelfällen Darstellung des Rationale)Primat von Lothringen (Bischof von Nancy-Toul) Der Primas von Lothringen führt beiderseits 10 Quasten als Verweis auf seinen Ehrentitel, obwohl er kein Erzbischof ad personam ist. In Einzelfällen ist auch die Darstellung des Rationale im Wappen belegt.rahmenlos|83x83pxFührung des vierarmigen Vortragekreuzes im WappenBischof von NovaraVon Leo XII. 1823 gewährtes Privileg.rahmenlos|93x93pxFührung der Mitra, des Vortragekreuzes und der Mitra im persönlichen WappenBischof von InnsbruckBis Mitte des 20. Jahrhunderts führten viele Bischöfe statt des heute üblichen Galeros die Mitra in ihrem persönlichen Wappen. Heute ist sie eigentlich den Bistumswappen und dem Papst vorbehalten.rahmenlos|84x84pxFührung von Mitra und HirtenstabFranz-Josef OverbeckWar es früher üblich, das Wappen eines Bischofs auch durch Mitra und Hirtenstab zu zieren, ist dies durch die Instruktion Ut sive sollicite vom 31. März 1969 untersagt. Franz-Josef Overbeck führt diese dennoch, was von Rom (bisher) geduldet wird.rahmenlos|95x95pxFührung von Krone, Mantel, Großkreuz und OrdensketteGroßmeister des MalteserordensDem Leiter des Malteserordens steht der diplomatische Rang eines Kardinals zu. Beispiel: Das Wappen des ehemaligen Großmeisters Matthew Festing.rahmenlos|82x82pxTimbrierung der Quasten und Schnüre in weiß; Führung von Mitra und SchwertHochmeister des Deutschen OrdensDer Hochmeister des Deutschen Ordens zeigt den geistlichen Hut in schwarz, die Schnüre und die Quasten in der Farbe des Ordensmantels, nämlich in weiß. Mitra, Schwert und Krummstab umrahmen das Wappen. Beispiel: Das Wappen des ehemaligen Hochmeisters Abt Bruno Platter. Ein Prior des Deutschen Ordens führt lediglich den schwarzen Hut mit weißen Schnüren und beiderseits je sechs Quasten.rahmenlos|84x84pxTimbrierung des Abtwappens in weißÄbte des PrämonstratenserordensDie Äbte der Prämonstratenser führen den geistlichen Hut, die Schnüre und die Quasten in der Farbe des weißen Ordensgewands, so z. B. der Abt von Duisburg-Hamborn, Albert Dölken.rahmenlos|79x79pxGoldumsponnene violette Quasten und SchnüreKoadjutoren der vier päpstlichen Basilica maioresrahmenlos|79x79pxFührung des Wappens eines MonsignoreErzpriester einer Basilika und Kanoniker einer Basilica minorrahmenlos|79x79pxGoldumsponnene QuastenMilitärgeistliche
Historische Wappen BildBesonderheitWappenträgerBemerkungenrahmenlos|86x86pxFührung von Mantel, Krone und SchwertKardinäle mit der Würde/Funktion eines FürsterzbischofsDer Gebrauch der Titel Fürstbischof und Fürsterzbischof sowie die Verwendung der damit verbundenen weltlichen Würdezeichen (wie Fürstenhut und -mantel) wurden 1951 durch Papst Pius XII. abgeschafft,Franz Gall: Österreichische Wappenkunde. Handbuch der Wappenwissenschaft. 2. Aufl. Böhlau Verlag, Wien 1992, S. 219, ISBN 3-205-05352-4. nachdem die Funktion de facto bereits mit Auflösung des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation 1806 verschwunden, dem Namen nach jedoch noch bis ins 20. Jahrhundert gebräuchlich gewesen war (z. B. im Fürsterzbistum Breslau).rahmenlos|99x99pxFührung von Mantel, Krone und Schwert (in blau)Kardinäle mit der Würde eines Prince du sang, Pair de FranceZu Fürstbischöfen siehe oben. Prinzen von Geblüt, die zugleich Pair de France waren, schmückten auch kirchliche Wappen mit den ihnen zustehenden Attributen. rahmenlos|86x86pxFührung von Mantel, Krone und SchwertBischöfe mit der Würde/Funktion eines FürstbischofsZu Fürstbischöfen siehe oben.rahmenlos|94x94pxFührung von Mantel, Krone und SchwertFürstabt, FürstpropstZu Fürstbischöfen siehe oben. Fürstabt mit, Fürstpropst ohne Pontifikalien. rahmenlos|105x105pxTimbrierung der Quasten in gold, der Schnüre in grün-gold? (Godfried Marschall)Das gezeigte Bild zeigt das Wappen von Godfried Marschall mit goldenen Quasten und grün-goldenen Schnüren. Die Herkunft des Privilegs ist unbekannt. rahmenlos|79x79pxTimbrierung der Schnüre und Quasten in rotGroßkreuze des Konstantinordensrahmenlos|79x79pxFührung des Wappens eines Monsignoresonstige Mitglieder des Konstantinordens
Literatur
Einzelnachweise
Kategorie:Heraldik Kategorie:Liste (Christentum)