Die Arnulf-Kaserne ist eine Garnison der deutschen Bundeswehr in der bayerischen Stadt Roding. Benannt ist sie nach dem König des Ostfrankenreiches und römischen Kaiser Arnolf von Kärnten. Sie wurde 1958 fertiggestellt und diente seither vorwiegend zur Unterbringung von Einheiten der Heeresaufklärungs-, der Jäger- und der Heereslogistiktruppe. Hauptnutzer ist heute das Versorgungsbataillon 4.

Bau und Stationierungsgeschichte mini|Kaiser Arnulf, Namensgeber der Kaserne Seit 1950 bereitete das Amt Blank die Aufstellung der Bundeswehr vor und benötigte für die Unterbringung von Verbänden und Einheiten Truppenunterkünfte. Dabei reichten die bis 1945 errichteten und noch belegungsfähigen Kasernen allein nicht aus, um den Bedarf zu decken. Hinzu kam, dass aus strategischen Gründen Standorte entlang der NATO-Außengrenze gesucht wurden. Der Bund musste daher Kommunen für die Stationierung von Streitkräften gewinnen. Noch vor der Gründung der Bundeswehr entschloss sich Roding am 29. Dezember 1954 zu einer Bewerbung als Garnisonsstadt. Am 28. November 1955 fiel die Entscheidung zugunsten von Roding. Nach Planungsarbeiten legte am 2. September 1957 der damalige Bundesverteidigungsminister Franz Josef Strauß den Grundstein für den Kasernenneubau. Die Garnison wurde am 1. Oktober 1958 der Bundeswehr zur Nutzung übergeben. 1964 erhielt die Anlage den Namen „Arnulf-Kaserne“. Die Anfangsjahre waren geprägt durch Zwischenstationierungen, wie etwa des Panzergrenadierbataillons 113, des Feldartilleriebataillons 115 und der Flugabwehrbatterie 110. Lediglich das Panzeraufklärungsbataillon 4 der 4. Panzergrenadierdivision und bis 1972 das Versorgungsbataillon 116 der Panzergrenadierbrigade 11 verblieben hier.

Das Ende des Kalten Krieges und die Deutsche Wiedervereinigung brachte mit der im Zwei-plus-Vier-Vertrag vereinbarten Truppenobergrenze die Verpflichtung zur Reduzierung der Bundeswehr mit sich, die auch für den Standort Roding Auswirkungen hatte: das Panzeraufklärungsbataillon 4 musste 1991 aufgelöst werden. Zwar traten an seine Stelle das teilaktive Jägerbataillon 4 und das Jägerregiment 11. Doch der Standort war im Erhalt gefährdet. So befassten sich Bundesregierung und Bundestag bereits im April 1995 mit der zukünftigen Belegung der Arnulf-Kaserne. Dabei wurde die Verlegung von Nachschubverbänden von anderen Standorten erwogen. Das Nachschubbataillon 4, das teilaktive Gebirgsnachschubbataillon 82 und das nichtaktive Nachschubbataillon 83 kamen ab 1997 nach Roding.

Das Stationierungskonzept vom Februar 2001 sah für Roding 820 Dienstposten vor. Nach dem Konzept von 2004 sollte der Standort auf 1050 Dienstposten aufwachsen. 2011 war wieder eine Reduzierung von 900 auf 820 Dienstposten geplant.

Folgende Einheiten, Verbände, Dienststellen und Stäbe waren bzw. sind in der Arnulf-Kaserne stationiert:

Einheit Stationierung ab Herkunft Stationierung bis Verbleib Panzergrenadierbataillon 1133. November 1958neu aufgestellt1. Juli 1959verlegt nach Cham, spätere Nordgaukasernemittlere Instandsetzungskompanie 41. Februar 1959neu aufgestellt16. Oktober 1966in 3./Versorgungsbataillon 116 umbenanntErhard Haak: Die Geschichte der deutschen Instandsetzungstruppe. Organisationsgeschichtlicher Überblick vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Herausgegeben mit Unterstützung des Arbeitskreises für Wehrforschung. Biblio-Verlag, Osnabrück 1986, S. 394Panzeraufklärungsbataillon 413. Februar 1959verlegt nach Aufstellung am 1. April 1957 in Weiden in der Oberpfalz, Metzer Kaserne30. September 1991aufgelöst; ging in neu gebildetem Jägerbataillon 4 (teilaktiv) aufFeldartilleriebataillon 1151. Juli 1959verlegt nach Aufstellung am 16. Februar 1959 in Weiden in der Oberpfalz, Metzer KasernePeter Stingl: Weiden und seine Garnison, in: Beiträge zur Heimatkunde der Oberpfalz: Oberpfälzer Heimat, 65 Band, 2021. Herausgegeben vom Heimatkundlichen Arbeitskreis im Oberpfälzer Waldverein, Weiden 2020, S. 77–801. April 1963verlegt nach Neunburg vorm Wald, Pfalzgraf-Johann-Kaserne, und dort zum 1. Oktober 1971 in Panzerartilleriebataillon 115 umgegliedertVersorgungsbataillon 1161. Juli 1959neu aufgestellt30. September 1972aufgelöst; 3./Versorgungsbataillon 116 in Instandsetzungskompanie 110 und 4./Versorgungsbataillon 116 in Nachschubkompanie 110 umgegliedertFlugabwehrbatterie 1101. Juli 1959neu aufgestellt16. Oktober 1965in 4./Flugabwehrbataillon 4 umbenannt und nach Regensburg, Nibelungenkaserne verlegt2./Versorgungsbataillon 416. Oktober 1966aus 3./Versorgungsbataillon 11625. August 1969aufgelöstMaterialausstattung Sanitätsbereich 62/81. Juli 1972neu aufgestellt30. September 1997aufgelöstInstandsetzungskompanie 1101. Oktober 1972aus 3./Versorgungsbataillon 11631. März 1993aufgelöstNachschubkompanie 1101. Oktober 1972aus 4./Versorgungsbataillon 11631. März 1993aufgelöstZahnstation (Terr) H 646 1. April 1977neu aufgestellt31. März 1981in Zahnarztgruppe 616/1 umbenanntKasernenfeldwebel mit Standortaufgaben Roding1. April 1981neu aufgestellt30. September 1994aufgelöstStandortfeldwebel Roding1. April 1981neu aufgestellt31. März 1999aufgelöstUnterstützungspersonal Standortältester Roding1. April 1981aufgestelltheuteNeuaufstellung zum 1. Juli 2014Zahnarztgruppe 616/11. April 1981aus Zahnstation (Terr) H 64631. Dezember 1998aufgelöstTruppenarzt Roding1. April 1984neu aufgestellt31. März 1998aufgelöstFahrschulgruppe Roding1. Januar 1986neu aufgestelltaufgelöstRadarzug 4neu aufgestelltaufgelöstPanzeraufklärungsausbildungskompanie 3/4neu aufgestelltaufgelöstStandortfernmeldeanlage 627/304neu aufgestelltaufgelöstJägerbataillon 4 (teilaktiv)1. Oktober 1991aus Panzeraufklärungsbataillon 41997aufgelöstJägerregiment 1113. Dezember 1991neu aufgestellt31. März 1997aufgelöst4./Feldjägerbataillon 7601993verlegt nach Umgliederung 1980 der Feldjägerkompanie 4 aus Regensburg, Nibelungenkaserne30. September 2002in 3./Feldjägerbataillon 451 umbenanntNachschubbataillon 41997verlegt nach Aufstellung am 1. Juni 1959 als Versorgungsbataillon 126 in Amberg, Kaiser-Wilhelm-Kaserne, Umbenennung 1. Juli 1974 in Versorgungsbataillon 4 und 1975 in Nachschubbataillon 4 sowie Zwischenstationierung ab 1986 in Regensburg, 30. September 2003aufgelöst, mit Teilen in Logistikbataillon 4 aufgegangenGebirgsnachschubbataillon 82 (teilaktiv)verlegt nach Aufstellung in Hemau, General-von-Steuben-Kaserne30. September 2003ging in Logistikbataillon 4 aufNachschubbataillon 83 (Geräteeinheit)verlegt nach Aufstellung in Hemau, General-von-Steuben-KaserneHubertus Mühlig/Verteidigungsbezirk 62: Unser Standort Regensburg. Informationsschrift für Gäste und Soldaten. Regensburg/Mering, September 1998, S. 1731. Oktober 2008aufgelöst3./Feldjägerbataillon 4511. Oktober 2002aus 4./Feldjägerbataillon 76031. März 2014in 8./Feldjägerregiment 3 umbenanntLion Hellmann Bundeswehr Bekleidungsgesellschaft mbH Servicestation Roding1. Juli 2003neu aufgestelltheuteLogistikbataillon 41. Oktober 2003aus Teilen Nachschubbataillon 4, Gebirgsnachschubbataillon 82 und Instandsetzungsbataillon 430. Juni 2014in Versorgungsbataillon 4 umgegliedertFachsanitätszentrum Kümmersbruck Teileinheiten Roding1. Januar 2007neu aufgestellt30. September 2015aufgelöstSanitätsstaffel Roding1. Januar 2007neu aufgestellt30. September 2015aufgelöstBundeswehr Informationstechnik Roding1. November 2009neu aufgestelltheuteFamilienbetreuungsstelle RodingJanuar 2013neu aufgestelltheute8./Feldjägerregiment 31. April 2014aus 3./Feldjägerbataillon 451heuteVersorgungsbataillon 41. Juli 2014aus Logistikbataillon 4heuteSanitätsversorgungszentrum Cham – Außenstelle Rodingneu aufgestelltheuteBundeswehrdienstleistungszentrum Bogen – Teile Rodingneu aufgestelltheuteKarrierecenter Nürnberg – Außenstelle Rodingneu aufgestelltheute

2025 wurden Investitionen in Neubauten in der Kaserne in Höhe von 80 Millionen Euro angekündigt.

Weblinks Stadt Roding: Arnulf-Kaserne erhält neue Informationstafel, abgerufen am 8. Juni 2025

Einzelnachweise

Kategorie:Kaserne der Bundeswehr Kategorie:Kaserne in Bayern Kategorie:Bauwerk in Roding Kategorie:Erbaut 1958