mini|A. T. Schaefer (Selbstporträt, 2018) Albert Theodor Schaefer (* 1944 in Ennigerloh, Westfalen) ist ein deutscher Fotograf. Als Vertreter der künstlerischen Fotografie liegt der Schwerpunkt seiner Arbeit in der Theaterfotografie. Er lebt und arbeitet in Stuttgart.
Leben und Werk Schaefer studierte Angewandte Malerei an der Werkkunstschule Hannover. Zu der künstlerischen Ausbildung gehörten neben der Malerei auch Fächer wie Fotografie, Kunstgeschichte und Innenarchitektur. 1968 erfolgte der Abschluss als Diplom-Designer (FH).
Zu Beginn seiner künstlerischen Tätigkeit setzte Schaefer einen Fokus auf die Verbindung von Text und Bild. Im Auftrag der Tageszeitung Neue Westfälische entstanden in den 1970er Jahren erste fotojournalistische Arbeiten, darunter circa 30 Reisereportagen.Albert Schäfer: Griechische Inseln – Eine Reise durch die Ägäis, in: Neue Westfälische 1971. Für die Kulturzeitschrift Du gestaltete er eine gesamte Ausgabe, die im Juni 1998 unter dem Titel Friedrich Nietzsche. Wendepunkt der Moderne erschien.Du – Die Zeitschrift der Kultur, Nr. 684 – Heft Nr. 6: Friedrich Nietzsche. Wendepunkt der Moderne, Marco Meier (Red.), TA-Media AG, Zürich 1998.
Von 1973 bis 1991 arbeitete Schaefer als leitender Berater für Kunst und Design für die IBM Deutschland GmbH. Seine beratende Tätigkeit umfasste den Aufbau einer Sammlung und die Koordination und Präsentation der Kunstwerke in den Niederlassungen der IBM, wobei er als Kurator sein Augenmerk auf den Lokalbezug legte. So hingen beispielsweise Werke von Kurt Schwitters in Hannover sowie Arbeiten von Willi Baumeister und Max Ackermann in Stuttgart. Daneben wurden Gemälde, Plastiken, Grafiken und Fotografien von Künstlerinnen und Künstlern wie Thomas Schütte, Bernd und Hilla Becher, Heinz Mack, Gerhard Richter, Markus Lüpertz und Sigmar Polke erworben.IBM Deutschland GmbH (Hrsg.): Kunst in der IBM Deutschland, 2. Erweiterte Auflage, Stuttgart 1991.
In Zusammenarbeit mit der EA-Generali Aktiengesellschaft, Direktion für Deutschland, entstanden 1991 bis 1997 Portfolios mit Cibachrome-Prints zum Thema Farbe und ein Portfolio mit dem Titel Markuslöwe.
Abstrakte Fotografie mini|"Licht leuchtet nur im Dunkel", Museum Ludwig Seit 1981 konzentriert sich sein künstlerisches Werk auf die Fotografie, in der Schaefer „Möglichkeiten entdeckte, sich authentischer mit dem Phänomen Farbe und ihrer Wahrnehmung auseinanderzusetzen, als dies die Malerei möglich machte.“Reinhold Mißelbeck: Photographie des 20. Jahrhunderts. Museum Ludwig Köln, Benedikt Taschen Verlag, Köln 1996, S. 589. In der Ausstellung Licht leuchtet nur im Dunkel zeigte das Museum Ludwig in Köln 1991 seine Arbeiten der Abstrakten Fotografie und erwarb unter anderem das Lichtbild MP 29 von 1990.
Schaefer lotete die Grenzen des Mediums der Fotografie im Diskurs mit der Malerei aus, indem er Details über eine Vergrößerung des Dias herausarbeitete und die Motive mit Streifen aus Acrylfarbe als Bildrand begrenzte.Heiner Stachelhaus: Photographie wie Malerei – Bilder von A.T. Schaefer im Kölner Museum Ludwig, in: NRZ 5.3.1991, Nr. 54. Seine frühen Werke zeigen Tendenzen zur Konkreten Fotografie.Uli Seitler: Photographie „konkret“ oder „gemalt“?, Donaukurier, April 1994. Im Rahmen der Einzelausstellung Orte der Farbe. Arbeiten 1989–1996 stiftete Schaefer der Kunsthalle Bielefeld 14 fotografische Aufnahmen von „Gegenständen und Situationen des Alltags, in denen nicht die Wirklichkeit des Motivs zur Geltung kommt, sondern die Wirklichkeit des Fotos in höchster Präsenz und Präzision.“Autor nicht bekannt: Das Thema ist die Farbe. Stiftung A.T. Schaefer, Bielefeld 1996. Unter dem Titel A.T. Schaefer – Orte der Farbe war diese Ausstellung auch im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg zu sehen, darunter frühe Aufnahmen aus den Jahren 1983 bis 1985, die Werkgruppe Metamorphosen von 1987 bis 1989, der Zyklus Kosmische Bilder und Orte der Farbe von 1989 bis 1996 sowie Bildkompositionen aus der szenischen Arbeit und den Aufführungen der Staatsoper Stuttgart.Autor nicht bekannt: Das Wechselspiel von Licht und Farbe – Drei Ausstellungen im Museum für Kunst und Gewerbe, Hamburger Abendblatt, 5.9.1996, Nr. 208, S. 11.
Theaterfotografie mini|alternativtext=Angela Denoke, Robert Gambill, "Die Walküre", Staatsoper Stuttgart 1999|„Die Walküre“, Staatsoper Stuttgart, 1999 Erste Arbeiten von A.T. Schaefer im Bereich der Theaterfotografie entstanden 1991. Seitdem hielt er rund 140 Opern-, Schauspiel- und Tanzproduktionen sowie Konzertreihen in seinen künstlerischen Fotografien fest, unter anderem für die Staatsoper Stuttgart und das Schauspiel Stuttgart, das Deutsche SchauSpielHaus Hamburg, das Burgtheater Wien, Theater Basel, Opernhaus Zürich, Royal Opera House London, Deutsche Oper Berlin, De Nationale Opera Amsterdam, Oper Frankfurt, Opéra national du Rhin, Théâtre national de l’Opéra-Comique und Opéra National de Paris, Salzburger Festspiele, Wiener Festwochen, Luzerner Theater, Bühnen Bern, Hessisches Staatstheater Wiesbaden, Landestheater Detmold, Schleswig-Holsteinischen Landestheater, Staatstheater Augsburg, Staatsoper Hannover und das Forum Neues Musiktheater Stuttgart.
Bild und Oper Eine langjährige Zusammenarbeit verbindet A.T. Schaefer mit den Staatstheatern Stuttgart – insbesondere unter der Intendanz von Klaus Zehelein in den Spielzeiten 1991 bis 2006 sowie unter der Intendanz von Jossi Wieler 2011 bis 2018 begleitete er die Neuproduktionen der Staatsoper Stuttgart. Entstanden sind die Fotokunstbände Oper in Stuttgart (Hamburg 1995),Oper in Stuttgart, Verlag Ursula Schönewald, Hamburg 1995, ISBN 978-3-92939-904-2. Der Stuttgarter Ring (Mönchengladbach 2000),Der Stuttgarter Ring. Staatsoper Stuttgart 1999/2000, B. Kühlen Verlag, Mönchengladbach 2000, ISBN 978-3-87448-206-6. Die Jahre der Oper – Die Oper des Jahres (Mönchengladbach 2001)Die Jahre der Oper 1996 bis 2001 – Die Oper des Jahres 1998, 1999, 2000, Staatsoper Stuttgart (Hrsg.), Textbeiträge von Jürg Stenzl, Christian Marquart, Alexander Kluge, B. Kühlen Verlag, Mönchengladbach 2001, ISBN 978-3-87448-217-2., Fünfzehn Spielzeiten ander(s). Staatsoper Stuttgart 1991–2006. Ein Arbeitsbericht (Stuttgart 2006) und OPER – Ein Bilder-Lese-Buch (Mönchengladbach 2011).Oper. Ein Bilder-Lese-Buch, Oper Stuttgart (Hrsg.) Jossi Wieler und Sergio Morabito (Autoren), B. Kühlen Verlag Mönchengladbach 2011, ISBN 978-3-87448-350-6. Schaefers Bildkompositionen spiegeln die Stuttgarter Dramaturgie – von der Kulturkritik werden sie als ein eigenständiges künstlerisches Medium betrachtet, als „Kunst aus eigenem Recht“Christian Marquart: Visions and Revisions at the Stuttgart Opera, in: German-American Cultural Review, Inter Nationes e. V. (Hrsg.), Bonn 1995., „Momente der Berührung“Petra Olchowski: Momente der Berührung. Die Stuttgarter Oper präsentiert ihren Bildband zum „Ring“, Stuttgarter Zeitung Nr. 86, 12. April 2000. und „Bilder […], die […] nicht mehr nur die Szene dokumentieren und beschreiben, sondern Emotionen einer Szene unmittelbar in eine Farbkomposition umsetzen.“Der Stuttgarter Ring. Staatsoper Stuttgart 1999/2000, B. Kühlen Verlag, Mönchengladbach 2000, ISBN 978-3-87448-206-6.
Darüber hinaus arbeitete der Theaterfotograf A.T. Schaefer mit zahlreichen Regisseuren und Dramaturgen, darunter Ruth Berghaus, Calixto Bieito, Andrea Breth, Nicolas Brieger, Ludger Engels, Jan Philipp Gloger, Jürgen Gosch, Karin Henkel, Stefan Kimmig, Peter Konwitschny, Martin Kušej, Volker Lösch, Christoph Marthaler, Sergio Morabito, Andrea Moses, Peter Mussbach, Christof Nel, Hans Neuenfels, Luk Perceval, Johannes Schaaf, Kirill Serebrennikow, Margarethe von Trotta und Jossi Wieler.
Bild und Wort „Den Orten in Bild und Wort nachspüren“Richard Wagner – Schauplätze. Bilder und Briefe, B. Kühlen Verlag, Mönchengladbach 2013, ISBN 978-3-87448-374-2. – mit diesem konzeptionellen Ansatz setzte A.T. Schaefer seine fotojournalistische Arbeit ab 1995 in der Zusammenarbeit mit weiteren Autorinnen und Autoren fort. Erschienen sind zahlreiche Fotokunstbände, darunter Das Waldhaus Sils-Maria (Mönchengladbach 1998),Das Waldhaus Sils-Maria. Insel mit Brücken, B. Kühlen Verlag, Mönchengladbach 1998, ISBN 978-3-87448-192-2. Kafka. Wort-Bild-Essay (Innsbruck 2000),Kafka. Wort-Bild-Essay, Text von Jürg Amann, Haymon Verlag, Innsbruck 2000, ISBN 978-3-85218-319-0. Nietzsche. Süden (Innsbruck 2000),Nietzsche. Süden, Stiftungsrat Nietzsche-Haus in Sils-Maria (Hrsg.), Haymon Verlag, Innsbruck 2000, ISBN 978-3-85218-330-5. Richard Wagner – Schauplätze. Bilder und Briefe (Mönchengladbach 2013).Richard Wagner – Schauplätze. Bilder und Briefe, B. Kühlen Verlag, Mönchengladbach 2013, ISBN 978-3-87448-374-2.
Bild und Bewegung A.T. Schaefer realisiert Bildkonzepte und Fotoserien für Festivals, Hochschulen und Musik- und Tanzensembles wie etwa die Fotobände Passion für die Internationale Bachakademie Stuttgart,Passion. Internationale Bachakademie Stuttgart, Andreas Keller (Hrsg.), B. Kühlen Verlag, Mönchengladbach 2000, ISBN 978-3-87448-210-3. senza fine – aus der sicht der anderen mit Stücken des Choreografen und Regisseurs Joachim Schlömer,Senza fine – aus der sicht der anderen. 12 Inszenierungen von Joachim Schlömer, Edition Braus, Heidelberg 2004, ISBN 978-3-89904-112-5. Das LogbuchTheater der Welt 2005. Das Logbuch, Festival des Internationales Theaterinstitut (ITI) und Staatstheater Stuttgart (Hrsg.), Stuttgart Selbstverlag 2005. und die Reportage Neckar aufwärts – New York vorausNeckar aufwärts – New York voraus, Fotoreportage für Theater der Welt 2005, Festival des Internationales Theaterinstitut (ITI) und der Staatstheater Stuttgart (Hrsg.), Stuttgart Selbstverlag 2005. für das internationale Festival Theater der Welt 2005 in Stuttgart sowie Aufnahmen für das Theaterfestival steirischer herbst in Graz, veröffentlicht in dem Band Im spiegel. das herbstbuch der bilder 2000 bis 2005.Im spiegel – das herbstbuch der bilder 2000 bis 2005, steirischer herbst (Hrsg.), Leykam Buchverlag, Graz 2005, ISBN 978-3-7011-7535-2 Die Serie Wunderkammer Alte Musik: Die Schola Cantorum BasiliensisWunderkammer Alte Musik: Die Schola Cantorum Basiliensis, Edition Braus, Heidelberg 2008, ISBN 978-3-89466-278-3. erschien 2008 als Fotoband und wurde im Musikmuseum des Historischen Museums Basel präsentiert.
Bild und Raum Einen weiteren Schwerpunkt der Arbeiten von A.T. Schaefer bilden die Architekturfotografie und die Gestaltung von Räumen mit fotografischen Arbeiten. Entstanden sind unter anderem Fotoarbeiten für das Universitätsklinik Ulm und Wandtafeln für die Foyers im Opernhaus der Staatstheater Stuttgart und im Prinzregententheater in München – ein Auftrag der Bayerischen Theaterakademie August Everding. Zudem stattete er den Konferenzbereich im Hotel Waldhaus in Sils-Maria mit Wandtafeln aus seinem FotobandDas Waldhaus Sils-Maria. Insel mit Brücken, B. Kühlen Verlag, Mönchengladbach 1998, ISBN 978-3-87448-192-2. sowie mit Aufnahmen der Serie Ortszeit 16 Uhr. I sei cieli di Nietzsche aus.Ortszeit 16 Uhr. I sei cieli di Nietzsche, Istituto Svizzero di Roma, Villa Maraini, 2001.
In der Rauminstallation AugenEchos für die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart bezog er 2016 erstmals Projektionen digitaler Bilder in das Konzept ein. „Für die Jubiläumsausstellung #meinMuseum hat A.T. Schaefer die Staatsgalerie zu seiner Bühne gemacht. Seine Fotoserie BilderEchos spielt mit der Interaktion von Architektur, Licht, Kunstwerk und Betrachter. Mit einem Augenzwinkern inszeniert er Begegnungen zwischen diesen 'Akteuren'.“#meinMuseum, auf staatsgalerie.de Anlässlich des Jubiläumsausstellung 175 Jahre Staatsgalerie wurde BilderEcho auch in der Landesvertretung Baden-Württemberg in Berlin gezeigt.
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