Die Tour de Suisse 2025 war die 88. Austragung des Schweizer Etappenrennens. Das Radrennen fand vom 15. bis zum 22. Juni im Rahmen von acht Etappen statt und war Teil der UCI WorldTour 2025. Im Jahr 2025 überschnitt sich die Rundfahrt mit dem Critérium du Dauphiné, das ebenfalls als wichtiges Vorbereitungsrennen für die Tour de France gilt.

Den Gesamtsieg sicherte sich der Portugiese João Almeida (UAE Team Emirates-XRG) der sich mit einem Vorsprung von einer Minute und sieben Sekunden vor Kévin Vauquelin (Arkéa-B&B Hotels) durchsetzte. Der Franzose setzte sich zugleich als Gesamtzweiter in der Nachwuchswertung durch. Der dritte Gesamtrang ging an Oscar Onley (Team Picnic PostNL) mit einem Rückstand von einer Minute und 58 Sekunden. Mit drei Etappensiegen gewann João Almeida auch die Punktewertung, während sich Alexander Wlassow (Red Bull-Bora-hansgrohe) in der Bergwertung durchsetzte. Die Mannschaftswertung sicherte sich das Team Israel-Premier Tech.

Zum zweiten Mal gewann der erste Fahrer auf dem höchsten Punkt der Tour den «#rideforgino Bergpreis». Zudem wurde am 19. Juni am Albulapass eine Gedenkstätte für den verstorbenen Fahrer Gino Mäder eingeweiht.

Streckenführung Insgesamt mussten die Fahrer auf acht Etappen 1282,8 Kilometer zurück. Es standen drei hüglige Etappen und vier Bergankünfte sowie ein Bergzeitfahren auf dem Programm. Die Rundfahrt begann mit einem hügligen Rundkurs im Kanton Schwyz, wobei Küssnacht als Start- und Zielort dient. Bereits am zweiten Etappentag fand die erste kleine Bergankunft beim Schwarzsee (1052 m) in den Freiburger Voralpen statt. Am dritten Tag führte die Strecke ins östliche Heiden, wo im Finale drei Steigungen befahren werden mussten. Das Ziel befand sich dabei erneut am Ende eines kurzen Anstiegs. Die vierte Etappe endete im italienischen Piuro, nachdem mit dem Splügenpass (2114 m) der höchste Punkt der 88. Austragung überquert worden war. Tags drauf ging es von La Punt über den Julierpass und San-Bernardino-Pass nach Santa Maria in Calanca, wo die erste echte Bergankunft auf einer Höhe von 944 Metern stattfand. Die sechste Etappe führte die Fahrer auf meist flachen Strassen aus den Alpen ins nördliche Neuhausen am Rheinfall. Am siebten Etappentag ging es jedoch zurück ins Gebirge, wobei eine weitere Bergankunft in Emmetten (760 m) am Südufer des Vierwaldstättersees abgehalten wurde. Zum Abschluss führte ein 10,1 Kilometer langes Bergzeitfahren von Beckenried auf die Stockhütte (1272 m), wobei die durchschnittliche Steigung mehr als 8 % betrug. EtappeDatumStreckeTypkm1So, 15. Juni 2025Küssnacht – KüssnachtMittelgebirgsetappe129,42Mo, 16. Juni 2025Aarau – SchwarzseeHochgebirgsetappe177,03Di, 17. Juni 2025Aarau – HeidenMittelgebirgsetappe195,64Mi, 18. Juni 2025Heiden – PiuroHochgebirgsetappe193,25Do, 19. Juni 2025La Punt – Santa Maria in CalancaHochgebirgsetappe183,56Fr, 20. Juni 2025Chur – Neuhausen am RheinfallMittelgebirgsetappe186,77Sa, 21. Juni 2025Neuhausen am Rheinfall – EmmettenHochgebirgsetappe207,38So, 22. Juni 2025Beckenried – StockhütteBergzeitfahren10,1Gesamtdistanz:1282,8

Reglement Im Rahmen der 88. Auflage wurden Trikots für die Gesamtwertung (gelb), Punktewertung (schwarz), Bergwertung (rot) und Nachwuchswertung (weiss) vergeben. Für die Teamwertung wurden die Zeiten der drei besten Fahrer pro Etappe zusammengezählt. Während der Etappen gab es die Möglichkeit, Zeitbonifikationen zu gewinnen, um sich in der Gesamtwertung zu verbessern. Die genaue Vergabe der Punkte für die Punkte- und Bergwertung wird in der folgenden Tabelle erklärt: 1.2.3.4.5.PlatzPunktewertungZielankunft128642Punkte2. Zwischensprint1064BergwertungHC-Kategorie201510641. Kategorie1286423. Kategorie321BonussekundenZielankunft1064SekundenTissot Kilometer321

Teilnehmende Mannschaften und Fahrer Neben den 18 UCI WorldTeams gingen auch 4 UCI ProTeams bei der Rundfahrt an den Start. Für jedes Team waren sieben Fahrer startberechtigt.

Mit João Almeida (UAE Team Emirates), Geraint Thomas, Laurens De Plus (beide Ineos Grenadiers), Ben O’Connor (Team Jayco AlUla), Felix Gall (Decathlon AG2R La Mondiale Team), Alexander Wlassow (Red Bull-Bora-hansgrohe), Tao Geoghegan Hart (Lidl-Trek), Michael Woods, Matthew Riccitello, Joseph Blackmore (alle Israel-Premier Tech), Lorenzo Fortunato (XDS Astana Team), Oscar Onley (Team Picnic PostNL), Pello Bilbao (Bahrain Victorious), Ilan Van Wilder (Soudal Quick-Step) und Ion Izagirre (Cofidis) standen mehrere bekannte Rundfahrt-Spezialisten am Start der 88. Austragung.

Aufgrund des profilierten Terrains standen mit Arnaud De Lie (Lotto), Jordi Meeus (Red Bull-Bora-hansgrohe), Pavel Bittner (Team Picnic PostNL) und Madis Mihkels (EF Education-EasyPost) nur wenige reine Sprinter am Start. Hinzu kamen jedoch zahlreiche weitere endschnelle Fahrer wie Marc Hirschi (Tudor Pro Cycling Team), Romain Grégoire (Groupama-FDJ), Jan Christen (UAE Team Emirates-XRG) und Paul Lapeira (Decathlon AG2R La Mondiale Team), die sich auch auf den hügligeren Etappen Chancen auf einen Etappensieg ausrechnen konnten. UCI WorldTeamsUCI ProTeamsADCIGDDFPIPTARKGFCTVLLOTTBVLTKUADQ36COFMOVXATTUDDATRBHEFESOQGFCJAY

Rennverlauf und Ergebnisse Auf der 1. Etappe setzte sich eine grosse Ausreissergruppe durch, wobei das Hauptfeld das Ziel mit einem Rückstand von drei Minuten und zwölf Sekunden erreichte. Den Etappensieg sicherte sich der Franzose Romain Grégoire (Groupama-FDJ), der sich rund 13 Kilometer vor dem Ziel in einer nassen Abfahrt von seinen Fluchtgefährten absetzte. 20 Sekunden hinter dem Etappensieger erreichten Kévin Vauquelin (Arkeá-B&B Hotels), Bart Lemmen (Visma-Lease a Bike) und Julian Alaphilippe (Tudor) das Ziel, ehe Ben O’Connor (Team Jayco AlUla) eine weitere Gruppe mit einem Rückstand von einer Minute und sieben Sekunden über den Zielstrich führte.

Die 2. Etappe endete in einem Massensprint, den der Italiener Vincenzo Albanese (EF Education-EasyPost) vor Fabio Christen (Q36.5) und Lewis Askey (Groupama-FDJ) gewann. Die kleine Bergankunft beim Schwarzsee erwies sich dabei als wenig selektiv. Romain Grégoire sicherte sich beim Tissot Kilometer eine Bonussekunde und baute seinen Vorsprung in der Gesamtwertung somit auf 25 Sekunden aus.

Die 3. Etappe gewann der US-Amerikaner Quinn Simmons (Lidl-Trek), der sich rund 19 Kilometer vor dem Ziel von der Ausreissergruppe absetzte und das Ziel mit einem Vorsprung von 18 Sekunden erreichte. João Almeida (UAE Team Emirates-XRG) führte das reduzierte Hauptfeld über den Zielstrich und sicherte sich somit sechs Bonussekunden. Der dritte Platz ging an Oscar Onley (Picnic PostNL), der sich vier Sekunden gutschreiben ließ. Als Vierter verteidigte Romain Grégoire das Gelbe Trikot. João Almeida lag als 18. der Gesamtwertung nun drei Minuten und 17 Sekunden zurück. Der Verlierer des Tages war der Brite Geraint Thomas (Ineos Grenadiers), der nach einem Sturz 15 Minuten verlor.

Auf der 4. Etappe setzte sich João Almeida bereits rund 39 Kilometer vor dem Ziel im Anstieg des Splügenpass von den restlichen Fahrern ab. Er gewann den Abschnitt schlussendlich mit einem Vorsprung von 40 Sekunden vor Oscar Onley. Platz drei ging mit einem Rückstand von 42 Sekunden an Ben O’Connor. Kévin Vauquelin, Romain Grégoire und Felix Gall (Decathlon AG2R La Mondiale) büßten eine Minute ein, ehe eine Gruppe mit Ilan Van Wilder (Soudal Quick-Step), Clément Champoussin (XDS Astana), Julian Alaphilippe, Lennard Kämna (Lidl-Trek), Pablo Castrillo (Movistar) und Matthew Riccitello (Israel-Premier Tech) zwei weitere Sekunden verlor. Die weiteren Fahrer wiesen bereits Rückstände von mehr als vier Minuten auf. Romain Grégoire verteidigte seine Gesamtführung vor Kévin Vauquelin, während sich Julian Alaphilippe auf den dritten Gesamtrang schob. João Almeida lag nach seinem Etappensieg als Gesamtsiebter noch zwei Minuten und sieben Sekunden zurück.

Auf der 5. Etappe musste Romain Grégoire die Gesamtführung abgeben, nachdem er bereits in der ersten Auffahrt des Schlussanstiegs distanziert wurde und viel Zeit verlor. Der Etappensieg ging an Oscar Onley, der sich im Sprint vor João Almeida durchsetzte. Dahinter folgten Felix Gall und Kévin Vauquelin mit Rückständen von 23 bzw. 57 Sekunden. Damit übernahm Kévin Vauquelin das Gelbe Trikot, wobei sein Vorsprung gegenüber Julian Alaphilippe 29 Sekunden betrug, der die Etappe als Siebter beendete. João Almeida rückte unterdessen auf den dritten Gesamtrang vor und lag nur noch 39 Sekunden zurück.

Die 6. Etappe endete in einem Massensprint, den Jordi Meeus (Red Bull-Bora-hansgrohe) vor Davide Ballerini (XDS Astana) und Lewis Askey (Groupama-FDJ) gewann. In der Gesamtwertung kam es zu keinen nennenswerten Veränderungen.

Die 7. Etappe endete in einem Bergsprint, den João Almeida vor Oscar Onley und Kévin Vauquelin gewann. Aufgrund der Zeitbonifikationen ging Kévin Vauquelin nun mit einem Vorsprung von 33 Sekunden gegenüber João Almeida ins abschließende Bergzeitfahren. Julian Alaphilippe rutschte auf den dritten Gesamtrang ab und lag nun 41 Sekunden zurück.

Auf der abschließenden 8. Etappe feierte João Almeida seinen dritten Etappensieg und fixierte zugleich den Gesamtsieg. Der Portugiese setzte sich mit einem Vorsprung von 25 Sekunden vor Felix Gall durch, während Oscar Onley als Dritter bereits einen Rückstand von einer Minute und 12 Sekunden aufwies. Kévin Vauquelin beendete das Bergzeitfahren zur Stockhütte auf dem vierten Rang und verlor eine Minute und 40 Sekunden. João Almeida gewann die Tour de Suisse letztlich mit einem Vorsprung von einer Minute und sieben Sekunden vor Kévin Vauquelin. Oscar Onley wurde mit einem Rückstand von einer Minute und 58 Sekunden Gesamtdritter.

Etappe 1: Küssnacht – Küssnacht (129,4 km) Die erste Etappe wurde auf zwei Rundkursen ausgetragen, die vom Ausgangspunkt Küssnacht in den Kanton Luzern bzw. Kanton Schwyz führten. Der erste Rundkurs war rund 40 Kilometer lang und wurde zu Beginn und am Ende der Etappe absolviert. Zunächst ging es entlang des Vierwaldstättersees in Richtung Süden, ehe die Fahrer rechts auf die Adligenswilerstrasse (594 m) abbogen, an deren Ende nach 6,5 Kilometern eine Bergwertung der 3. Kategorie abgenommen wurde. Über Adligenswil ging es im Anschluss bergab nach Ebikon, bevor die Hauptstrasse 4 flach nach Root führte. Nun folgte der zweite Anstieg der 2. Kategorie auf der Michaelskreuzstrasse (777 m), wobei die Kuppe nach 24,5 Kilometern zum ersten Mal passiert wurde. Über Udligenswil und die Adligenswilerstrasse ging es im weiteren Verlauf zurück nach Küssnacht, wo die erste Zieldurchfahrt nach rund 40 Kilometern erfolgte. Im Anschluss ging es auf den zweiten Rundkurs, der rund 50 Kilometer lang war und zunächst auf flachen Strassen entlang des Nordufers des Vierwaldstättersees nach Ingenbohl führte. Danach ging es vorbei am Lauerzersee, über Goldau und das Südufer des Zugersee zurück nach Küssnacht. Kurz nach Arth wurde dabei nach 80,6 Kilometern der Tissot Kilometer erreicht. Der Zwischensprint wurde nach 90,8 Kilometern bei der zweiten Zielpassage ausgefahren. Zum Abschluss ging es nun nochmals auf den ersten Rundkurs, wobei die beiden Bergwertungen 32,7 bzw. 14,7 Kilometer vor dem Ziel passiert wurden. Ergebnis 1. Etappe PlatzFahrerNationTeamZeit1.Romain GrégoireGroupama-FDJ2:50:15 h (45,60 km/h)2.Kévin VauquelinArkeá-B&B Hotels + 0:20 min3.Bart LemmenTeam Visma-Lease a Bike"4.Julian AlaphilippeTudor Pro Cycling Team"5.Ben O’ConnorTeam Jayco AlUla + 1:07 min6.Felix GroßschartnerUAE Team Emirates-XRG"7.Pablo CastrilloMovistar Team"8.Lennard KämnaLidl-Trek"9.Rainer KepplingerBahrain Victorious"10.Nicola ConciXDS Astana Team + 1:26 minGesamtwertung nach der 1. Etappe