Der Zweckverband Mühlhäuser Museen ist ein Kooperationsverband zwischen der Stadt Mühlhausen/Thüringen und dem Unstrut-Hainich-Kreis. Von diesem Zweckverband getragen werden vier städtische Museen in Mühlhausen/Thüringen. Sie sind in historischen Gebäuden in Mühlhausen untergebracht: Im Hauptgebäude am Lindenbühl, einem ehemaligen Schulhaus, befindet sich das Kulturhistorische Museum zur Stadtgeschichte Mühlhausens. In der profanierten Kornmarktkirche ist die Gedenkstätte Deutscher Bauernkrieg untergebracht, in der ebenfalls profanierten Marienkirche die Thomas-Müntzer-Gedenkstätte und eine Dauerausstellung zur sakralen Kunst in Thüringen. Ebenfalls zu den Mühlhäuser Museen gehört die Historische Wehranlage, die hauptsächlich die Wehrgeschichte Mühlhausens museal behandelt.Mühlhäuser MuseenZweckverband Mühlhäuser Museen
Thüringer Landesausstellung 500 Jahre Bauernkrieg
Vom 26. April 2025 bis zum 19. Oktober 2025 fand in den Mühlhäuser Museen die Thüringer Landesausstellung zu 500 Jahren Deutscher Bauernkrieg statt, mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten in vier Gebäuden: in der Kirche St. Marien Müntzergedenkstätte die ländliche Gesellschaft, in der Kornmarktkirche die Ereignisgeschichte, im Kulturhistorischen Museum die Rezeptionsgeschichte, in der Allerheiligenkirche Veranstaltungen im Rahmen der Ausstellung.Mühlhäuser Museen: Thüringer Landesausstellung zu 500 Jahren Deutscher BauernkriegThüringer Landesausstellung 500 Jahre Deutscher Bauernkrieg
Die Ausstellung zeigte rund 400 Exponate, die neben dem eigenen Sammlungsbestand von 80 Leihgebern stammten. Mehr als 60.000 Menschen hatten die Ausstellung besucht.
In Mühlhausen als Wirkungsort des Reformators Thomas Müntzer nehmen besonders die Marienkirche und die Kornmarktkirche dauerhaft einen Platz im Gedenken an den Deutschen Bauernkrieg ein.Bauernkriegsmuseum KornmarktkircheSehenswürdigkeiten in Mühlhausen: Bauernkriegsmuseum Kornmarktkirchemhl-museen.de
Sammlung Die Mühlhäuser Museen bewahren in ihren Depots und Ausstellungsräumen Sammlungen zur Kulturgeschichte der Stadt Mühlhausen und dem ländlichen Raum im heutigen Unstrut-Hainich-Kreis, zur Ur- und Frühgeschichte im Gebiet des heutigen Unstrut-Hainich-Kreises, zur Thüringer Kunst sowie zu Thomas Müntzer und dem Bauernkrieg.Sammlung der Mühlhäuser Museen
Kulturhistorische Sammlung Die Bestände der kulturgeschichtlichen und geschichtlichen Sammlung reichen bis in die Anfänge des Gewerbemuseums zurück, das 1879 gegründet wurde. Durch Ankäufe, Schenkungen und Stiftungen wurden die Bestände in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts erweitert.
In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wuchsen die Bestände und mit ihnen die wissenschaftliche Bearbeitung an, was sich ab 1975 durch die Einbindung in die Gedenkstätte Deutscher Bauernkrieg verstärkte. Überregional bedeutende Spezialsammlungen wurden durch Zuerwerbe erweitert.
Der kulturhistorische und historische Altbestand der Sammlungen zeugt von der ländlichen und städtischen Alltagskultur ab dem 18. Jahrhundert: Möbel, Keramik, Glas, Haus- und Handwerksgeräte, künstlerische Zeugnisse und sonstiges. Eine Besonderheit im Sammlungsbestand ist eine Trachtensammlung der Vogtei Dorla aus dem späten 19. Jahrhundert.
Zu den neueren Spezialsammlungen gehören unter anderem Numismatika mit einem fast vollständigen Teilbestand zu Thomas Müntzer und eine Waffensammlung, die gezielt um Bestände aus der Zeit des Bauernkrieges erweitert wird. Zu den weiteren neueren Beständen gehören die bundesweit zweitgrößte Sammlung an Schlüsseln und Schlössern überwiegend mitteldeutscher Herkunft, Sakralskulpturen aus der Zeit vom Spätmittelalter bis zum Barock, eine Gemälde- und Grafiksammlung mit Schwerpunkt auf die Rezeption des Bauernkrieges sowie eine Sammlung an historischen Landkarten und Ansichtskarten. Auch Druckschriften, Handschriften und Fotografien gehören zum Sammlungsbestand.Kulturhistorische Sammlungen Spezialsammlung Thomas Müntzer und Bauernkrieg 1975 wurde im 450. Gedenkjahr zum Deutschen Bauernkrieg die „Zentrale Gedenkstätte Deutscher Bauernkrieg“ errichtet. In diesem Zuge wurde die Spezialsammlung zu Thomas Müntzer und zum Bauernkrieg angelegt. Nach kontinuierlicher Erweiterung ist der Großteil des Bestandes heute in der Müntzergedenkstätte St. Marien und im Bauernkriegsmuseum Kornmarktkirche ausgestellt. Zur Sammlung über Thomas Müntzer und den Bauernkrieg gehören neben umfangreichen Bibliotheksbeständen Exponate wie Münzen, Waffen und alltagsgeschichtliche Rezeption sowie verschiedene Dioramen, zum Beispiel mit Darstellungen der Schlacht bei Frankenhausen, des Überfalls auf das Kloster Volkenroda, des Bildersturms in Mühlhausen und eines Trosses aufständischer Bauern.Spezialsammlungen Thomas Müntzer und Bauernkrieg
Ur- und frühgeschichtliche Sammlung Seit 1952 gewährleistet in den Mühlhäuser Museen bzw. deren Vorgängereinrichtungen eine durchgängig fachwissenschaftlich eingerichtete Besetzung die Bearbeitung und Erweiterung der ur- und frühgeschichtlichen Sammlung. Sie zählt zu den bedeutendsten ihrer Art in Thüringen und trägt dem oberen Unstrutgebiet als einer der reichhaltigsten archäologischen Fundlandschaften Thüringens Rechnung. Die wissenschaftliche Erschließung geht in enger Zusammenarbeit mit dem Thüringer Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie einher. Die Sammlung besteht aus mehreren tausend gut dokumentierten Komplexen mit mehr als 300 000 Einzelobjekten überwiegend von der Jungsteinzeit bis zum frühen Mittelalter. Sie gibt Zeugnis von Archäologie und Besiedlung in Nordthüringen und bildet ein wichtiges Quellenmaterial zur wissenschaftlichen Forschung über die Ur- und Frühgeschichte Thüringens. Charakteristisch für archäologische Sammlungen bestehen diese überwiegend aus fragmentierten Gegenständen: Tongefäßscherben, zerbrochene Steingeräte, Skelettreste von Menschen und Tieren. Als originäre Zeugnisse sind sie wissenschaftlich sehr aussagekräftig über die frühe regionale Besiedlungsgeschichte. Beispiele für die Sammlungen sind Grab- und Siedlungsfunde der spätneolithischen Wartberg-Kultur, das Brandgräberfeld aus der vorrömischen Eisenzeit und der Römischen Kaiserzeit, provinzialrömische Funde aus den ersten vier nachchristlichen Jahrhunderten und Grabinventare aus der Merowingerzeit.Sammlung Ur- und Frühgeschichte
Sammlung Thüringer Kunst Die 1988 begründete Sammlung Thüringer Kunst in den Mühlhäuser Museen bzw. deren Vorgängereinrichtungen ist die einzige Sammlung, die sich ausschließlich der bildenden Kunst Thüringens im 20. Jahrhundert sowie der vorhergehenden und nachfolgenden Übergangszeit widmet. Die in der Sammlung umfassten Arbeiten stammen überwiegend von Künstlern, die entweder mit Thüringen eng verbunden sind, aus Thüringen stammten oder kurzzeitig dort wirkten. Auf diese Weise beeinflussten sie entweder die Thüringer Kunst oder trugen dort erfahrene Impulse nach außen. Mit diesem offenen Konzept soll der Kunstraum Thüringens als solcher klar betont und in seinen überregionalen Verflechtungen dargestellt werden. Bei den etwa 3500 Exponaten handelt es sich um Malereien, Grafiken und Druckbilder von über 300 Thüringer Künstlern. Neben den Arbeiten regionaler Künstler wie zum Beispiel Otto Knöpfer, Otto Paetz gehören auch Kunstwerke von Otto Dix, Gerhard Altenbourg, von Bauhausmeistern wie Lyonel Feininger und Paul Klee, oder von Bauhausschülern wie Farkas Molnár und Kurt Schmidt in die Sammlung.Sammlung Thüringer Kunst
Die Museen mini|Rückwärtige Ansicht des Kulturhistorischen Museums, des Haupthauses der Mühlhäuser Museen. Kulturhistorisches Museum
Das Haupthaus der Mühlhäuser Museen wurde zwischen 1868 und 1870 als Schulgebäude im Stil der Neorenaissance errichtet. Um Platz für den Bau dieses Gebäudes zu machen, wurde an dieser Stelle in die Stadtmauer eine große Bresche geschlagen. Es war die erste in die Stadtmauer geschlagene Bresche, deren Zwecke ausschließlich dem Bau eines neuen Gebäudes diente. Seit 1928 wurde es mit der Gründung eines Heimatmuseums hauptsächlich museal genutzt. Nach einer umfangreichen Modernisierung wurde es 2013 als Kulturhistorisches Museum wieder eröffnet. Dort befindet sich die archäologische Dauerausstellung mit Ausgrabungen aus dem Gebiet des heutigen Unstrut-Hainich-Kreises von der Jungsteinzeit bis ins frühe Mittelalter sowie die Dauerausstellung zur Mühlhäuser Stadtgeschichte.Kulturhistorisches MuseumMuseum St. Marien | Müntzergedenkstätte
Die Dauerausstellung zur Thüringer Kunst ist derzeit ausgeräumt für die Rezeptionsgeschichte des Bauernkriegs im Rahmen der Landesausstellung „freyheit 1525 – 500 Jahre Bauernkrieg“, die vom 26. April bis 19. Oktober in den Mühlhäuser Museen und in Bad Frankenhausen stattfand. Von dieser finden zurzeit die Abbauarbeiten statt."freiheyt 1525" – 500 Jahre BauernkriegThüringer Landesausstellung 500 Jahre Deutscher Bauernkrieg
Bauernkriegsmuseum Kornmarktkirche Die 1802 profanierte Kornmarktkirche wurde in den Jahren 1973 bis 1975 für die museale Nutzung umgebaut und dient seither als Gedenkstätte zum Deutschen Bauernkrieg mit mehrfach neu gestalteten Ausstellungen sowie als Tagungsraum für Veranstaltungen. Weitere Ausstellungen neben dem Thema Bauernkrieg sind die Bau- und Restaurierungsgeschichte zu diesem ehemaligen Sakralbau sowie ein nach mittelalterlichem Vorbild gestalteter Klostergarten. Zu Bauernkrieg und Reformation informiert seit 2003 eine mehrfach modifizierte Ausstellung: Vom 1. Januar 2014 bis zur vorläufigen Ausräumung im Oktober 2024 wegen der Landesausstellung zu 500 Jahren Bauernkrieg informierte in der Kornmarktkirche die Ausstellung „Luthers ungeliebte Brüder“ über radikalreformatorische Theologen, die von Martin Luthers Lehre abwichen – darunter Thomas Müntzer, der mit seinen Ideen als wichtiger geistiger Anführer des Bauernkrieges galt.Bauernkriegsmuseum KornmarktkircheSehenswürdigkeiten in Mühlhausen: Bauernkriegsmuseum Kornmarktkirche
Vom 26. April bis 19. Oktober 2025 war in der Kornmarktkirche die Ereignisgeschichte des Bauernkrieges mit ihren wichtigsten Akteuren im Zuge der Landesausstellung „freyheit 1525 – 500 Jahre Bauernkrieg“ zu sehen."freiheyt 1525" – 500 Jahre Bauernkriegbauernkrieg2025.de Eröffnet wird die Kornmarktkirche wieder mit einer veränderten Dauerausstellung, wenn die Umbauarbeiten nach Ende der Landesausstellung abgeschlossen sind.
Kirche St. Marien Müntzergedenkstätte Die Mühlhäuser Marienkirche ist nach dem Erfurter Dom der zweitgrößte Kirchenbau Thüringens. Errichtet wurde sie nach einem Vorgängerbau in der Zeit zwischen 1317 und 1390. Da der radikale Reformator Thomas Müntzer in dieser Kirche Pfarrer war, ist sie einer der authentischen Orte des Deutschen Bauernkrieges in Mühlhausen. Thomas Müntzer ist deshalb in dem 1975 säkularisierten und museal umgenutzten Gebäude ein eigener Ausstellungsbereich gewidmet, die Marienkirche trägt offiziell die Bezeichnung Müntzergedenkstätte. Weitere Dauerausstellungen in diesem Gebäude sind dessen Bau- und Restaurierungsgeschichte sowie die Ausstellung „Von Einhörnern und Drachentötern“ zu Thüringer Sakralkunst aus der Zeit vor der Reformation.
Letztere Ausstellung wurde im Oktober 2024 vorübergehend ausgeräumt für die Thüringer Landesausstellung zu 500 Jahren Bauernkrieg. Im Rahmen dieser Landesausstellung war in der Marienkirche das Leben der Bauern und Handwerker im ländlichen Raum dargestellt, um die Rahmenbedingungen vor dem Bauernkrieg deutlich zu machen.mhl-museen.deThüringer Landesausstellung 500 Jahre Deutscher Bauernkrieg Geöffnet wird die Marienkirche wieder, sobald die Landesausstellung ausgeräumt und wieder eine Dauerausstellung eingeräumt ist.
Historische Wehranlage Der mittelalterliche Stadtmauerring Mühlhausens ist einer der wenigen in Deutschland, die weitgehend vollständig erhalten sind: Erhalten geblieben sind etwa 2,2 Kilometer von einstmals 2,8 Kilometern Länge sowie mit dem Inneren Frauentor eines von ehemals vier Haupttoren.