mini|Thelaziose bei einer Katze mini|Thelaziose bei einem Hund Als Thelaziose oder Thelaziasis bezeichnet man den Befall der Augen mit Fadenwürmern der Gattung Thelazia. Beim Menschen kommt die Erkrankung in der Regel nur in Endemiegebieten mit hohem Parasitenaufkommen vor und meist bei sehr jungen oder älteren Menschen mit sehr engem Kontakt zu Haushunden.

Auslöser In Europa kommt nur der Orientalische Augenwurm (Thelazia callipaeda) vor. Der ursprünglich in Asien beheimatete Parasit breitete sich aber auch nach Südeuropa aus, mittlerweile gibt es sogar autochthone (ortsständige) Infektionen in Mitteleuropa.Thelaziose bei Hunden und Katzen. ESCCAP. Abgerufen am 2. Juni 2025. Ihr Zwischenwirt und Überträger ist die Taufliegenart Phortica variegata, während die anderen Thelazia-Arten durch Echte Fliegen übertragen werden.

+ Häufigere Thelazia-Arten und ihre WirteDomenico Otranto, Richard Wall: Veterinary Parasitology. 5. Auflage. Wiley 2024, ISBN 978-1-394-17634-2, S. 71. Art Wirte Thelazia rhodesi Wiederkäuer (vor allem Rinder und Büffel) Thelazia gulosa Wiederkäuer Thelazia skrjabini Wiederkäuer Thelazia callipaeda Hunde, Katzen, Primaten einschl. Mensch, Füchse, Bären, Dachse Thelazia californiensis Hunde, Katzen, Schafe, Hirsche, Mensch Thelazia lacrymalis Pferde, Rinder Thelazia leesi Kamele

Klinisches Bild und Diagnose Eine Thelaziose kann bei geringem Befall symptomlos verlaufen. Da die Larve 1 nur eine geringe Lebensdauer hat, verbreitet sich die Erkrankung nur in den Zeiten, in denen die Überträger aktiv sind, also in den Sommermonaten. Vermehrter Tränenfluss, Bindehautentzündung und Lichtscheue können auftreten. In schweren Fällen kommt es zur Hornhauttrübung, -entzündung und zu Hornhautgeschwüren. Wenn die Würmer in die Tränendrüse vordringen, kann die Tränenproduktion gänzlich zum Erliegen kommen.Domenico Otranto, Richard Wall: Veterinary Parasitology. 5. Auflage. Wiley 2024, ISBN 978-1-394-17634-2, S. 458.

Die Diagnose kann durch den Nachweis der Würmer im Bindehautsack und hinter dem dritten Auglid gestellt werden. Auch der mikroskopische Nachweis von Eiern oder Larven im Augensekret ist beweisend.

Bekämpfung Die Bekämpfung ist in den Endemiegebieten schwierig, weil die sie übertragenden Fliegen allgegenwärtig sind. Das Absammeln der Würmer, gegebenenfalls das Spülen der Tränennasengänge, ist heute weitestgehend durch den Einsatz von Anthelminthika verdrängt worden. Zum Einsatz kommen meist Avermectine.

Einzelnachweise

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